Rentenillusion hält sich: Viele setzen weiter auf den Staat

Veröffentlichung: 04.05.2026, 06:05 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Die Verantwortung für die Altersvorsorge wird weiterhin stark beim Staat gesehen – besonders von jungen Menschen. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für die Grenzen des Systems.

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Viele Menschen setzen weiterhin auf den Staat bei der Altersvorsorge – gleichzeitig wächst das Bewusstsein für die Grenzen des Systems.Viele Menschen setzen weiterhin auf den Staat bei der Altersvorsorge – gleichzeitig wächst das Bewusstsein für die Grenzen des Systems.Redaktion experten.de / KI-generiert

Die gesetzliche Rente bleibt für viele Menschen in Deutschland der zentrale Bezugspunkt der Altersvorsorge – trotz wachsender Zweifel an ihrer Leistungsfähigkeit. Laut aktuellem Vorsorge-Report der AXA sehen 35 Prozent der Bevölkerung den Staat in der Hauptverantwortung für eine ausreichende Absicherung im Alter. Besonders ausgeprägt ist diese Haltung bei jüngeren Menschen: In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen liegt der Anteil bei 40 Prozent.

Zwischen Erwartung und Realität

Gleichzeitig zeigt die Studie, dass das Vertrauen in die alleinige Tragfähigkeit der gesetzlichen Rente begrenzt ist. 51 Prozent der Befragten geben an, sich nicht ausschließlich auf die gesetzliche Absicherung verlassen zu wollen. Weitere 31 Prozent sehen eine geteilte Verantwortung zwischen Staat, Unternehmen und individueller Vorsorge.
Damit entsteht ein Spannungsfeld zwischen Erwartung und Eigenverantwortung, das die Diskussion um die Zukunft des Rentensystems prägt.

„Dabei ist es die junge Generation, die unter dem aktuellen gesetzlichen Rentensystem besonders leiden muss. Sie muss heute die Ausgaben für unsere alternde Gesellschaft stemmen, obwohl sie zukünftig nur noch eine deutlich geringere Rente vom Staat zu erwarten hat. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung der jungen Menschen immer weiter. Sie werden länger von einer geringeren gesetzlichen Rente leben müssen, die schon heute nicht mehr ausreicht, um den Lebensstandard zu halten. Daran wird keine Rentenreform etwas ändern. Umso wichtiger ist es, in die eigene private Altersvorsorge zu investieren. Nur die sichert ein Leben lang zusätzlich ab“, sagt Karsten Dietrich.

Vorsorge beeinflusst die Erwartung an den Ruhestand

Auffällig ist zudem der Zusammenhang zwischen Vorsorgeverhalten und Zukunftserwartung: Insgesamt 54 Prozent der Befragten blicken mit Freude auf ihren Ruhestand. Unter denjenigen, die regelmäßig privat vorsorgen, liegt dieser Anteil mit 57 Prozent noch höher.
Die Ergebnisse legen nahe, dass finanzielle Vorbereitung nicht nur die materielle Absicherung beeinflusst, sondern auch die Wahrnehmung der eigenen Zukunft.

Über die Studie:
Für die Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag von AXA 2.044 Personen in Deutschland online befragt. Die Ergebnisse der Befragung zwischen dem 18. und 20. März 2026 sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

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