Hagelsaison startet: DWD warnt vor Unwettern – Versicherer blicken mit Sorge auf den Sommer
Der Deutsche Wetterdienst warnt vor kräftigen Gewittern mit Starkregen, Sturmböen und großem Hagel. Damit beginnt eine Jahreszeit, die für Versicherer regelmäßig hohe Schäden verursacht. Zwar fiel die Hagelbilanz 2025 vergleichsweise moderat aus, doch Experten sehen angesichts steigender Temperaturen weiterhin ein hohes Risiko.
Mit einer aktuellen Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) rückt ein bekanntes Sommerproblem wieder in den Fokus: Hagel. Für Teile Deutschlands wurden zum Wochenende kräftige Gewitter mit Starkregen, schweren Sturmböen und Hagelkörnern von bis zu vier Zentimetern Größe angekündigt. Für Versicherer markiert dies den Beginn einer besonders schadenintensiven Jahreszeit. Denn statistisch fallen die meisten Hagelschäden zwischen Ende Mai und Herbst an.
Ruhiges Hageljahr 2025
Nach Angaben der R+V Versicherung verursachten Hagelereignisse im Jahr 2025 Schäden in Höhe von rund 56 Millionen Euro. Mehr als die Hälfte davon entfiel auf beschädigte Kraftfahrzeuge. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 hatte die Schadenbelastung noch bei 97 Millionen Euro gelegen. „Das Jahr 2025 war insgesamt ein Ausreißer in Sachen Elementarschäden – ganz entgegen dem Trend steigender Unwetterschäden“, sagt Michael Schiener vom Schadenmanagement der R+V. Die vergleichsweise niedrigen Schäden ändern aus Sicht des Versicherers jedoch nichts am langfristigen Risiko.
Warme Sommer fördern Hagelbildung
Nach Einschätzung von Experten schaffen insbesondere heiße Tage und milde Nächte günstige Bedingungen für die Entstehung schwerer Gewitterzellen. „Statistisch gesehen beginnt genau jetzt die Hagelsaison. Sie dauert dann bis in den Herbst hinein“, sagt Schiener. „Die zunehmend warmen Sommer begünstigen die Entstehung von Hagel.“ Dabei reichen oft einzelne Wetterlagen aus, um erhebliche Schäden zu verursachen. So war nach Angaben der R+V allein ein schweres Unwetter Ende Mai 2025 für rund jeden dritten Hagelschaden an versicherten Fahrzeugen verantwortlich. „Typisch Hagel: Auf einen Schlag entstehen tausende Schäden, konzentriert auf eine begrenzte Region.“
Schäden entstehen oft innerhalb weniger Minuten
Hagelkörner von mehreren Zentimetern Größe sind in Deutschland längst keine Ausnahme mehr. Treffen sie auf Gebäude oder Fahrzeuge, entstehen häufig hohe Reparaturkosten. Beschädigt werden unter anderem:
- Fahrzeugdächer und Karosserien,
- Fenster und Fassaden,
- Solaranlagen,
- Dächer und Dachziegel.
Anders als bei vielen anderen Naturgefahren konzentrieren sich Hagelschäden häufig auf wenige Kilometer große Gebiete. Entsprechend hoch können die Belastungen für Versicherer in einzelnen Regionen ausfallen.
Prävention bleibt die beste Vorsorge
Versicherer raten deshalb dazu, Fahrzeuge bei angekündigten Unwettern möglichst frühzeitig geschützt unterzustellen. „Am besten in der eigenen Garage. Unter einer Brücke oder Durchfahrt ist das Fahrzeug ebenfalls geschützt“, empfiehlt Schiener. Kommt es dennoch zu Schäden, sollten Betroffene diese möglichst zeitnah dokumentieren und ihrer Versicherung melden. Fotos können die Schadenbearbeitung erheblich erleichtern.
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