Spritpreise verändern Kaufverhalten: Millionen Autofahrer denken über E-Autos nach

Veröffentlichung: 18.05.2026, 12:05 Uhr - Lesezeit 6 Minuten

Steigende Kraftstoffpreise bringen offenbar Bewegung in den deutschen Automarkt. Eine DEVK-Umfrage zeigt: Millionen Fahrer von Benzinern und Dieselfahrzeugen können sich inzwischen eher den Umstieg auf ein Elektroauto vorstellen. Gleichzeitig steigen die Zulassungszahlen für E-Fahrzeuge deutlich an.

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Die hohen Kraftstoffpreise sorgen dafür, dass mehr Menschen in Deutschland die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs in Betracht ziehen.Die hohen Kraftstoffpreise sorgen dafür, dass mehr Menschen in Deutschland die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs in Betracht ziehen.distelAPPArath / pixabay

Die stark gestiegenen Kraftstoffpreise infolge des Irankriegs könnten die Elektromobilität in Deutschland weiter beschleunigen. Das legt eine aktuelle Umfrage der DEVK nahe, für die das Meinungsforschungsinstitut Civey im Mai 2026 mehr als 2.500 Autobesitzer befragt hat. Zwar geben rund 70 Prozent der Fahrerinnen und Fahrer an, dass sich ihre Einstellung zu Elektroautos durch die höheren Spritpreise nicht verändert habe. Dennoch zeigt die Untersuchung eine spürbare Verschiebung bei einem Teil der Verbrenner-Fahrer. So sagen mehr als 15 Prozent der Befragten mit Benziner, dass sie angesichts der steigenden Kraftstoffkosten eher ein Elektroauto kaufen würden. Unter Diesel-Fahrern liegt der Anteil ebenfalls bei knapp 15 Prozent.

Millionen Verbrenner-Fahrer offen für den Umstieg

Auf den ersten Blick wirken diese Werte überschaubar. Hochgerechnet auf den gesamten Fahrzeugbestand in Deutschland ergibt sich jedoch ein deutlich größeres Bild. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts waren 2025 noch rund 29,9 Millionen Pkw mit Benzinmotor und 13,8 Millionen Diesel-Fahrzeuge zugelassen. Die DEVK leitet daraus ab, dass rund 4,6 Millionen Benziner-Fahrer und weitere zwei Millionen Diesel-Besitzer aktuell eher zu einem Elektroauto tendieren würden. Die Studie deutet damit auf eine mögliche Veränderung im Kaufverhalten hin — ausgelöst nicht primär durch Klimadebatten, sondern durch steigende Alltagskosten.

Hybrid bleibt für manche ein Zwischenschritt

Während reine E-Auto-Fahrer laut Umfrage ihre Entscheidung durch die hohen Spritpreise bestätigt sehen, bleiben Hybridmodelle insbesondere für Verbrenner-Besitzer eine denkbare Alternative. 6,5 Prozent der Benziner-Fahrer könnten sich demnach den Wechsel auf einen Plug-in-Hybrid vorstellen. Unter Diesel-Fahrern liegt der Anteil bei 4,5 Prozent. Die Zahlen zeigen zugleich, dass Verbrennungsmotoren weiterhin klar dominieren. Laut Umfrage fahren fast 57 Prozent der Befragten einen Benziner und rund 26 Prozent einen Diesel.

E-Auto-Zulassungen steigen deutlich

Die Entwicklung spiegelt sich inzwischen auch in den Zulassungszahlen wider. Nach Daten des Kraftfahrt-Bundesamts wurden im April 2026 bundesweit 41,3 Prozent mehr Elektroautos zugelassen als im Vorjahresmonat. Auch Hybridfahrzeuge legten mit einem Plus von 6,6 Prozent zu. Dagegen gingen die Neuzulassungen bei klassischen Verbrennern deutlich zurück. Die Zahl neuer Benziner sank um 20 Prozent, bei Dieselfahrzeugen betrug der Rückgang 13,8 Prozent.

Staatliche Förderung soll Nachfrage weiter ankurbeln

Zusätzliche Impulse erwartet die Branche von der neuen staatlichen Förderung für Elektrofahrzeuge. Die Bundesregierung hatte bereits im Herbst 2025 eine neue E-Auto-Prämie beschlossen. Ab Ende Mai 2026 sollen erste Förderanträge beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) möglich sein. Förderberechtigt sind Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen von bis zu 80.000 Euro beziehungsweise 90.000 Euro mit Kindern. Je nach Einkommen und Kinderzahl können Zuschüsse von bis zu 6.000 Euro gewährt werden. Für Plug-in-Hybride fallen die Förderungen geringer aus.

Versicherer setzen zusätzliche Kaufanreize

Auch Versicherer versuchen inzwischen, den Wechsel zur Elektromobilität mit zusätzlichen Leistungen zu begleiten. Die DEVK bietet beispielsweise eine Wechselprämie für Kunden an, deren Verbrenner nach einem versicherten Schadenereignis einen Totalschaden erleidet. Wer anschließend auf ein vollelektrisches Fahrzeug umsteigt, kann im Premium-Schutz einen Zuschuss von 1.500 Euro erhalten. Das Angebot richtet sich an Neukunden sowie an bestehende Kunden, die ihren Tarif umstellen.

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