Kfz-Versicherung unter Druck: Reparaturkosten steigen schneller als die Inflation
Die Kfz-Versicherer kämpfen weiter mit massiven Kostensteigerungen bei Ersatzteilen und Werkstätten. Laut GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen drohen auch 2025 nur minimale Erträge – trotz höherer Beiträge und steigender Prämieneinnahmen.
Die finanzielle Lage in der Kfz-Versicherung bleibt angespannt. Nach einer aktuellen GDV-Hochrechnung müssen die Versicherer in diesem Jahr rund 4,5 Prozent mehr für Schäden ausgeben als 2024. Ursache sind vor allem die erneut gestiegenen Preise für Ersatzteile und Werkstattstunden, die die allgemeine Inflation deutlich übertreffen. „Wir beobachten seit Jahren, dass sowohl die Ersatzteilpreise als auch die Werkstattkosten viel schneller steigen als die allgemeine Inflation. Und wir sehen keine Anzeichen dafür, dass sich diese Entwicklung abschwächt“, sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Nach GDV-Angaben legten die Ersatzteilpreise zuletzt um knapp sechs Prozent, die Stundensätze von Kfz-Werkstätten um rund acht Prozent zu. Die Folge: steigende Schadendurchschnitte und sinkende Erträge im größten deutschen Versicherungsspartensegment.
Fast fünf Milliarden Euro Verlust in zwei Jahren
In den Jahren 2023 und 2024 summierten sich die versicherungstechnischen Verluste der Kfz-Versicherer auf rund fünf Milliarden Euro – ein deutliches Signal für den anhaltenden wirtschaftlichen Druck in der Branche. Viele Gesellschaften reagierten mit Beitragsanpassungen, sodass die Einnahmen 2025 um etwa 14 Prozent über dem Vorjahr liegen dürften. Trotz dieser Entlastung rechnet der GDV nur mit einer leichten Verbesserung der Ertragslage. Im laufenden Jahr dürften die Versicherer lediglich drei Cent pro eingenommenem Euro als versicherungstechnischen Gewinn erzielen.
Preisdruck bleibt hoch
Angesichts der weiterhin steigenden Reparatur- und Ersatzteilkosten bleibt der Wettbewerb in der Kfz-Versicherung intensiv. Selbst kleine Kostenverschiebungen können über Rentabilität oder Verlust entscheiden – zumal die Branche mit wachsendem Aufwand in Schadenmanagement, Digitalisierung und Nachhaltigkeit konfrontiert ist.
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