Werkstatt teurer, Prämien höher – deutlich stärker als die allgemeine Inflation: Neue Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen, wie stark sich Kfz-Versicherung und Fahrzeugpflege im vergangenen Jahr verteuert haben.
Autofahren wird teurer, insbesondere die Absicherung gegen Schäden. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) stiegen die Preise für die Kfz-Versicherung im September 2025 um 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit verteuerten sich Versicherungsprämien fast fünfmal so stark wie die allgemeine Inflation, die im selben Zeitraum nur 2,4 Prozent betrug.
Auch bei Reparaturen und Wartung legten die Kosten deutlich zu: Für eine Pkw-Reparatur zahlten Verbraucherinnen und Verbraucher im Schnitt 5,5 Prozent mehr als im September 2024. Inspektionen verteuerten sich um 4,8 Prozent, Autowäschen um 3,6 Prozent.
Die Zahlen verdeutlichen, dass der Preisdruck in der Kfz-Versicherung nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Kundinnen und Kunden erreicht hat. Erst kürzlich hatte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) eine Hochrechnung veröffentlicht, wonach die Versicherer rund 4,5 Prozent mehr für Schäden ausgeben müssen als im Vorjahr. Die Hauptursachen sind identisch: steigende Ersatzteilpreise und höhere Werkstattlöhne.
Reparaturkosten treiben Prämien weiter nach oben
Seit Jahren steigen Ersatzteilpreise und Werkstattkosten deutlich schneller als die allgemeine Inflation. Der GDV spricht von einem langfristigen Trend, der sich 2025 sogar noch verstärkt hat. Im Vergleich zu 2023 haben die Kfz-Versicherer laut Branchenverband in nur zwei Jahren fast fünf Milliarden Euro Verlust erlitten. Viele Gesellschaften reagieren mit Prämienanpassungen, um die steigenden Schadenaufwendungen auszugleichen. Nach GDV-Berechnungen werden die Beitragseinnahmen 2025 um etwa 14 Prozent über dem Vorjahr liegen – ein Anstieg, der nun auch in den Verbraucherpreisen sichtbar wird.
Belastung auf beiden Seiten
Während sich die Versicherer mit wachsenden Schadenkosten konfrontiert sehen, spüren Autofahrerinnen und Autofahrer die Effekte unmittelbar in ihrer Geldbörse. Die aktuellen Destatis-Daten bestätigen, dass die Preisentwicklung auf dem Kfz-Markt kein vorübergehendes Phänomen ist, sondern Ausdruck einer strukturellen Kostenverschiebung. Wie sich dieser Trend auf das Neugeschäft, den Wettbewerb und die Versicherungswechselquote zum Jahresende auswirkt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen – doch fest steht: Die Preisspirale im Kfz-Markt dreht sich weiter.
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