Geldanlage wird zur Generationenfrage: Junge investieren digital, Ältere bleiben klassisch

Veröffentlichung: 28.04.2026, 10:04 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Aktien, ETFs und Kryptowährungen gewinnen an Bedeutung – vor allem bei jüngeren Anlegern. Gleichzeitig setzen ältere Generationen weiterhin stärker auf klassische Anlageformen. Eine aktuelle Studie zeigt, wie stark sich das Anlageverhalten entlang der Lebensphasen verändert.

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Anton Buchhart, Vorstand der BarmeniaGothaer Asset ManagementAnton Buchhart, Vorstand der BarmeniaGothaer Asset ManagementBarmeniaGothaer

Die Geldanlage in Deutschland entwickelt sich zunehmend zu einer Generationenfrage. Das zeigt eine aktuelle Studie der BarmeniaGothaer Asset Management AG, die gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut forsa durchgeführt wurde.

Demnach investieren jüngere Menschen deutlich häufiger in kapitalmarktorientierte Anlageformen als ältere. Besonders stark zeigt sich dieser Trend bei Fonds und Aktien: Seit 2018 ist der Anteil der Anleger, die in Fonds investieren, von 20 auf 38 Prozent gestiegen. Bei Aktien liegt der Zuwachs im gleichen Zeitraum bei 17 Prozentpunkten – von 18 auf 35 Prozent.

ETF-Boom verändert das Anlageverhalten

Einen besonders dynamischen Zuwachs verzeichnen ETFs. Während 2024 noch rund ein Drittel der Anleger entsprechende Produkte im Portfolio hatte, ist es 2026 bereits jeder Zweite. Damit entwickeln sich ETFs zunehmend zum zentralen Baustein moderner Geldanlage – insbesondere bei jüngeren Zielgruppen. Auch bei risikoreicheren Anlageformen zeigen sich klare Unterschiede zwischen den Generationen. Kryptowährungen sind vor allem bei den unter 30-Jährigen verbreitet: In dieser Altersgruppe investieren aktuell 19 Prozent in Bitcoin und Co. Bei den über 60-Jährigen liegt der Anteil hingegen bei lediglich zwei Prozent.

Klassische Anlagen bleiben bei Älteren dominant

Ältere Anleger setzen weiterhin stärker auf traditionelle Anlageformen. Immobilien, Lebensversicherungen sowie Fest- und Tagesgeld spielen insbesondere in den Altersgruppen ab 45 Jahren eine zentrale Rolle. Diese Entwicklung spiegelt unterschiedliche Risikoprofile und Anlageziele wider, die sich entlang der Lebensphasen verändern. „Wir sehen, dass sich die Geldanlage entlang der Generationen ausdifferenziert“, sagt Anton Buchhart, Vorstand der BarmeniaGothaer Asset Management. „Bedürfnisse, Risikobereitschaft und Zugänge unterscheiden sich deutlich.“

Lebensphase bestimmt die Anlagestrategie

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Geldanlage zunehmend von individuellen Lebenssituationen geprägt wird. Während jüngere Anleger stärker wachstumsorientiert investieren und neue Anlageformen nutzen, rücken bei älteren Generationen Stabilität und Werterhalt stärker in den Fokus. Damit verschiebt sich nicht nur die Auswahl der Produkte, sondern auch die Struktur der Nachfrage insgesamt – mit direkten Auswirkungen auf Anbieter, Beratung und Vertriebswege.

Über die Studie:
Die Studie zum Anlageverhalten der Deutschen wurde im Auftrag der BarmeniaGothaer Asset Management AG vom Meinungsforschungsinstitut forsa vom 5. bis 8. Januar 2026 durchgeführt. Befragt wurden rund 1.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ab 18 Jahren im Rahmen computergestützter Telefoninterviews. Die Auswahl erfolgte repräsentativ nach einem systematischen Zufallsverfahren.

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