Rentenwelle der Babyboomer: Jeder Fünfte geht vorzeitig in den Ruhestand

Veröffentlichung: 13.06.2025, 13:06 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Die Frühverrentung der Babyboomer belastet das Rentensystem deutlich, warnt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Eine neue Auswertung zeigt, dass zum Jahresende 2023 bereits 900.000 Personen aus den Geburtsjahrgängen 1958 bis 1969 eine gesetzliche Altersrente bezogen – ohne das gesetzliche Rentenalter erreicht zu haben. Bei den älteren Babyboomern (Jahrgänge 1954 bis 1957) lag die Frühverrentungsquote sogar bei 44 Prozent.

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Die Frühverrentung der Babyboomer belastet das Rentensystem deutlich, warnt das Institut der deutschen Wirtschaft (Symbolbild).Die Frühverrentung der Babyboomer belastet das Rentensystem deutlich, warnt das Institut der deutschen Wirtschaft (Symbolbild).DALL-E

Die Analyse des IW basiert auf Vollerhebungen der Deutschen Rentenversicherung. Sie macht deutlich, dass das Renteneintrittsalter in der Praxis nur selten dem offiziellen Regelalter entspricht – trotz politischer Reformen seit 2012. Die Ursache: „Die Abschläge beim vorzeitigen Renteneintritt sind zu gering“, argumentieren die Autorinnen Ruth Maria Schüler und Stefanie Seele. Bereits nach 35 Versicherungsjahren ist eine abschlagsbehaftete Rente ab 63 Jahren möglich. Nach 45 Jahren sogar ohne Abzüge.

Ein teurer Trend für die Rentenkasse

Die vorzeitigen Rentenzugänge wiegen schwer: Je länger Menschen früher in Rente gehen, desto länger müssen Rentenzahlungen ohne zusätzliche Beiträge finanziert werden. Das IW sieht hier ein „Systemrisiko“, gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels. Denn bis 2036 wird der Großteil der rund 19,5 Millionen Babyboomer das Erwerbsleben verlassen haben. Laut IW besteht dringender Handlungsbedarf. Die Frühverrentung müsse begrenzt werden, um das System nachhaltig zu stabilisieren.

IW fordert Kurswechsel in der Rentenpolitik

Die Studienautorinnen fordern gezielte Maßnahmen gegen den Frühruhestand: „Zur Stabilisierung des Rentensystems sollten Beitragszahler möglichst lange einzahlen“, so Ruth Maria Schüler. Stefanie Seele ergänzt: „Die Bundesregierung muss dringend die Frühverrentung stoppen, um die gut ausgebildeten Babyboomer im Arbeitsmarkt zu halten.“ Statt Frühverrentung brauche es mehr Anreize für längere Erwerbsphasen.

Die Zahlen machen deutlich: Rentenpolitik ist Generationenpolitik. Und ohne Kurskorrektur droht eine Schieflage, die auf lange Sicht nicht mehr tragfähig sein könnte.

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