Fast jeder Fünfte setzt im Alter allein auf die gesetzliche Rente
Die meisten Deutschen planen ihren Ruhestand mit mehreren Einkommensquellen. Dennoch verlässt sich fast jeder Fünfte ausschließlich auf die gesetzliche Rente. Gleichzeitig zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Generationen: Während Jüngere verstärkt auf Kapitalanlagen setzen, kombinieren ältere Jahrgänge häufiger verschiedene Vorsorgebausteine.
Ob gesetzliche Rente, betriebliche Altersversorgung, private Rentenversicherung oder Kapitalanlagen – die Mehrheit der Deutschen plant ihren Ruhestand inzwischen mit mehreren Einkommensquellen. Nach dem aktuellen Allianz Vorsorge Index kommen Erwerbstätige im Durchschnitt auf 2,1 Vorsorgebausteine. Gleichzeitig zeigt die Studie jedoch eine auffällige Lücke: 19 Prozent der Befragten rechnen im Alter ausschließlich mit der gesetzlichen Rente.
Für die Untersuchung befragte Ipsos im Auftrag der Allianz Leben 1.000 Erwerbstätige sowie Kurzzeitarbeitslose und Menschen in Erziehungs- oder Care-Arbeit im Alter zwischen 25 und 65 Jahren.
Gesetzliche Rente bleibt Fundament – aber nicht für alle ausreichend
Die gesetzliche Rente bleibt die wichtigste Säule der Altersvorsorge. 78 Prozent der Befragten erwarten daraus Einkünfte im Ruhestand. Dahinter folgen die betriebliche Altersversorgung mit 39 Prozent und private Rentenversicherungen mit 36 Prozent. Jeder Dritte plant darüber hinaus mit Erträgen aus Kapitalanlagen.
Gleichzeitig zeigt die Studie, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung keine zusätzliche Einkommensquelle aufgebaut hat. Besonders häufig trifft dies auf Menschen kurz vor dem Ruhestand zu: In der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen verlassen sich 21 Prozent ausschließlich auf die gesetzliche Rente. Überdurchschnittlich betroffen sind zudem Frauen sowie Teilzeitbeschäftigte.
Generationen setzen unterschiedliche Schwerpunkte
Auch bei der Zusammensetzung der Altersvorsorge zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Generationen. Jüngere Menschen beziehen Kapitalanlagen häufiger in ihre Ruhestandsplanung ein. Innerhalb der Generation Z rechnen 38 Prozent mit entsprechenden Einkünften. Bei den Babyboomern liegt dieser Anteil bei 31 Prozent. Während jüngere Jahrgänge stärker auf Wertpapieranlagen setzen, kombinieren ältere Befragte häufiger gesetzliche Rente, betriebliche Altersversorgung und private Vorsorge. Die Studie deutet damit auf unterschiedliche Strategien beim Vermögensaufbau hin, die sich sowohl aus dem Lebensalter als auch aus den jeweiligen Sparbiografien ergeben.
Reform soll Zugang zur privaten Vorsorge erleichtern
Vor dem Hintergrund der geplanten Reform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge gewinnt die Zusammensetzung der Vorsorgebausteine zusätzliche Bedeutung. Ziel der Reform ist es, den Zugang zu geförderten Vorsorgeprodukten zu vereinfachen und mehr Menschen zum Aufbau zusätzlicher Einkommensquellen für den Ruhestand zu bewegen.
Die Ergebnisse des Allianz Vorsorge Index zeigen zugleich, dass viele Erwerbstätige bereits heute auf mehrere Bausteine setzen. Gleichzeitig bleibt die Gruppe derjenigen, die ausschließlich auf die gesetzliche Rente vertraut, groß. Für die Diskussion über die Zukunft der Altersvorsorge liefert die Studie damit einen weiteren Hinweis darauf, wie unterschiedlich die Vorsorgestrategien in Deutschland inzwischen ausfallen.
Warum Kapitalanlagen allein die Rentenlücke nicht schließen
Die wachsende Bedeutung von Kapitalanlagen bedeutet nach Einschätzung der Studienautoren nicht zwangsläufig, dass klassische Vorsorgeprodukte an Bedeutung verlieren. Vielmehr werden Wertpapierdepots zunehmend als Ergänzung zum langfristigen Vermögensaufbau genutzt, während lebenslange Rentenzahlungen weiterhin vor allem über gesetzliche, betriebliche und private Rentensysteme organisiert werden.
Gerade vor dem Hintergrund der geplanten Reform der privaten Altersvorsorge dürfte deshalb die Frage an Bedeutung gewinnen, wie unterschiedliche Vorsorgebausteine künftig miteinander kombiniert werden können.
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