Elektroautos sind versichert – viele wissen es nur nicht
Elektroautos gehören längst zum Straßenbild. Beim Versicherungsschutz herrscht jedoch weiterhin große Unsicherheit. Eine aktuelle Umfrage zeigt: Viele Autofahrer unterschätzen den Umfang der Kaskoleistungen – obwohl zahlreiche E-Auto-Risiken heute längst zum Standard moderner Tarife gehören.
Brennende Elektroautos sorgen regelmäßig für Schlagzeilen. Gleichzeitig glauben viele Autofahrer offenbar, dass solche Schäden versicherungstechnisch ein Sonderfall sind. Eine aktuelle Umfrage von DA Direkt zeigt jedoch ein anderes Bild: Sieben von zehn Bundesbürgern wissen nicht, dass Brandschäden an Elektroautos bereits über die Teilkaskoversicherung abgesichert sind. Dabei unterscheiden Kaskoversicherungen bei Brandschäden grundsätzlich nicht zwischen Fahrzeugen mit Elektro- oder Verbrennungsmotor. „Brandschäden sind unabhängig von der Antriebsart sowohl über die Vollkasko als auch über die Teilkaskoversicherung abgedeckt“, sagt Silvia Künnemann, Leiterin Product & Customer Experience bei DA Direkt.
Viele Besonderheiten sind längst Standard
Die Unsicherheit beschränkt sich nicht auf Brandschäden. Auch bei anderen typischen Fragen rund um Elektrofahrzeuge unterschätzen viele Autofahrer den heutigen Leistungsumfang moderner Kfz-Versicherungen. So zählt der Akku als teuerstes Bauteil eines Elektroautos bei den meisten Tarifen inzwischen zum regulären Versicherungsschutz. Neben klassischen Unfall- oder Brandschäden schließen viele Versicherer zusätzliche Risiken wie Blitzschlag, Überspannung oder Kosten für Ausbau und Entsorgung des Energiespeichers ein. Auch beim Laden bieten zahlreiche Tarife inzwischen spezielle Leistungen. Dazu gehören je nach Vertrag unter anderem Schäden durch Kurzschluss oder Überspannung während des Ladevorgangs sowie die Mitversicherung von Ladekabeln, mobilen Ladegeräten oder Ladekarten. Selbst die heimische Wallbox kann abgesichert sein, sofern sie fest mit dem Gebäude verbunden ist. Welche Versicherung im Einzelfall leistet, hängt allerdings von der jeweiligen Nutzung und den vereinbarten Vertragsbedingungen ab.
Reichweitenangst spielt versicherungstechnisch kaum noch eine Rolle
Auch die Sorge, mit leerem Akku liegen zu bleiben, verliert nach Einschätzung von DA Direkt zunehmend an Bedeutung. Sollte dies dennoch passieren, übernehmen Schutzbriefe vieler Versicherer Pannenhilfe und Abschleppkosten. Nicht versichert ist dagegen die normale Alterung des Akkus, etwa ein schleichender Kapazitätsverlust. „Elektromobilität ist versicherungstechnisch längst etabliert. Viele Tarife bieten heute einen Schutz, der gezielt auf die Besonderheiten von E-Autos zugeschnitten ist und damit oft mehr Sicherheit bietet, als Verbraucher erwarten“, sagt Silvia Künnemann. Unabhängig vom Antrieb bleiben zudem klassische Risiken bestehen. So sind auch Elektrofahrzeuge vor Marderbissen nicht geschützt. Solche Schäden sind in der Teilkaskoversicherung in der Regel abgesichert – häufig einschließlich möglicher Folgeschäden.
Zwischen Versicherungsschutz und Verbraucherwissen klafft eine Lücke
Mit der wachsenden Verbreitung von Elektroautos rücken zunehmend Detailfragen des Versicherungsschutzes in den Mittelpunkt. Zuletzt standen dabei unter anderem Akkuschäden, Brandrisiken in Tiefgaragen oder die stark steigenden Neuzassungszahlen von Elektrofahrzeugen im Fokus. Die aktuelle Umfrage macht jedoch deutlich, dass sich der Versicherungsschutz vieler E-Autos in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt hat – das Wissen der Verbraucher darüber jedoch nicht im gleichen Tempo.
Für Versicherer entsteht daraus eine doppelte Aufgabe: Sie müssen nicht nur passende Produkte anbieten, sondern auch verständlich vermitteln, welche Leistungen heute bereits zum Standard gehören. Denn der größte Irrtum vieler Autofahrer betrifft offenbar nicht den Versicherungsschutz selbst – sondern das, was sie über ihn zu wissen glauben.
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