Publikumsfonds starten mit Rekordzuflüssen ins Jahr 2026

Veröffentlichung: 19.05.2026, 13:05 Uhr - Lesezeit 5 Minuten

Die Fondsbranche in Deutschland hat den stärksten Jahresauftakt ihrer Geschichte erlebt. Vor allem ETFs und Aktienfonds verzeichneten massive Mittelzuflüsse. Gleichzeitig ziehen Anleger weiter Geld aus offenen Immobilienfonds ab.

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Fondsgesellschaften flossen im ersten Quartal 2026 netto 40,1 Milliarden Euro neue Gelder zu.Fondsgesellschaften flossen im ersten Quartal 2026 netto 40,1 Milliarden Euro neue Gelder zu.pictavio / pixabay

Die Fondsgesellschaften in Deutschland sind mit Rekordzuflüssen ins Jahr 2026 gestartet. Nach aktuellen Zahlen des Branchenverbands BVI flossen offenen Publikumsfonds im ersten Quartal netto 33,6 Milliarden Euro neue Gelder zu – mehr als jemals zuvor in einem Auftaktquartal. Die bisherige Bestmarke aus dem Jahr 2000 wurde damit knapp übertroffen. Insgesamt sammelte die Fondsbranche zwischen Januar und März netto 40,1 Milliarden Euro ein. Neben Publikumsfonds verzeichneten auch offene Spezialfonds Zuflüsse in Höhe von 10,1 Milliarden Euro. Geschlossene Fonds legten um 0,6 Milliarden Euro zu. Aus Mandaten außerhalb klassischer Fondshüllen wurden dagegen netto 4,2 Milliarden Euro abgezogen.

ETFs dominieren den Absatzmarkt

Besonders stark entwickelte sich erneut das ETF-Geschäft. Mit 22,3 Milliarden Euro entfiel mehr als die Hälfte der Zuflüsse bei Publikumsfonds auf börsengehandelte Indexfonds. Bereits im Vorjahreszeitraum hatten ETFs hohe Mittelzuflüsse verzeichnet, die aktuelle Entwicklung übertrifft das Niveau jedoch nochmals deutlich. Vor allem Aktienfonds standen bei Anlegern hoch im Kurs. Sie sammelten insgesamt 19,4 Milliarden Euro ein, davon allein 18,7 Milliarden Euro über Aktien-ETFs. Damit setzt sich der Trend fort, dass viele Anleger zunehmend auf kostengünstige und breit diversifizierte Kapitalmarktprodukte setzen. Auch Rentenfonds verzeichneten Zuflüsse von 7,7 Milliarden Euro. Davon entfielen 3,2 Milliarden Euro auf Renten-ETFs. Geldmarktfonds sammelten weitere 5,1 Milliarden Euro ein – ein Hinweis darauf, dass trotz der starken Aktiennachfrage weiterhin ein Sicherheitsbedürfnis bei vielen Anlegern besteht.

Immobilienfonds bleiben unter Druck

Anders entwickelte sich erneut der Markt für offene Immobilienfonds. Hier zogen Anleger netto 1,8 Milliarden Euro ab. Bereits in den beiden Vorquartalen hatte es deutliche Mittelabflüsse gegeben. Der Bereich bleibt damit weiter unter Druck. Hintergrund sind unter anderem die veränderte Zinssituation, Unsicherheiten am Immobilienmarkt sowie die eingeschränkte Liquidität offener Immobilienfonds. Anleger müssen bei Fondsanteilen, die nach dem 21. Juli 2013 erworben wurden, vor einer Rückgabe zudem eine gesetzliche Kündigungsfrist von zwölf Monaten einhalten.

Verwaltetes Vermögen wächst deutlich

Trotz einzelner Schwächen wächst das verwaltete Vermögen der deutschen Fondsbranche weiter deutlich. Insgesamt verwalten Fondsgesellschaften inzwischen 4.855 Milliarden Euro für Anleger in Deutschland. Innerhalb von drei Jahren entspricht das einem Wachstum von rund 24 Prozent. Der größte Anteil entfällt weiterhin auf offene Spezialfonds für institutionelle Anleger mit 2.287 Milliarden Euro. Besonders stark vertreten sind dabei Altersvorsorgeeinrichtungen mit 811 Milliarden Euro sowie Versicherungsunternehmen mit 535 Milliarden Euro. Offene Publikumsfonds verwalten aktuell 1.841 Milliarden Euro. Davon entfallen 928 Milliarden Euro auf Aktienfonds – darunter allein 412 Milliarden Euro auf Aktien-ETFs. Mischfonds kommen auf 380 Milliarden Euro, Rentenfonds auf 301 Milliarden Euro. Das Nettovermögen offener Immobilienfonds liegt bei 110 Milliarden Euro.

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