Fondsprodukte und bAV gelten als Wachstumstreiber der Lebensversicherung

Veröffentlichung: 13.03.2026, 06:03 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Während klassische Garantieprodukte zunehmend an Bedeutung verlieren, setzen Lebensversicherer verstärkt auf fondsgebundene Lösungen und die betriebliche Altersversorgung. Eine aktuelle Marktstudie von Assekurata zeigt, welche Segmente die Branche derzeit als wichtigste Wachstumstreiber sieht.

(PDF)
Fondsgebundene Lebensversicherungen und die betriebliche Altersversorgung gelten laut Marktstudien zunehmend als wichtigste Wachstumstreiber im Altersvorsorgemarkt.Fondsgebundene Lebensversicherungen und die betriebliche Altersversorgung gelten laut Marktstudien zunehmend als wichtigste Wachstumstreiber im Altersvorsorgemarkt.Redaktion experten.de / KI-generiert

Der Lebensversicherungsmarkt befindet sich in einer Phase der strukturellen Neuausrichtung. Laut einer aktuellen Marktstudie der Ratingagentur Assekurata sehen viele Anbieter künftig vor allem fondsgebundene Produkte und die betriebliche Altersversorgung als zentrale Wachstumstreiber des Geschäfts. Demgegenüber fallen die Erwartungen für klassische Garantieprodukte deutlich verhaltener aus. Die Studie zeigt, dass sich der Wettbewerb im Altersvorsorgemarkt zunehmend in Richtung kapitalmarktorientierter Lösungen verschiebt.

Fondspolicen spielen dabei eine immer wichtigere Rolle. Anders als bei klassischen Versicherungen steht hier nicht die laufende Überschussbeteiligung im Mittelpunkt, sondern die Entwicklung der zugrunde liegenden Fondsanlagen. Die langfristige Rendite hängt somit stärker von der Kapitalmarktentwicklung und der konkreten Investmentstrategie ab.

Viele Anbieter haben ihre Produktpalette in diesem Bereich in den vergangenen Jahren deutlich erweitert. Kunden können inzwischen bei einigen Tarifen aus mehreren hundert Fonds und ETFs wählen. Dadurch lassen sich Versicherungsprodukte stärker an individuelle Rendite- und Risikopräferenzen anpassen.

Parallel gewinnt die betriebliche Altersversorgung weiter an Bedeutung. Sie gilt aus Sicht vieler Anbieter als stabiler Wachstumsmarkt, insbesondere im Zusammenspiel mit fondsgebundenen Produktlösungen. Für Dr. Reiner Will, Geschäftsführer der Assekurata Assekuranz Rating-Agentur, zeigt sich darin ein grundlegender Strukturwandel der Branche. „Wo Garantien flexibilisiert werden, verschiebt sich das Verhältnis zwischen sicherheitsorientierter Verzinsung und kapitalmarktnaher Partizipation“, erklärt er.

Die Studie zeichnet damit ein Bild einer Branche, die sich zwischen Stabilisierung und Transformation bewegt. Während höhere Kapitalmarktzinsen den Versicherern neue Handlungsspielräume eröffnen, verändern sich gleichzeitig die Erwartungen der Kunden und die Produktarchitektur der Altersvorsorge.

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Axel Uttenreuther, Vorsitzender des Vorstands der Bayerischen Versorgungskammer (BVK).Axel Uttenreuther, Vorsitzender des Vorstands der Bayerischen Versorgungskammer (BVK).Jens Schnabel
bAV

Bayerische Versorgungskammer: Bis zu 700 Millionen Euro Verluste durch riskante US-Immobilieninvestments

Die Bayerische Versorgungskammer (BVK), größte öffentlich-rechtliche Versorgungseinrichtung Deutschlands mit rund 117 Milliarden Euro Anlagevermögen und knapp drei Millionen Versicherten, sieht sich massiver Kritik ausgesetzt. Medienberichten zufolge, drohen der Pensionskasse Verluste von bis zu 700 Millionen Euro infolge verlustreicher US-Immobilieninvestments.
LoboStudioHamburg / pixabay
bAV

Zweites Betriebsrentenstärkungsgesetz: Schritt in die richtige Richtung

Das geplante Zweite Betriebsrentenstärkungsgesetz soll die betriebliche Altersversorgung (bAV) vereinfachen, digitaler machen und vor allem kleinen Unternehmen den Einstieg erleichtern. Fachleute begrüßen den Ansatz, fordern aber deutlich mutigere Reformen.
VMK Versicherungsmakler GmbH
Digitalisierung

Versicherungsvermittlung im Wandel: Zwischen Bauchgefühl und Bildschirm

Die Versicherungsvermittlung steht vor einem fundamentalen Wandel - alte Rollenbilder verlieren an Bedeutung, digitale Sichtbarkeit und Authentizität werden zur neuen Währung, meint Bastian Kunkel, CEO von „Versicherungen mit Kopf“, in seinem Gastkommentar. Der Text erschien zuerst im expertenReport 10/25.
Drei von vier Frauen kümmern sich selbst um ihre Altersvorsorge. Doch trotz Eigenverantwortung bleibt die finanzielle Sicherheit im Alter oft unsicher.Drei von vier Frauen kümmern sich selbst um ihre Altersvorsorge. Doch trotz Eigenverantwortung bleibt die finanzielle Sicherheit im Alter oft unsicher.DALL-E
Fürs Alter

Altersvorsorge: Frauen übernehmen Verantwortung – und stoßen an Grenzen

Drei von vier Frauen kümmern sich selbst um ihre Altersvorsorge. Doch trotz Eigenverantwortung bleibt die finanzielle Sicherheit im Alter oft unsicher. Eine aktuelle DEVK-Studie zeigt, woran es liegt – und welche Produkte Frauen wirklich wollen.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht