Fondspolicen: IVFP nimmt Investmentqualität stärker unter die Lupe
Das IVFP stellt sein Fondspolicenrating neu auf: 117 Tarife von 31 Anbietern wurden nach Investmentqualität untersucht. Neben Nachhaltigkeit rücken Fondsauswahl, Kosten, Rendite- und Risikoeigenschaften sowie Transparenz stärker in den Mittelpunkt. Die veröffentlichte Privatrenten-Auswertung zeigt ein breites Spitzenfeld – aber keineswegs nur Bestnoten.
Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) hat sein Rating für fondsgebundene Versicherungen weiterentwickelt und veröffentlicht die Untersuchung erstmals unter dem Namen „Fondspolicen-Investmentrating“. Insgesamt wurden 117 Tarife von 31 Anbietern aus den Bereichen Privatrente, Basisrente und betriebliche Altersversorgung untersucht.
Veröffentlicht hat das IVFP zunächst die Ergebnisse für die Privatrente. Begründet wird die Auswahl mit der dort besonders großen Fondsauswahl, die einen breiten Überblick über die verfügbaren Investmentmöglichkeiten ermögliche.
Mehr als Nachhaltigkeit entscheidet über die Bewertung
Mit der Neuausrichtung verbreitert das IVFP den Blick auf die Investmentqualität einer Fondspolice. Nachhaltigkeitskriterien bleiben Bestandteil der Untersuchung, stehen jedoch nicht allein im Zentrum. Bewertet werden unter anderem Breite und Struktur des Fondsangebots, Kosten, Rendite- und Risikoeigenschaften sowie Transparenz. Hinzu kommt die Frage, wie die angebotene Fondspalette ausgewählt und fortlaufend weiterentwickelt wird.
„Eine leistungsfähige Fondspolice zeichnet sich heute durch mehr aus, als durch einzelne thematische Schwerpunkte“, sagt Georg Goedeckemeyer, Leiter Rating beim IVFP. Entscheidend sei, ob Kunden Zugang zu einem vielseitigen, nachvollziehbar zusammengestellten und fortlaufend gepflegten Fondsangebot erhielten.
Damit bewertet das IVFP allerdings nicht die Fondspolice insgesamt, sondern legt den Schwerpunkt auf deren Investmentqualität. Die Ergebnisse sollten entsprechend nicht mit einer Gesamtbewertung sämtlicher Produktmerkmale einer Rentenversicherung gleichgesetzt werden.
Aktive Serviceversicherer: 15 Anbieter erreichen „Exzellent“
Bei den Serviceversicherern mit aktiver Fondsauswahl bildet sich eine große Spitzengruppe. Insgesamt 15 Anbieter erhalten die Gesamtnote „Exzellent“: Allianz, AXA, BarmeniaGothaer, ERGO Life, ERGO Vorsorge, HDI, Helvetia, LV 1871, Münchener Verein, SIGNAL IDUNA, Standard Life, Stuttgarter, VOLKSWOHL BUND, WWK und Zurich Deutscher Herold.
Weitere elf Anbieter werden mit „Sehr gut“ bewertet. Acht erreichen die Note „Gut“. Als einziger Anbieter in dieser Kategorie erhält die INTER Lebensversicherung für ihre „MeinLeben Rentenversicherung“ die Gesamtnote „Befriedigend“.
Damit landen 26 der 35 aufgeführten Serviceversicherer mit aktiver Fondsauswahl mindestens in der zweitbesten Bewertungsstufe. Gleichzeitig reicht die Skala tatsächlich über vier Notenstufen – die Untersuchung produziert also nicht ausschließlich Spitzenbewertungen.
Selektive Fondsauswahl: Kleineres Feld mit acht Anbietern
Daneben unterscheidet das IVFP Tarife mit einem selektiven Ansatz. Hier fällt das Teilnehmerfeld deutlich kleiner aus. Die Bayern-Versicherung mit „PrivatRente VisionInvest“, die Bayerische mit „Blue Invest“ und ERGO Life mit der „ERGO Zukunfts-Rente Chance“ erhalten jeweils die Bewertung „Exzellent“.
Mit „Sehr gut“ bewertet das IVFP die Stuttgarter „FlexRente performance+ mit ZweiZukünfte“ sowie „VPV Go Invest“. Die Concordia oeco mit „oecoinvest plus“, uniVersa mit „topgreeninvest RENTE“ sowie VOLKSWOHL BUND mit „FONDS PUR NEXT“ beziehungsweise „FONDS MODERN NEXT“ erreichen „Gut“. Damit reicht die Bewertung im selektiven Feld von „Exzellent“ bis „Gut“.
Aktiv und Selektiv stehen für unterschiedliche Auswahlkonzepte
Die Einteilung in „Aktiv“ und „Selektiv“ soll nach Angaben des IVFP unterschiedliche Beratungs- und Auswahlkonzepte berücksichtigen. Die Tarife werden entsprechend der Ausgestaltung ihrer Fondsauswahl einer der beiden Kategorien zugeordnet. Das ist für die Interpretation der Ergebnisse wichtig: Die beiden Gruppen bilden unterschiedliche Ansätze ab und sollten deshalb nicht als gemeinsame Rangliste gelesen werden.
Auch innerhalb einer Bewertungsstufe veröffentlicht das IVFP keine klassische Rangfolge. Die Ergebnisse werden nach Bewertungsstufen und anschließend alphabetisch dargestellt. Das Institut grenzt sein Rating ausdrücklich von einem Ranking ab, das lediglich eine Reihenfolge der untersuchten Produkte erzeugt.
Rating bildet vor allem die Investmentseite der Police ab
Mit der Neuausrichtung reagiert das IVFP auf die wachsende Bedeutung der Kapitalanlage innerhalb fondsgebundener Altersvorsorgeprodukte. Neben der bloßen Zahl verfügbarer Fonds rückt damit stärker die Frage in den Vordergrund, wie das Fondsuniversum zusammengestellt, bewertet und gepflegt wird.
Für Vermittler kann das Rating damit einen Anhaltspunkt für die Investmentarchitektur einer Fondspolice liefern. Für die Produktauswahl bleibt jedoch entscheidend, die Bewertung richtig einzuordnen: Eine hohe Investmentnote bedeutet nicht automatisch, dass ein Tarif auch unter sämtlichen anderen Kriterien einer Altersvorsorgelösung die beste Wahl darstellt.
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