Fondsprodukte und bAV gelten als Wachstumstreiber der Lebensversicherung
Während klassische Garantieprodukte zunehmend an Bedeutung verlieren, setzen Lebensversicherer verstärkt auf fondsgebundene Lösungen und die betriebliche Altersversorgung. Eine aktuelle Marktstudie von Assekurata zeigt, welche Segmente die Branche derzeit als wichtigste Wachstumstreiber sieht.
Der Lebensversicherungsmarkt befindet sich in einer Phase der strukturellen Neuausrichtung. Laut einer aktuellen Marktstudie der Ratingagentur Assekurata sehen viele Anbieter künftig vor allem fondsgebundene Produkte und die betriebliche Altersversorgung als zentrale Wachstumstreiber des Geschäfts. Demgegenüber fallen die Erwartungen für klassische Garantieprodukte deutlich verhaltener aus. Die Studie zeigt, dass sich der Wettbewerb im Altersvorsorgemarkt zunehmend in Richtung kapitalmarktorientierter Lösungen verschiebt.
Fondspolicen spielen dabei eine immer wichtigere Rolle. Anders als bei klassischen Versicherungen steht hier nicht die laufende Überschussbeteiligung im Mittelpunkt, sondern die Entwicklung der zugrunde liegenden Fondsanlagen. Die langfristige Rendite hängt somit stärker von der Kapitalmarktentwicklung und der konkreten Investmentstrategie ab.
Viele Anbieter haben ihre Produktpalette in diesem Bereich in den vergangenen Jahren deutlich erweitert. Kunden können inzwischen bei einigen Tarifen aus mehreren hundert Fonds und ETFs wählen. Dadurch lassen sich Versicherungsprodukte stärker an individuelle Rendite- und Risikopräferenzen anpassen.
Parallel gewinnt die betriebliche Altersversorgung weiter an Bedeutung. Sie gilt aus Sicht vieler Anbieter als stabiler Wachstumsmarkt, insbesondere im Zusammenspiel mit fondsgebundenen Produktlösungen. Für Dr. Reiner Will, Geschäftsführer der Assekurata Assekuranz Rating-Agentur, zeigt sich darin ein grundlegender Strukturwandel der Branche. „Wo Garantien flexibilisiert werden, verschiebt sich das Verhältnis zwischen sicherheitsorientierter Verzinsung und kapitalmarktnaher Partizipation“, erklärt er.
Die Studie zeichnet damit ein Bild einer Branche, die sich zwischen Stabilisierung und Transformation bewegt. Während höhere Kapitalmarktzinsen den Versicherern neue Handlungsspielräume eröffnen, verändern sich gleichzeitig die Erwartungen der Kunden und die Produktarchitektur der Altersvorsorge.
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