Sicherheit schlägt Rendite: Drei Viertel der Anleger setzen auf Garantien

Veröffentlichung: 11.03.2026, 10:03 Uhr - Lesezeit 6 Minuten

Sicherheit bleibt für viele Deutsche das wichtigste Kriterium bei der Geldanlage. Eine aktuelle Studie der BarmeniaGothaer zeigt: In einem Umfeld geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten rückt der Kapitalerhalt stärker in den Mittelpunkt. Für Vermittler verändert das auch die Erwartungen vieler Kunden an Beratung und Produktgestaltung.

(PDF)
Anton Buchhart ist Mitglied des Vorstands de BarmeniaGothaer Asset Management AG und verantwortet dort das Middle und Back OfficeAnton Buchhart ist Mitglied des Vorstands de BarmeniaGothaer Asset Management AG und verantwortet dort das Middle und Back OfficeBarmeniaGothaer

Sicherheit bleibt wichtigstes Anlagekriterium

Bei der Geldanlage steht für viele Menschen in Deutschland weiterhin der Sicherheitsaspekt im Vordergrund. Das zeigt eine aktuelle Anlegerstudie der BarmeniaGothaer, die gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut forsa durchgeführt wurde. Demnach nennen 47 Prozent der Befragten eine möglichst hohe Sicherheit als wichtigsten Aspekt ihrer Geldanlage. Andere Kriterien folgen mit deutlichem Abstand: Flexibilität erreicht 26 Prozent, Rendite lediglich 13 Prozent. Nachhaltigkeit spielt mit acht Prozent eine noch geringere Rolle. „Geldanlage wird weiterhin als Instrument zur Sicherung der eigenen Stabilität verstanden, weniger als reine Renditechance“, ordnet Anton Buchhart, Vorstand des BarmeniaGothaer Asset Managements, die Ergebnisse ein. „Die hohe Sicherheitsorientierung ist Ausdruck eines wachsenden Bedürfnisses nach Planbarkeit in unsicheren Zeiten.“

Geopolitische Risiken verdrängen Klimasorgen

Neben den Anlagepräferenzen untersuchte die Studie auch, welche Sorgen die finanziellen Entscheidungen der Menschen beeinflussen. Dabei zeigt sich eine Verschiebung bei den wahrgenommenen Risiken. Globale politische Veränderungen gelten inzwischen als wichtigste Bedrohung für wirtschaftliche Stabilität. 83 Prozent der Befragten befürchten, dass geopolitische Entwicklungen die wirtschaftliche und gesellschaftliche Stabilität in Deutschland gefährden könnten. Im Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei 81 Prozent. Damit lösen geopolitische Risiken die Folgen des Klimawandels als wichtigste Einflussgröße ab. Zwar sorgen sich weiterhin viele Menschen vor klimabedingten Kostensteigerungen, doch der Anteil ist rückläufig: Während 2025 noch 84 Prozent entsprechende Befürchtungen äußerten, sind es aktuell 78 Prozent.

Auch steigende Preise bleiben ein zentrales Thema. 75 Prozent der Befragten erwarten, dass geopolitische Spannungen zu höheren Preisen führen könnten. Gleichzeitig sehen viele Menschen weiterhin ein Risiko durch Inflation: 63 Prozent befürchten eine Entwertung ihrer Geldanlagen durch steigende Lebenshaltungskosten. Zugleich wächst die Sorge um die langfristige finanzielle Absicherung. Mehr als jeder Zweite (52 Prozent) befürchtet inzwischen, dass die eigenen Geldanlagen im Alter nicht ausreichen könnten, um den aktuellen Lebensstandard zu halten. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 47 Prozent.

Garantien wichtiger als Renditechancen

Die Sicherheitsorientierung zeigt sich auch bei den bevorzugten Anlageformen. Drei Viertel der Befragten (75 Prozent) würden ein Produkt mit garantiertem Auszahlungsbetrag wählen, selbst wenn dadurch mögliche Renditechancen begrenzt sind. Für Anbieter stellt sich damit die Herausforderung, Sicherheit und Wachstumsperspektiven miteinander zu verbinden. „Sicherheit ist mittel- und langfristig betrachtet kein Gegensatz zu Wachstum“, erklärt Buchhart. „Langfristiger Vermögensaufbau braucht Diversifikation und eine Strategie, die einzelne oder temporäre Schwankungen aushalten kann. Sicherheit im Sinne einer täglichen vollen Verfügbarkeit kann jedoch zu keinem nennenswerten Vermögensaufbau führen.“

Versicherer sehen sich als Stabilitätsfaktor

Vor diesem Hintergrund betonen Versicherer ihre Rolle als langfristig orientierte Kapitalanleger. Als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit verwaltet die BarmeniaGothaer Kundengelder über eine eigene Vermögensverwaltungsgesellschaft. „Unsere Aufgabe ist es, Unsicherheit in Planbarkeit zu übersetzen“, sagt Buchhart. „Das bedeutet: individuelle Risikoprofile, transparente Beratung und langfristige Perspektiven statt kurzfristiger Marktreaktionen.“

Zur Studie:
Die Anlegerstudie wurde im Auftrag der BarmeniaGothaer Asset Management AG vom Meinungsforschungsinstitut forsa durchgeführt. Im Zeitraum vom 5. bis 8. Januar 2026 wurden 1.002 Bundesbürger ab 18 Jahren in computergestützten Telefoninterviews befragt. Die Auswahl erfolgte nach einem systematischen Zufallsverfahren und gilt als repräsentativ.

