Plattform statt Filiale: Wie sich der Zugang zur Geldanlage verändert

Veröffentlichung: 07.05.2026, 06:05 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Jüngere Anleger setzen zunehmend auf digitale Plattformen und Online-Broker, während ältere Generationen der klassischen Bank treu bleiben. Die Zukunft der Geldanlage liegt jedoch in der Verbindung beider Welten.

(PDF)
Hat der stationäre Vertrieb von Geldanlagen bald ausgedient? (Symbolbild)Hat der stationäre Vertrieb von Geldanlagen bald ausgedient? (Symbolbild)Catonauts / pixabay

Der Zugang zur Geldanlage verändert sich grundlegend – und folgt dabei klaren generationellen Mustern. Das zeigt eine aktuelle Studie der BarmeniaGothaer Asset Management AG in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut forsa.
Demnach nutzen 43 Prozent der 18- bis 29-Jährigen digitale Plattformen für ihre Geldanlage, weitere 31 Prozent investieren über Online-Broker. In der Altersgruppe ab 60 Jahren dominiert hingegen weiterhin die klassische Bank: 70 Prozent greifen hier auf traditionelle Zugangswege zurück.

Digitale Angebote senken die Einstiegshürden

Die Zahlen zeigen, dass digitale Lösungen insbesondere für jüngere Anleger den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtern. Niedrige Einstiegshürden, einfache Bedienbarkeit und hohe Transparenz tragen dazu bei, dass immer mehr Menschen erste Erfahrungen mit Wertpapieren sammeln.
Gleichzeitig verändern sich damit auch die Erwartungen an Anbieter und Beratung. Geschwindigkeit, Verfügbarkeit und Nutzerfreundlichkeit gewinnen an Bedeutung.

Persönliche Beratung bleibt relevant

Trotz der zunehmenden Digitalisierung bleibt die persönliche Beratung ein zentraler Bestandteil der Geldanlage – insbesondere bei komplexeren oder langfristigen Entscheidungen. „Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Wege zur Geldanlage deutlich unterscheiden“, sagt Anton Buchhart, Vorstand der BarmeniaGothaer Asset Management. „Digitale Angebote erleichtern den Einstieg, persönliche Beratung bleibt jedoch insbesondere bei langfristigen Entscheidungen ein wichtiger Faktor.“
Gerade bei Fragen zu Risiko, Portfolio-Struktur oder langfristiger Planung stoßen rein digitale Lösungen an ihre Grenzen.

Hybride Modelle gewinnen an Bedeutung

Vor diesem Hintergrund zeichnet sich ein hybrides Modell als zukünftiger Standard ab. Digitale Angebote sorgen für Transparenz und einfachen Zugang, während persönliche Beratung Orientierung und individuelle Einordnung bietet.
Auch neue Technologien wie KI-gestützte Analysen können Anleger unterstützen, ersetzen jedoch keine ganzheitliche Beratung. Standardisierte Empfehlungen stoßen dort an Grenzen, wo individuelle Ziele, Lebenssituationen und Risikoprofile berücksichtigt werden müssen.

Vertrieb steht vor strukturellem Wandel

Für Vermittler bedeutet diese Entwicklung eine klare Herausforderung: Der Zugang zur Geldanlage wird digitaler, die Anforderungen an Beratung steigen gleichzeitig. Die Zukunft liegt damit nicht im Entweder-oder, sondern in der Verbindung beider Ansätze – mit digitalen Werkzeugen auf der einen und persönlicher Expertise auf der anderen Seite.

Über die Studie:
Die Studie zum Anlageverhalten der Deutschen wurde im Auftrag der BarmeniaGothaer Asset Management AG vom Meinungsforschungsinstitut forsa vom 5. bis 8. Januar 2026 durchgeführt. Befragt wurden rund 1.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ab 18 Jahren im Rahmen computergestützter Telefoninterviews. Die Auswahl erfolgte repräsentativ nach einem systematischen Zufallsverfahren.

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Junge Anleger gewichten Nachhaltigkeit bei der Geldanlage stärker – und sind häufiger bereit, dafür auf Rendite zu verzichten.Junge Anleger gewichten Nachhaltigkeit bei der Geldanlage stärker – und sind häufiger bereit, dafür auf Rendite zu verzichten.Redaktion experten.de / KI-generiert
Nachhaltigkeit

Für Nachhaltigkeit verzichten? Junge Anleger sagen häufiger ja

Nachhaltigkeit gewinnt bei der Geldanlage an Bedeutung – vor allem bei jüngeren Generationen. Sie gewichten ökologische und soziale Kriterien stärker und sind eher bereit, dafür auf Rendite zu verzichten.
Anton Buchhart ist Mitglied des Vorstands de BarmeniaGothaer Asset Management AG und verantwortet dort das Middle und Back OfficeAnton Buchhart ist Mitglied des Vorstands de BarmeniaGothaer Asset Management AG und verantwortet dort das Middle und Back OfficeBarmeniaGothaer
Investment

Sicherheit schlägt Rendite: Drei Viertel der Anleger setzen auf Garantien

Sicherheit bleibt für viele Deutsche das wichtigste Kriterium bei der Geldanlage. Eine aktuelle Studie der BarmeniaGothaer zeigt: In einem Umfeld geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten rückt der Kapitalerhalt stärker in den Mittelpunkt. Für Vermittler verändert das auch die Erwartungen vieler Kunden an Beratung und Produktgestaltung.
Anton Buchhart, Vorstand der BarmeniaGothaer Asset ManagementAnton Buchhart, Vorstand der BarmeniaGothaer Asset ManagementBarmeniaGothaer
Generationenberatung

„Geldanlage ist eng mit der jeweiligen Lebensphase verknüpft“

Unabhängig vom Alter bleibt Sicherheit das wichtigste Kriterium bei der Geldanlage. Doch bei Flexibilität und Rendite zeigen sich deutliche Unterschiede – geprägt von Lebensphase und Risikoneigung.
Für die meisten Deutschen steht Sicherheit bei der Geldanlage weiterhin an erster Stelle. Das zeigt eine aktuelle repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der BarmeniaGothaer.Für die meisten Deutschen steht Sicherheit bei der Geldanlage weiterhin an erster Stelle. Das zeigt eine aktuelle repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der BarmeniaGothaer.BarmeniaGothaer
Finanzen

Geldanlage: Sicherheit vor Rendite – aber mit wachsender Risikobereitschaft

Für die meisten Deutschen steht Sicherheit bei der Geldanlage weiterhin an erster Stelle. Das zeigt eine aktuelle repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der BarmeniaGothaer. Während klassische Sparformen dominieren, gewinnt das Interesse an renditestärkeren Alternativen wie Fonds und Aktien langsam an Bedeutung.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht