Kfz-Versicherung nach der Krise: Beginnt im Herbst der nächste Preiskampf?

Veröffentlichung: 15.06.2026, 14:06 Uhr - Lesezeit 5 Minuten

Nach Jahren hoher Verluste hat die Kfz-Versicherung 2025 die Wende geschafft. Deutliche Beitragsanpassungen und ein vergleichsweise ruhiges Naturgefahrenjahr führten erstmals wieder zu positiven versicherungstechnischen Ergebnissen. Doch Entwarnung geben die Experten nicht. Der Wettbewerb bleibt intensiv – und die kommende Wechselsaison könnte zeigen, wie nachhaltig der Turnaround tatsächlich ist.

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Nach mehreren Jahren hoher Verluste hat sich die Ertragssituation in der Kfz-Versicherung verbessert. Ob die Beitragserhöhungen dauerhaft Bestand haben oder in der nächsten Wechselsaison ein neuer Preiswettbewerb beginnt, dürfte sich im Herbst zeigen.Nach mehreren Jahren hoher Verluste hat sich die Ertragssituation in der Kfz-Versicherung verbessert. Ob die Beitragserhöhungen dauerhaft Bestand haben oder in der nächsten Wechselsaison ein neuer Preiswettbewerb beginnt, dürfte sich im Herbst zeigen.Redaktion experten.de / KI-generiert

Die Kfz-Versicherung galt in den vergangenen Jahren als Sorgenkind der Schaden- und Unfallversicherer. Hohe Reparaturkosten, steigende Ersatzteilpreise, höhere Werkstattlöhne und immer komplexere Fahrzeugtechnik belasteten die Ergebnisse vieler Anbieter. Zahlreiche Versicherer schrieben Verluste oder mussten erhebliche Ergebnisrückgänge verkraften. 2025 hat sich die Situation jedoch spürbar verbessert. Wie aus dem aktuellen Marktausblick der Ratingagentur Assekurata hervorgeht, stiegen die Beitragseinnahmen in der Kraftfahrtversicherung um 13,4 Prozent und damit stärker als in jeder anderen großen Sparte. Ausschlaggebend waren vor allem umfangreiche Beitragsanpassungen nach mehreren verlustreichen Jahren.

Versicherer holen Kostensteigerungen nach

Die Entwicklung kommt nicht überraschend. Bereits seit Jahren hatten viele Versicherer Schwierigkeiten, die tatsächlichen Kostenentwicklungen ausreichend in ihre Tarife einzupreisen. Vor allem Ersatzteile, Werkstattstunden und technische Komponenten verteuerten sich deutlich schneller als viele Kalkulationen ursprünglich vorsahen. „Die fühlbaren Prämienanpassungen waren angesichts der vorherigen Verluste und der hohen Schadeninflation notwendig“, erklärt Dennis Wittkamp, Fachkoordinator Schaden- und Unfallversicherung bei Assekurata. Die höheren Beiträge halfen den Versicherern, einen Teil der aufgelaufenen Kostensteigerungen auszugleichen und die Profitabilität der Sparte wieder zu verbessern.

Mildes Schadenjahr unterstützt die Erholung

Neben den Beitragserhöhungen profitierte die Branche von einem weiteren Faktor: Größere Naturkatastrophen blieben 2025 weitgehend aus. Dadurch fiel die Schadenbelastung deutlich geringer aus als in den Vorjahren. Die Kombination aus höheren Prämieneinnahmen und niedrigeren Naturgefahrenschäden ermöglichte der Kfz-Versicherung die Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Für viele Marktteilnehmer markiert dies einen wichtigen Wendepunkt nach mehreren schwierigen Jahren.

Die eigentliche Bewährungsprobe steht noch bevor

Trotz der verbesserten Ergebnisse warnt Assekurata vor übertriebener Euphorie. „Der Turnaround in der Kraftfahrtversicherung ist ein wichtiges Signal für den Markt“, sagt Wittkamp. Gleichzeitig dürfe die Entwicklung nicht als Einladung verstanden werden, sofort wieder in einen aggressiven Preiswettbewerb einzusteigen. Genau hier sehen Marktbeobachter die größte Herausforderung für die kommenden Monate. Die Kfz-Versicherung zählt traditionell zu den wettbewerbsintensivsten Versicherungssparten Deutschlands. Besonders die jährliche Wechselsaison führt regelmäßig zu einem starken Preisvergleich unter den Anbietern.

Preisdisziplin wird zum Schlüsselfaktor

Sollten Versicherer nach den ersten positiven Ergebnissen wieder verstärkt über günstige Tarife Marktanteile gewinnen wollen, könnte der mühsam erreichte Erholungseffekt schnell verloren gehen. Assekurata mahnt deshalb zu einer nachhaltigen Kalkulation, die das aktuelle Kostenniveau realistisch berücksichtigt. Die Schadeninflation ist nicht verschwunden, und auch die technischen Entwicklungen bei modernen Fahrzeugen treiben die Reparaturkosten weiterhin nach oben.
Für Vermittler bedeutet dies, dass die Preisentwicklung in der kommenden Wechselsaison besonders aufmerksam beobachtet werden dürfte. Die Frage wird sein, ob die Branche die notwendige Tarifdisziplin aufrechterhalten kann oder ob einzelne Anbieter erneut über den Preis angreifen.

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