Zwischen Budgetgrenzen und Talentsuche: Unternehmen justieren ihre Benefits neu

Veröffentlichung: 21.07.2025, 06:07 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Kostendruck auf der einen, Fachkräftemangel auf der anderen Seite – viele Unternehmen müssen ihre Benefits-Strategien neu ausrichten. Eine neue Studie zeigt, wie sie dabei vorgehen.

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Kostendruck auf der einen, Fachkräftemangel auf der anderen Seite – viele Unternehmen müssen ihre Benefits-Strategien neu ausrichten.Kostendruck auf der einen, Fachkräftemangel auf der anderen Seite – viele Unternehmen müssen ihre Benefits-Strategien neu ausrichten.DALL-E

Der Druck auf Unternehmen steigt: Steigende Kosten und ein angespannter Arbeitsmarkt sorgen für eine strategische Neuausrichtung betrieblicher Zusatzleistungen. 63 Prozent der Arbeitgeber nennen laut der aktuellen Benefits-Trends-Studie 2025 von WTW die beiden Faktoren als stärkste Einflussgrößen auf ihre Benefits-Strategie.

Statt neue Leistungen einzuführen, setzen viele Firmen auf Effizienz: 54 Prozent planen eine Umverteilung vorhandener Budgets, 58 Prozent den Anbieterwechsel. „Der Schlüssel liegt in einer gezielten Reallokation und der strategischen Nutzung digitaler Lösungen“, sagt Nicoletta Blaschke, Head of Health & Benefits bei WTW.

Gleichzeitig soll der subjektiv empfundene Nutzen für Mitarbeitende gesteigert werden – durch mehr Wahlfreiheit (61 %), digitale „Nudges“ (71 %) und Technologien zur Verbesserung der Employee Experience (56 %). Besonders im Fokus stehen psychische Gesundheit (45 %), Altersvorsorge (36 %) und finanzielle Resilienz (36 %).

Zudem setzen 62 Prozent der Unternehmen verstärkt auf Automatisierung in der Benefits-Administration. 36 Prozent planen den Einsatz von Risikoanalysen und Kostenprognosen. 37 Prozent investieren in die Weiterbildung ihrer Benefits-Teams – besonders in den Bereichen Datenanalyse und Regulierung.

„Die Benefits-Welt entwickelt sich rasant weiter. Unternehmen, die ihre Strategien proaktiv und datenbasiert ausrichten, können ihre Arbeitgeberattraktivität auch unter Budgetrestriktionen nachhaltig steigern“, so Blaschke.

Über die Studie:
Im März 2025 befragte WTW mehr als 5.500 Unternehmen in 105 Ländern weltweit mit insgesamt über 24 Millionen Mitarbeitenden zu ihrer Benefits-Strategie. In Deutschland nahmen 107 Unternehmen mit rund 750.000 Beschäftigten an der Befragung teil.

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