„Geldanlage darf kein Geschlechterthema sein“

Veröffentlichung: 20.05.2026, 14:05 Uhr - Lesezeit 5 Minuten

Frauen investieren weiterhin deutlich seltener in Aktien als Männer und setzen stärker auf sicherheitsorientierte Geldanlagen. Gleichzeitig sorgen sie sich häufiger um ihre finanzielle Situation im Alter. Das zeigt eine aktuelle Anlegerstudie der BarmeniaGothaer.

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Anton Buchart, Vorstand BarmeniaGothaer Asset ManagementAnton Buchart, Vorstand BarmeniaGothaer Asset ManagementBarmeniaGothaer

Frauen und Männer unterscheiden sich beim Thema Geldanlage weiterhin deutlich. Das zeigt eine aktuelle Anlegerstudie der BarmeniaGothaer Asset Management. Demnach investieren Frauen seltener in Aktien, priorisieren häufiger Sicherheit und blicken insgesamt sorgenvoller auf ihre finanzielle Zukunft.

Während 43 Prozent der Männer angeben, in Aktien zu investieren, liegt der Anteil bei Frauen lediglich bei 27 Prozent. Zwar ist die Kapitalmarktteilnahme im Vergleich zum Vorjahr insgesamt gestiegen, doch der Abstand zwischen den Geschlechtern bleibt deutlich bestehen. 2025 hatten noch 23 Prozent der Frauen und 35 Prozent der Männer angegeben, Aktien zu besitzen.

Sicherheitsorientierung bleibt prägend

Frauen setzen laut Studie weiterhin stärker auf klassische Anlageformen wie Sparkonten oder Sparbücher. 44 Prozent der Frauen nutzen diese Form der Geldanlage, bei Männern sind es 36 Prozent. Auch bei den Anlagezielen zeigen sich Unterschiede. Für 52 Prozent der Frauen ist Sicherheit das wichtigste Ziel bei der Geldanlage. Bei Männern liegt dieser Wert bei 43 Prozent. Umgekehrt priorisieren Männer deutlich häufiger hohe Renditen: Für 20 Prozent der Männer steht möglichst hohe Rendite im Vordergrund, bei Frauen sind es lediglich sieben Prozent.

Die unterschiedliche Risikoneigung zeigt sich auch bei Garantieprodukten. 84 Prozent der Frauen würden laut Studie eher ein Produkt mit garantiertem Auszahlungsbetrag und geringerer Rendite wählen. Unter Männern liegt dieser Anteil bei 65 Prozent. „Die Ergebnisse zeigen, dass Frauen Geldanlage häufig stärker mit Stabilität und langfristiger Absicherung verbinden“, sagt Anton Buchhart, Vorstand der BarmeniaGothaer Asset Management. „Sicherheit ist dabei nicht als Zurückhaltung zu verstehen, sondern als Ausdruck eines bewussten Umgangs mit finanzieller Verantwortung.“

Sorge vor Versorgungslücken im Alter

Besonders deutlich fallen die Unterschiede beim Blick auf die eigene Altersvorsorge aus. 59 Prozent der Frauen befürchten, dass ihre Geldanlagen im Alter nicht ausreichen könnten, um den aktuellen Lebensstandard zu sichern. Bei Männern äußern diese Sorge 45 Prozent. Die Studie verweist dabei auch auf strukturelle Unterschiede bei Einkommen und Altersvorsorge. Frauen erzielen im Durchschnitt geringere Einkommen, arbeiten häufiger in Teilzeit und übernehmen überdurchschnittlich oft unbezahlte Care-Arbeit. Laut Statistischem Bundesamt liegen die Alterseinkünfte von Frauen durchschnittlich 24,2 Prozent unter denen von Männern. „Die Sorge vieler Frauen um ihre finanzielle Zukunft ist nachvollziehbar“, sagt Buchhart. „Gerade deshalb ist es wichtig, finanzielle Vorsorge frühzeitig und individuell anzugehen.“

Beratung gewinnt an Bedeutung

Vor dem Hintergrund unterschiedlicher Lebensrealitäten und Risikoprofile sieht die BarmeniaGothaer individuelle Beratung als zunehmend wichtig an. Anlageentscheidungen seien stark von Lebensphase, Sicherheitsbedürfnis und persönlichen Zielen geprägt. „Geldanlage darf kein Geschlechterthema sein“, betont Buchhart. „Die Ergebnisse zeigen aber, dass Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Erwartungen an Finanzentscheidungen herangehen.“

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