Prävention vor Schadenregulierung

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Gesellschaft und Wirtschaft haben sich in den letzten Monaten durch die Covid-19-Pandemie in vielen Bereichen stark gewandelt. Digitale Systeme haben neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit oder Produktion kreiert – aber auch größere Abhängigkeiten geschaffen. Durch die rasante Digitalisierung der Industrie und die neue Bedeutung von dezentralem Arbeiten ist die Angriffsfläche für Cyberattacken deutlich größer geworden.

Ein Gastbeitrag von Jutta Berger-Knickmeier Head of Financial Lines & Cyber Underwriting Zurich Gruppe Deutschland

Bedrohungen für die Cybersicherheit haben beispielsweise im Jahr 2020 um über 350 Prozent zugenommen. Pro Tag bedrohen Hunderttausende neue Malware-Variationen die Systeme. Im Global Risk Report 2022, den Zurich gemeinsam mit dem World Economic Forum kürzlich vorgestellt hat, rangiert das Risiko, dass die bestehenden Sicherheitssysteme für Cybersicherheit nicht mehr greifen, unter den Top-Risiken weltweit.

Jutta Berger-Knickmeier, Head of Financial Lines & Cyber Underwriting, Zurich Gruppe Deutschland

Insbesondere Ransomware und damit verbundene Cybererpressungen führen zu einem weiteren Anstieg an Cyberschadenfällen bei Unternehmen aller Branchen und Größen. Cybersicherheit ist nämlich schon lange nicht nur Thema von großen Industriekonzernen, sondern voll und ganz im Mittelstand angekommen. Während jedoch größere Unternehmen sich mit dem Thema Cybersicherheit meist schon recht intensiv auseinandergesetzt haben, gibt es gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen oft noch Nachholbedarf. Mittelgroße Unternehmen haben oft keine Kapazitäten für ein eigenes Cyberkrisenmanagement und entsprechende Spezialisten für IT-Sicherheit. Daher kommt externer Unterstützung eine besondere Bedeutung zu.

Zurich hat aus diesem Grunde insbesondere für mittelständische Unternehmen das vorhandene Spezialisten-Netzwerk um einen erfahrenen deutschen Dienstleister ausgebaut. Neben dem Firmen CyberSchutz bieten wir mit Zurich Cyber Solution ein Cyberprodukt speziell für mittelständische und größere Unternehmen an. So wird ein umfassender Schutz vor den finanziellen Folgen von externen Angriffen, etwa durch Hacker, aber auch durch das Fehlverhalten von Mitarbeitenden in Bezug auf Datensicherheit geboten. Dabei kombiniert das Produkt Haftpflicht- und Eigenschadendeckung in einer Versicherungslösung. Bei Bedarf können Kundinnen und Kunden auch eine zusätzliche Internet-Medien-Haftpflichtdeckung dazuwählen. Diese beinhaltet zum Beispiel die Verletzung von Persönlichkeits- oder Urheberrechten.

Im Ernstfall werden die Unternehmen durch professionelles Krisenmanagement und Soforthilfe-Maßnahmen unterstützt. In Kürze wird außerdem eine weitere Produkt-Variante des Zurich Firmen CyberSchutz mit Fokus auf kleinere Unternehmen folgen. Diese können sich so an den individuellen Bedarf angepasst und preislich ansprechender schützen. Denn eine Kunden-Datenbank, einen Onlineshop oder einen Server für eine größere Anzahl von Daten hat fast jedes Unternehmen, so klein es auch ist.

Um einen umfassenden Schutz sicherzustellen, müssen vor Versicherungsbeginn eventuelle Sicherheitslücken des Betriebs umfassend evaluiert werden. Abgefragt werden dabei schon vorhandene Schutzmaßnahmen und IT-Sicherheitsstandards. Zurich greift dabei für die größeren Unternehmen zum Beispiel auch auf die Unterstützung von Risikoingenieuren und spezialisierten Cyberrisiko-Assessment-Partnern zurück. Diese exakte Prüfung ist wichtig und hat sich insgesamt auf dem Markt in den letzten Monaten auch noch einmal intensiviert.

So kommt der Versicherungsbranche eine große Bedeutung schon weit vor einem möglichen Schadenfall zu: Mithilfe des Risk Assessments werden – gerade im Mittelstand – Sicherheitslücken erkannt und mit den passenden Präventionslösungen kann insgesamt für ein höheres Sicherheitslevel gesorgt werden. Auch in 2022 ist nicht mit einem Rückgang der Cyberangriffe zu rechnen, daher wird die Bedeutung von Cyberschutz und einer individuellen Absicherung in den nächsten Jahren sicher auch noch weiter zunehmen.

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