(PDF)

LESEN SIE AUCH

Anton Buchart, Vorstand BarmeniaGothaer Asset ManagementAnton Buchart, Vorstand BarmeniaGothaer Asset ManagementBarmeniaGothaer
Investment

Aktienboom erreicht Frauen langsamer als Männer

Immer mehr Menschen investieren in Aktien – doch Frauen bleiben am Kapitalmarkt weiterhin deutlich zurückhaltender als Männer. Eine neue Studie zeigt, wie stark Sicherheitsdenken und Altersvorsorge-Sorgen das Anlageverhalten prägen.
Für die meisten Deutschen steht Sicherheit bei der Geldanlage weiterhin an erster Stelle. Das zeigt eine aktuelle repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der BarmeniaGothaer.Für die meisten Deutschen steht Sicherheit bei der Geldanlage weiterhin an erster Stelle. Das zeigt eine aktuelle repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der BarmeniaGothaer.BarmeniaGothaer
Finanzen

Geldanlage: Sicherheit vor Rendite – aber mit wachsender Risikobereitschaft

Für die meisten Deutschen steht Sicherheit bei der Geldanlage weiterhin an erster Stelle. Das zeigt eine aktuelle repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der BarmeniaGothaer. Während klassische Sparformen dominieren, gewinnt das Interesse an renditestärkeren Alternativen wie Fonds und Aktien langsam an Bedeutung.
Anton Buchhart, Vorstand der BarmeniaGothaer Asset ManagementAnton Buchhart, Vorstand der BarmeniaGothaer Asset ManagementBarmeniaGothaer
Generationenberatung

„Geldanlage ist eng mit der jeweiligen Lebensphase verknüpft“

Unabhängig vom Alter bleibt Sicherheit das wichtigste Kriterium bei der Geldanlage. Doch bei Flexibilität und Rendite zeigen sich deutliche Unterschiede – geprägt von Lebensphase und Risikoneigung.
Die Hälfte der Deutschen misst nachhaltigem Investieren große Bedeutung bei – auch wenn das weniger Rendite bedeutet.Die Hälfte der Deutschen misst nachhaltigem Investieren große Bedeutung bei – auch wenn das weniger Rendite bedeutet.Grok
Finanzen

Nachhaltige Geldanlage: Jeder Zweite würde für den guten Zweck auf Rendite verzichten

Nachhaltigkeit ist bei der Geldanlage längst kein Nischenthema mehr. Eine neue forsa-Studie im Auftrag der BarmeniaGothaer zeigt: Die Hälfte der Deutschen misst nachhaltigem Investieren große Bedeutung bei – auch wenn das weniger Rendite bedeutet. Besonders hoch ist das Interesse bei der GenZ.

Unsere Themen im Überblick

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe aus zentralen Bereichen der Branche.

Themenwelt

Praxisnahe Beiträge zu zentralen Themen rund um Vorsorge, Sicherheit und Alltag.

Wirtschaft

Analysen, Meldungen und Hintergründe zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen.

Management

Strategien, Tools und Trends für erfolgreiche Unternehmensführung.

Recht

Wichtige Urteile, Gesetzesänderungen und rechtliche Hintergründe im Überblick.

Finanzen

Neuigkeiten zu Märkten, Unternehmen und Produkten aus der Finanzwelt.

Assekuranz

Aktuelle Entwicklungen, Produkte und Unternehmensnews aus der Versicherungsbranche.

Die neue Ausgabe kostenlos im Kiosk

Werfen Sie einen Blick in die aktuelle Ausgabe und überzeugen Sie sich selbst vom ExpertenReport. Spannende Titelstories, fundierte Analysen und hochwertige Gestaltung – unser Magazin gibt es auch digital im Kiosk.

"Nicht laut, aber immer noch relevant"
Ausgabe 05/26

"Nicht laut, aber immer noch relevant"

Wibke Becker - Generalbevollmächtigte & Leiterin Maklervertrieb - Continentale - Mannheimer - EUROPA
"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."
Ausgabe 03/26

"Ein kurzfristiges Strohfeuer machen wir nicht mit."

Frank Kettnaker und Christian Pape - Vorstand ALH Gruppe
"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."
Ausgabe 10/25

"Viele Eltern unterschätzen die finanziellen Folgen, wenn ihr Kind berufsunfähig wird."

Jens Göhner, Leiter Produktmanagement der Stuttgarter
"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"
Ausgabe 07/25

"Unabhängigkeit hat viele Gesichter"

Was bedeutet Unabhängigkeit im Versicherungsvertrieb wirklich?
"Das Gesamtpaket muss stimmen"
Ausgabe 05/25

"Das Gesamtpaket muss stimmen"

Bernd Einmold & Sascha Bassir
Kostenlos

Alle Ausgaben entdecken

Blättern Sie durch unser digitales Archiv im Kiosk und lesen Sie alle bisherigen Ausgaben des ExpertenReports. Zur Kiosk-Übersicht