Sicherheit schlägt Rendite: Drei Viertel der Anleger setzen auf Garantien
Sicherheit bleibt für viele Deutsche das wichtigste Kriterium bei der Geldanlage. Eine aktuelle Studie der BarmeniaGothaer zeigt: In einem Umfeld geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten rückt der Kapitalerhalt stärker in den Mittelpunkt. Für Vermittler verändert das auch die Erwartungen vieler Kunden an Beratung und Produktgestaltung.
Sicherheit bleibt wichtigstes Anlagekriterium
Bei der Geldanlage steht für viele Menschen in Deutschland weiterhin der Sicherheitsaspekt im Vordergrund. Das zeigt eine aktuelle Anlegerstudie der BarmeniaGothaer, die gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut forsa durchgeführt wurde. Demnach nennen 47 Prozent der Befragten eine möglichst hohe Sicherheit als wichtigsten Aspekt ihrer Geldanlage. Andere Kriterien folgen mit deutlichem Abstand: Flexibilität erreicht 26 Prozent, Rendite lediglich 13 Prozent. Nachhaltigkeit spielt mit acht Prozent eine noch geringere Rolle. „Geldanlage wird weiterhin als Instrument zur Sicherung der eigenen Stabilität verstanden, weniger als reine Renditechance“, ordnet Anton Buchhart, Vorstand des BarmeniaGothaer Asset Managements, die Ergebnisse ein. „Die hohe Sicherheitsorientierung ist Ausdruck eines wachsenden Bedürfnisses nach Planbarkeit in unsicheren Zeiten.“
Geopolitische Risiken verdrängen Klimasorgen
Neben den Anlagepräferenzen untersuchte die Studie auch, welche Sorgen die finanziellen Entscheidungen der Menschen beeinflussen. Dabei zeigt sich eine Verschiebung bei den wahrgenommenen Risiken. Globale politische Veränderungen gelten inzwischen als wichtigste Bedrohung für wirtschaftliche Stabilität. 83 Prozent der Befragten befürchten, dass geopolitische Entwicklungen die wirtschaftliche und gesellschaftliche Stabilität in Deutschland gefährden könnten. Im Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei 81 Prozent. Damit lösen geopolitische Risiken die Folgen des Klimawandels als wichtigste Einflussgröße ab. Zwar sorgen sich weiterhin viele Menschen vor klimabedingten Kostensteigerungen, doch der Anteil ist rückläufig: Während 2025 noch 84 Prozent entsprechende Befürchtungen äußerten, sind es aktuell 78 Prozent.
Auch steigende Preise bleiben ein zentrales Thema. 75 Prozent der Befragten erwarten, dass geopolitische Spannungen zu höheren Preisen führen könnten. Gleichzeitig sehen viele Menschen weiterhin ein Risiko durch Inflation: 63 Prozent befürchten eine Entwertung ihrer Geldanlagen durch steigende Lebenshaltungskosten. Zugleich wächst die Sorge um die langfristige finanzielle Absicherung. Mehr als jeder Zweite (52 Prozent) befürchtet inzwischen, dass die eigenen Geldanlagen im Alter nicht ausreichen könnten, um den aktuellen Lebensstandard zu halten. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 47 Prozent.
Garantien wichtiger als Renditechancen
Die Sicherheitsorientierung zeigt sich auch bei den bevorzugten Anlageformen. Drei Viertel der Befragten (75 Prozent) würden ein Produkt mit garantiertem Auszahlungsbetrag wählen, selbst wenn dadurch mögliche Renditechancen begrenzt sind. Für Anbieter stellt sich damit die Herausforderung, Sicherheit und Wachstumsperspektiven miteinander zu verbinden. „Sicherheit ist mittel- und langfristig betrachtet kein Gegensatz zu Wachstum“, erklärt Buchhart. „Langfristiger Vermögensaufbau braucht Diversifikation und eine Strategie, die einzelne oder temporäre Schwankungen aushalten kann. Sicherheit im Sinne einer täglichen vollen Verfügbarkeit kann jedoch zu keinem nennenswerten Vermögensaufbau führen.“
Versicherer sehen sich als Stabilitätsfaktor
Vor diesem Hintergrund betonen Versicherer ihre Rolle als langfristig orientierte Kapitalanleger. Als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit verwaltet die BarmeniaGothaer Kundengelder über eine eigene Vermögensverwaltungsgesellschaft. „Unsere Aufgabe ist es, Unsicherheit in Planbarkeit zu übersetzen“, sagt Buchhart. „Das bedeutet: individuelle Risikoprofile, transparente Beratung und langfristige Perspektiven statt kurzfristiger Marktreaktionen.“
Zur Studie:
Die Anlegerstudie wurde im Auftrag der BarmeniaGothaer Asset Management AG vom Meinungsforschungsinstitut forsa durchgeführt. Im Zeitraum vom 5. bis 8. Januar 2026 wurden 1.002 Bundesbürger ab 18 Jahren in computergestützten Telefoninterviews befragt. Die Auswahl erfolgte nach einem systematischen Zufallsverfahren und gilt als repräsentativ.
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