Continentale-Studie: Junge erkennen Risiken – handeln aber oft nicht

Veröffentlichung: 03.07.2026, 09:07 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Die Generation zwischen 18 und 25 Jahren weiß erstaunlich genau, welche Risiken ihre finanzielle Existenz bedrohen. Doch zwischen Risikobewusstsein und tatsächlicher Absicherung klafft weiterhin eine große Lücke. Das zeigen erste Ergebnisse der Continentale-Studie 2026.

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Jürgen Wörner, Vorstand Vertriebspartnerbetreuung und Kundendienst der Continentale VersicherungJürgen Wörner, Vorstand Vertriebspartnerbetreuung und Kundendienst der Continentale VersicherungContinentale Versicherung

Risikobewusstsein wächst

Viele junge Erwachsene unterschätzen existenzielle Risiken offenbar deutlich weniger als häufig angenommen. Nach den ersten Ergebnissen der Continentale-Studie 2026 zählt die Berufsunfähigkeitsversicherung für 64 Prozent der 18- bis 25-Jährigen bereits zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt. Damit rangiert sie hinter der Privathaftpflicht- und der Kfz-Versicherung auf Platz drei. Gleichzeitig zeigt die Studie jedoch ein anderes Bild bei den tatsächlichen Vertragsabschlüssen.

Zwischen Wissen und Wirklichkeit

Nur rund jeder Fünfte junge Erwachsene verfügt derzeit über eine private Altersvorsorge. Über alle Altersgruppen hinweg besitzen lediglich knapp 21 Prozent eine Berufsunfähigkeitsversicherung und rund 19 Prozent eine private Pflegezusatzversicherung. Nach Einschätzung der Continentale besteht damit weiterhin eine erhebliche Lücke zwischen dem Bewusstsein für Risiken und der konkreten Vorsorge. Rund 40 Prozent der jungen Erwachsenen würden bei zusätzlichem finanziellen Spielraum bevorzugt eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Damit liegt sie noch vor Rechtsschutz- und Altersvorsorgeprodukten.

Persönliche Beratung macht einen Unterschied

Die Studie zeigt zugleich deutliche Unterschiede zwischen Menschen mit und ohne persönlichen Versicherungsvermittler. Demnach verfügen beratene Kunden deutlich häufiger über eine private Altersvorsorge (53 gegenüber 34 Prozent), eine Berufsunfähigkeitsversicherung (24 gegenüber 14 Prozent) sowie eine private Pflegezusatzversicherung (15 gegenüber 8 Prozent). „Die Studie zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen persönlicher Beratung und Absicherung“, sagt Jürgen Wörner, Vorstand Vertriebspartnerbetreuung und Kundendienst der Continentale Versicherung.

KI ersetzt Beratung bislang nicht

Auch beim Thema Künstliche Intelligenz zeigt sich Zurückhaltung. Rund drei Viertel der Befragten vertrauen KI-gestützten Anwendungen bei Versicherungsentscheidungen derzeit eher nicht oder überhaupt nicht. „Professionelle Vermittler nutzen KI für sich und ihre Kunden und arbeiten nicht mit dieser im Wettbewerb“, so Wörner.

Die vollständige Continentale-Studie erscheint zwar erst im September, die vorab veröffentlichten Ergebnisse deuten jedoch bereits auf einen interessanten Trend hin. Offensichtlich fehlt es insbesondere jüngeren Menschen heute weniger am Problembewusstsein als an der Umsetzung. Für Vermittler könnte damit weniger die reine Aufklärung über Risiken als vielmehr die Begleitung bei konkreten Vorsorgeentscheidungen an Bedeutung gewinnen.

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