Volkswohl Bund wächst mit Altersvorsorge und Biometrie

Veröffentlichung: 02.06.2026, 10:06 Uhr - Lesezeit 6 Minuten

Der Volkswohl Bund hat 2025 ein erfolgreiches Geschäftsjahr abgeschlossen. Besonders gefragt waren fondsgebundene Altersvorsorgeprodukte, betriebliche Altersversorgung sowie biometrische Absicherungen. Die Zahlen fallen in eine Phase, in der sich der Versicherer bereits auf die neue Altersvorsorgewelt ab 2027 vorbereitet und vor vorschnellen digitalen „Klick-Lösungen“ warnt.

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Hauptverwaltung der Volkswohl Bund Versicherungen in DortmundHauptverwaltung der Volkswohl Bund Versicherungen in DortmundVolkswohl Bund

Die VOLKSWOHL BUND Lebensversicherung a.G. hat ihre Beitragseinnahmen im Geschäftsjahr 2025 um 3,3 Prozent auf rund 1,7 Milliarden Euro gesteigert. Besonders bemerkenswert: Während das Geschäft mit laufenden Beiträgen in der Branche nahezu stagnierte, legte der Dortmunder Versicherer in diesem Bereich ebenfalls um 3,3 Prozent auf rund 1,5 Milliarden Euro zu. Auch das Neugeschäft entwickelte sich besser als erwartet. Die Beitragssumme des Neuzugangs stieg um 4,6 Prozent auf rund 5,5 Milliarden Euro.

Altersvorsorge bleibt Wachstumsmotor

Den größten Anteil am Neugeschäft hatte erneut die Altersvorsorge. Rund 85 Prozent des gesamten Neugeschäfts entfielen auf diesen Bereich. Besonders gefragt blieben fondsgebundene Lösungen, die 89 Prozent des Altersvorsorgegeschäfts ausmachten. Die Beitragssumme der Fondspolicen erhöhte sich auf rund 4,2 Milliarden Euro. Die Zahlen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Branche intensiv über die geplante Altersvorsorgereform diskutiert. Der Volkswohl Bund hatte sich zuletzt als einer der ersten Lebensversicherer öffentlich positioniert und darauf hingewiesen, dass die neue Vorsorgewelt zwar kapitalmarktnäher, aber nicht automatisch einfacher werde. Im Beitrag „Altersvorsorge-Depot: Volkswohl Bund warnt vor Klick-Lösungen“ hatte das Unternehmen argumentiert, dass Kunden künftig vor deutlich komplexeren Entscheidungen stehen werden und qualifizierte Beratung deshalb wichtiger statt überflüssiger werde. Die Geschäftszahlen zeigen nun, dass der Versicherer gerade in den kapitalmarktnahen Vorsorgelösungen bereits heute stark aufgestellt ist.

Betriebliche Altersversorgung legt deutlich zu

Überdurchschnittlich entwickelte sich auch die betriebliche Altersversorgung. Die Beitragssumme stieg hier um 17,9 Prozent auf rund 1,3 Milliarden Euro. Damit gehört die betriebliche Altersversorgung weiterhin zu den dynamischsten Geschäftsfeldern des Unternehmens. Angesichts der politischen Diskussion über verpflichtende oder automatisierte Vorsorgemodelle dürfte die betriebliche Altersversorgung auch in den kommenden Jahren ein zentrales Wachstumsfeld bleiben.

Hohe Nachfrage nach Arbeitskraftabsicherung

Neben der Altersvorsorge profitierte der Volkswohl Bund von einer anhaltend hohen Nachfrage nach biometrischen Produkten. Die Beitragssumme im Neugeschäft stieg hier um 8,7 Prozent auf 801 Millionen Euro. Dazu zählen insbesondere Berufsunfähigkeits- und Grundfähigkeitsversicherungen. Für Leistungsfälle im Bereich der Arbeitskraftabsicherung zahlte der Versicherer im vergangenen Jahr 145 Millionen Euro aus. Über alle Lebensversicherungssparten hinweg beliefen sich die Leistungen an Versicherte auf insgesamt 797 Millionen Euro.

Breite Kapitalanlage mit Fokus auf Rendite

Die für Kunden angelegten Kapitalanlagen erhöhten sich um zwei Prozent auf rund 18,6 Milliarden Euro. Aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus investierte der Versicherer verstärkt in klassische Festzinsanlagen. Gleichzeitig blieb das Portfolio breit diversifiziert. Zu den Anlageklassen zählen:

  • Unternehmens- und Staatsanleihen,
  • Aktien,
  • Immobilien,
  • Private Equity,
  • Infrastruktur,
  • sowie Projekte im Bereich erneuerbare Energien.

Die erwartete Rendite der gesamten Neuanlage beziffert der Versicherer auf 4,3 Prozent.

Auch Sachversicherung wächst

Die VOLKSWOHL BUND Sachversicherung AG, die ihre Produkte unter der Marke PROKUNDO vertreibt, steigerte ihre Beitragseinnahmen um 3,5 Prozent auf 105,8 Millionen Euro. Wachstumstreiber war insbesondere die Unfallversicherung mit einem Plus von 7,3 Prozent. Der Jahresüberschuss nach Steuern lag bei 3,6 Millionen Euro.

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