Rentenwelle: Babyboomer verlassen den Arbeitsmarkt

Veröffentlichung: 03.09.2025, 11:09 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Die Babyboomer verlassen den Arbeitsmarkt – bis 2039 erreichen rund 13,4 Millionen Erwerbspersonen das gesetzliche Rentenalter. Das entspricht etwa 31 Prozent der heutigen Erwerbsbevölkerung, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Der demografisch bedingte Rückzug der geburtenstarken Jahrgänge wird nicht nur das Arbeitskräfteangebot deutlich reduzieren – auch das Rentensystem steht unter Druck.

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13,4 Millionen Menschen erreichen bis 2039 das gesetzliche Rentenalter – Babyboomer verlassen den Arbeitsmarkt13,4 Millionen Menschen erreichen bis 2039 das gesetzliche Rentenalter – Babyboomer verlassen den ArbeitsmarktDALL-E

Demografischer Wandel trifft den Arbeitsmarkt mit voller Wucht

Bereits im Jahr 2024 waren die jüngeren Babyboomer (55–59 Jahre) mit 5,6 Millionen Personen die größte Altersgruppe unter den Erwerbstätigen. Zusammen mit den 60- bis 64-Jährigen (4,4 Mio.) stellten sie rund 10 Millionen Erwerbspersonen – mehr als jede der jüngeren Altersgruppen.

cms.ntciiDestatis 2025

Zwar weisen die 35- bis 54-Jährigen Erwerbsquoten von knapp 90 Prozent auf, doch ihre absolute Zahl reicht nicht an die der Babyboomer heran. Die nachfolgenden Generationen werden die demografische Lücke nicht schließen können.

Erwerbstätigkeit Älterer steigt – reicht aber nicht aus

Zwar waren im Jahr 2024 noch 82 Prozent der 58-Jährigen erwerbstätig (2014: 74 Prozent), bei den 60-Jährigen lag die Quote bereits etwas niedriger bei 79 Prozent (2014: 69 Prozent). Ab dem Alter von 62 Jahren sinkt die Erwerbsbeteiligung deutlich: 70 Prozent waren in diesem Alter noch beruflich aktiv (2014: 56 Prozent), mit 64 Jahren nur noch 46 Prozent (2014: 33 Prozent). Im Alter von 66 beziehungsweise 68 Jahren lag die Erwerbstätigenquote schließlich bei nur noch 22 bzw. 16 Prozent (2014: 15 bzw. 11 Prozent) – ein Großteil der Beschäftigten war zu diesem Zeitpunkt bereits aus dem Erwerbsleben ausgeschieden.

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Politische Konsequenzen drohen

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung gewinnt die Diskussion über eine längere Lebensarbeitszeit, flexiblere Übergänge in den Ruhestand sowie die Reaktivierung älterer Fachkräfte an Bedeutung. Angesichts der prognostizierten Engpässe wird die nachhaltige Sicherung des Arbeitskräfteangebots zu einer zentralen Herausforderung für Arbeitsmarkt- und Rentenpolitik.

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