IVFP-Rating 2026: Fondspolicen und flexible Privatrenten gewinnen an Bedeutung

Veröffentlichung: 19.05.2026, 14:05 Uhr - Lesezeit 6 Minuten

Das IVFP hat sein Privatrenten-Rating 2026 veröffentlicht. Die Analyse zeigt einen Markt im Wandel: Fondsgebundene Lösungen, flexible Auszahlungsmodelle und ETF-Angebote gewinnen weiter an Bedeutung. Klassische Garantiekonzepte bleiben zwar relevant, verlieren aber an Dominanz.

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Fondsgebundene Privatrenten, ETF-Angebote und flexible Auszahlungsmodelle gewinnen im Markt der privaten Altersvorsorge zunehmend an Bedeutung.Fondsgebundene Privatrenten, ETF-Angebote und flexible Auszahlungsmodelle gewinnen im Markt der privaten Altersvorsorge zunehmend an Bedeutung.Redaktion experten.de / KI-generiert

Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) hat sein aktuelles Privatrenten-Rating 2026 abgeschlossen und dafür 107 Privatrentenprodukte von 41 Anbietern untersucht. Bewertet wurden die Tarife anhand von mehr als 100 Einzelkriterien in den Bereichen Unternehmen, Rendite, Flexibilität und Transparenz. Die Ergebnisse zeigen einen Markt, der sich zunehmend in Richtung flexibler und kapitalmarktnaher Vorsorgelösungen entwickelt. Während klassische Rentenversicherungen angesichts des gestiegenen Zinsniveaus weiterhin Bestand haben, gewinnen fondsgebundene Produkte laut IVFP deutlich an Bedeutung.

Flexibilität wird zum zentralen Wettbewerbsfaktor

Nach Einschätzung des IVFP reagieren viele Anbieter auf die veränderten Anforderungen der Kunden mit stärker individualisierbaren Produkten. Besonders wichtig werden dabei flexible Garantien, variable Entnahmemöglichkeiten und breitere Fondsauswahlen. So lassen inzwischen rund 60 Prozent der untersuchten Produkte Anpassungen der Garantien während der Ansparphase zu. Gleichzeitig erweitern viele Versicherer ihre Möglichkeiten in der Leistungsphase. Neben klassischer Verrentung und Kapitalauszahlung gewinnen Auszahlpläne und flexible Entnahmeoptionen an Bedeutung.
Auch ETFs sind inzwischen praktisch flächendeckend angekommen. Nach Angaben des IVFP enthält mittlerweile jedes fondsgebundene Produkt im Rating eine ETF-Auswahl. „Wir sehen eine dynamische Entwicklung – Anbieter, die Transparenz fördern, Kosten optimieren und flexible Auszahlungsmodelle anbieten, konnten im aktuellen Rating besonders überzeugen“, erklärt Dr. Andreas Kick, Geschäftsführer des IVFP.

Markt verschiebt sich Richtung Kapitalmarktprodukte

Die Ratingergebnisse bestätigen damit einen Trend, der sich seit einigen Jahren zunehmend verstärkt: Private Altersvorsorge entfernt sich schrittweise von rein klassischen Garantieprodukten und orientiert sich stärker am Kapitalmarkt. Besonders stark vertreten sind fondsgebundene Privatrenten – sowohl mit als auch ohne Garantien. Gerade Produkte mit flexiblen Garantiebausteinen schneiden im aktuellen Rating vielfach sehr gut ab. Zu den mehrfach ausgezeichneten Anbietern zählen unter anderem Allianz, AXA, ERGO, neue leben, Nürnberger, Alte Leipziger, LV 1871 und Provinzial. In mehreren Kategorien erreichten sie Bewertungen von „Exzellent“. Auffällig ist zudem, dass sich Transparenz und digitale Services zunehmend als Qualitätsmerkmale etablieren. Anbieter mit klaren Kostenmodellen und erweiterten digitalen Serviceangeboten konnten sich laut IVFP vielfach verbessern.

Unterschiedliche Produktwelten bleiben bestehen

Trotz der stärkeren Kapitalmarktorientierung bleibt der Markt weiterhin breit aufgestellt. Das IVFP unterscheidet im aktuellen Rating sechs Produktkategorien:

  • Klassik
  • Klassik Plus
  • Indexpolicen
  • Fondsgebundene Produkte mit Garantie
  • Fondsgebundene Produkte ohne Garantie
  • Comfort-Produkte

Gerade im Bereich fondsgebundener Policen ohne Garantien zeigt sich die zunehmende Verschiebung hin zu renditeorientierten Vorsorgelösungen. Gleichzeitig bleiben klassische und hybride Modelle relevant – insbesondere für sicherheitsorientierte Kunden.

Das IVFP betont, dass die langfristigen Laufzeiten privater Rentenprodukte hohe Anforderungen an Transparenz und Anpassungsfähigkeit stellen. Die Weiterentwicklung der Methodik solle deshalb helfen, Marktveränderungen frühzeitig sichtbar zu machen. „Unser Ziel ist es, Vermittlern und Verbraucherinnen und Verbrauchern die Sicherheit zu geben, die sie für fundierte Entscheidungen brauchen“, erklärt Georg Goedeckemeyer, Bereichsleiter Rating beim IVFP.

Vermittler stehen vor komplexerer Beratung

Mit der wachsenden Produktvielfalt steigt zugleich der Beratungsbedarf. Unterschiede bei Garantien, Fondsstrategien, Entnahmemöglichkeiten und Kostenstrukturen machen Privatrenten zunehmend erklärungsintensiv. Für Vermittler gewinnt damit die Einordnung von Chancen und Risiken verschiedener Kapitalanlagemodelle weiter an Bedeutung. Gleichzeitig dürfte der Wettbewerb künftig stärker über Flexibilität, Transparenz und digitale Prozesse geführt werden.
Das vollständige Rating veröffentlicht das IVFP über die Plattform fairgleichen.net sowie auf der eigenen Website.

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