Bürohunde: Haustierhalter erwarten besseres Arbeitsklima und weniger Stress
Bürohunde verbessern das Arbeitsklima und reduzieren Stress – davon ist eine deutliche Mehrheit der von den Uelzener Versicherungen befragten Haustierhalter überzeugt. Viele sprechen sich deshalb dafür aus, Hunde am Arbeitsplatz zu erlauben. Doch für Unternehmen stellen sich dabei auch arbeitsrechtliche und versicherungstechnische Fragen.
Hunde im Büro können nach Einschätzung vieler Haustierhalter das Arbeitsklima verbessern. Das zeigt die „Haustier-Studie 2026“ der Uelzener Versicherungen. Für die Untersuchung wurden 1.070 Hunde- und Katzenhalter in Deutschland befragt.
Gut zwei Drittel der Befragten sprechen sich dafür aus, dass Beschäftigte ihren Hund mit ins Büro bringen dürfen. Noch deutlicher fallen die vermuteten Auswirkungen auf den Arbeitsalltag aus: 82 Prozent sind überzeugt, dass Hunde die Stimmung im Team verbessern. 80 Prozent verbinden ihre Anwesenheit mit weniger Stress.
Die Ergebnisse messen allerdings nicht die tatsächliche Wirkung von Bürohunden. Sie bilden die Einschätzungen von Haustierhaltern ab – und damit einer Gruppe, bei der grundsätzlich eine höhere Offenheit gegenüber Tieren am Arbeitsplatz zu erwarten ist.
Bürohund kann Arbeitgeber attraktiver machen
Aus Sicht der Uelzener kann die Erlaubnis, einen Hund mitzubringen, dennoch zu einem attraktiveren Arbeitsumfeld beitragen. „Hunde sind für viele Menschen feste Begleiter in nahezu allen Lebensbereichen. Warum also nicht auch im Büro?“, sagt Dr. Felix Garlipp, Leiter Produkt und Underwriting bei den Uelzener Versicherungen.
Für Arbeitgeber könne die Regelung zu einem Vorteil im Wettbewerb um Beschäftigte werden. Besonders deutlich zeigt sich die Zustimmung beim wahrgenommenen Arbeitsklima: 42 Prozent stimmen der Aussage vollständig zu, dass Hunde die Stimmung im Team verbessern, weitere 40 Prozent stimmen eher zu.
Beim Stressabbau ergibt sich ein ähnliches Bild. 39 Prozent stimmen vollständig zu, dass Bürohunde Stress reduzieren, weitere 41 Prozent teilen diese Einschätzung zumindest eher.
Kleine Unterbrechungen fördern den Austausch
Als einen möglichen Grund nennt Garlipp die soziale Wirkung des Tieres. „Ein Hund schafft ganz natürliche Gesprächsanlässe und kleine Momente der Begegnung“, erklärt er. Gerade bei Termindruck und hoher Konzentration könnten solche kurzen Unterbrechungen wohltuend sein. Hinzu kommt die Bewegung. Hundehalter müssen auch während des Arbeitstages regelmäßig nach draußen. Dadurch entsteht eine aktive Mittagspause, die einen Ortswechsel und eine Unterbrechung längerer Sitzzeiten erzwingt. Nach Einschätzung Garlipps kann dies helfen, den Kopf freizubekommen und anschließend mit neuer Energie an die Arbeit zurückzukehren.
Ohne Zustimmung des Arbeitgebers bleibt der Hund zu Hause
Aus der grundsätzlichen Zustimmung vieler Haustierhalter ergibt sich jedoch kein Recht, den eigenen Hund mit zur Arbeit zu bringen. Nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung ist vorab die Genehmigung des Arbeitgebers erforderlich. Eine erteilte Erlaubnis kann zudem wieder zurückgenommen werden, wenn sachliche Gründe dafür bestehen. Dazu können Allergien oder Ängste anderer Beschäftigter sowie ein störendes oder gefährdendes Verhalten des Tieres gehören.
Unternehmen sollten deshalb klare Regeln festlegen. Dazu zählen beispielsweise geeignete Aufenthaltsbereiche, Rückzugsorte für den Hund, hygienische Anforderungen und der Umgang mit Beschäftigten, Kunden oder Besuchern, die keinen Kontakt zu Tieren wünschen. Auch die Haftung für mögliche Personen- oder Sachschäden sollte vorab geklärt werden.
Haustiere werden in immer mehr Lebensbereichen zum Versicherungsthema
Die Bürohund-Umfrage fügt sich in eine breitere Entwicklung ein: Tiere werden nicht nur im privaten Alltag, sondern auch bei Arbeit, Gesundheit und Reisen stärker berücksichtigt. Parallel wächst der Versicherungsmarkt. In Deutschland sind inzwischen mehr als zwei Millionen Haustiere krankenversichert. Die Versicherungswirtschaft will die Verbreitung des Tierkrankenschutzes weiter erhöhen und zugleich Angebote rund um Prävention und tiermedizinische Versorgung ausbauen.
Auch bei Reisen werden Haustiere zunehmend zum versicherten Risiko. Die Uelzener hat gemeinsam mit MDT einen Reiseschutz für Hunde und Katzen entwickelt. Zugleich zeigt ein Vergleich von Reiserücktrittsversicherungen, dass sich die Haustierdeckung zwischen den Tarifen deutlich unterscheiden kann.
Der Bürohund erweitert diese Entwicklung nun um die Arbeitswelt. Für Unternehmen kann er ein Baustein eines attraktiven Arbeitsumfelds sein – sofern nicht nur die Wünsche der Hundehalter, sondern auch die Interessen des übrigen Teams berücksichtigt werden.
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