Wettbewerb um Fachkräfte: Betriebliche Vorsorge wird immer wichtiger
Fachkräftemangel, hohe Krankenstände und der bevorstehende Ruhestand der Baby-Boomer-Generation erhöhen den Druck auf Unternehmen. Nach dem aktuellen Benefits-Report von Allianz Pension Partners wollen viele Arbeitgeber deshalb ihr Angebot an Zusatzleistungen ausbauen. Besonders gefragt bleiben betriebliche Altersversorgung, flexible Arbeitszeitmodelle und Gesundheitsangebote.
Benefits werden zur Personalstrategie
Zusatzleistungen entwickeln sich für viele Unternehmen zunehmend vom freiwilligen Angebot zum strategischen Instrument der Personalpolitik. Das zeigt der aktuelle Benefits-Report von Allianz Pension Partners, für den mehr als 1.000 Beschäftigte und über 160 Unternehmen befragt wurden.
Demnach planen 38 Prozent der Unternehmen, ihre arbeitgeberfinanzierten Benefits künftig strategisch stärker auszubauen als bisher. Hintergrund sind anhaltender Fachkräftemangel, steigende Krankenstände und die Herausforderung, in den kommenden Jahren zahlreiche Beschäftigte der Baby-Boomer-Generation zu ersetzen.
Drei Leistungen stehen besonders hoch im Kurs
Sowohl Arbeitgeber als auch Beschäftigte sehen die betriebliche Altersversorgung als wichtigste Zusatzleistung an. Für rund zwei Drittel der Unternehmen und jeden zweiten Arbeitnehmer zählt sie zu den drei attraktivsten Benefits.
Auf den weiteren Plätzen folgen flexible Arbeitszeitmodelle sowie Angebote rund um Gesundheit und betriebliche Krankenversicherung. Gerade die Kombination aus mobiler Arbeit, Gleitzeit oder Homeoffice und zusätzlichen Gesundheitsleistungen gewinnt nach Einschätzung der Autoren weiter an Bedeutung.
„Die Betriebsrente bietet eine ideale Ergänzung der gesetzlichen Rente, weil hier Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam für ein zusätzliches Einkommen sorgen. Sie steht zu Recht auf Platz 1 der Beliebtheitsskala und ist damit das wichtigste Element, wenn sich Arbeitgeber mit Zusatzleistungen als hoch attraktiv darstellen möchten“, sagt Heinke Conrads, Vorständin für das Firmenkundengeschäft der Allianz Lebensversicherung.
Mitarbeitergewinnung bleibt größte Herausforderung
Die größte personalpolitische Aufgabe sehen die Unternehmen weiterhin in der Gewinnung neuer Mitarbeiter. 65 Prozent der befragten Unternehmen nennen diesen Punkt als wichtigste Herausforderung. Insgesamt berichten 87 Prozent, vom Fachkräftemangel betroffen zu sein.
Hinzu kommt der demografische Wandel. Bis Ende des kommenden Jahrzehnts werden nach Angaben der Allianz fast 14 Millionen Menschen das Rentenalter erreichen. Gleichzeitig nennen 52 Prozent der Unternehmen die Reduzierung von Krankenständen als wichtiges Handlungsfeld. Vier von zehn möchten ihre Attraktivität als Arbeitgeber grundsätzlich erhöhen.
Betriebliche Vorsorge rückt stärker in den Mittelpunkt
Nach Einschätzung der Allianz wächst damit auch die Bedeutung betrieblicher Vorsorgelösungen. Neben der betrieblichen Altersversorgung sieht der Versicherer insbesondere bei der betrieblichen Krankenversicherung weiteres Wachstumspotenzial.
„Wir bereiten bei der Allianz gerade ein umfassendes Produktangebot für die geförderte Altersvorsorge vor und sehen zudem erhöhten Bedarf bei betrieblicher Altersversorgung und betrieblicher Krankenversicherung. Mehr betriebliche Vorsorge bedeutet auch mehr Sicherheit für die Menschen in Deutschland“, sagt Conrads.
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