Naturgefahren: Weniger Schäden 2025 - doch der Trend zeigt klar nach oben

Veröffentlichung: 06.01.2026, 10:01 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Klimabedingte Naturgefahren haben 2025 zwar geringere Schäden verursacht als im Vorjahr – Entwarnung gibt es dennoch nicht. Die Versicherungswirtschaft warnt: Ohne ein neues Sicherungssystem steigen die Risiken weiter.

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Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDVJörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDVGDV

Schäden 2025 unter Vorjahresniveau – aus Sicht der Versicherer Zufall

Starkregen, Überschwemmungen, Sturm und Hagel haben im Jahr 2025 vergleichsweise geringe versicherte Schäden verursacht. Nach aktuellen Schätzungen der Versicherungswirtschaft belaufen sich die Gesamtschäden durch Naturgefahren auf rund 2,6 Milliarden Euro. Damit liegen sie etwa 3 Milliarden Euro unter dem Niveau des Jahres 2024.

Aus Sicht des Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft ist dieser Rückgang jedoch kein Trendbruch. Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV, ordnet die Zahlen ausdrücklich ein: Dass es 2025 weniger Schäden gegeben habe, sei vor allem Glückssache. Der langfristige Trend zeige eindeutig nach oben, da Extremwetterereignisse infolge des Klimawandels weiter zunehmen.

Sach- und Kfz-Versicherung besonders betroffen

Den größten Anteil der Schäden tragen erneut die Sachversicherer. Rund 1,4 Milliarden Euro entfielen 2025 auf Sturm-, Hagel- und Blitzschäden an Gebäuden sowie an Hausrat, Gewerbe- und Industriebetrieben. Weitere 500 Millionen Euro entstanden durch Überschwemmungen und Starkregen.
Auch die Kraftfahrtversicherung bleibt stark exponiert: Schäden durch Sturm- und Überschwemmungsereignisse summierten sich hier auf rund 700 Millionen Euro. In der Statistik berücksichtigt sind Schäden an Wohngebäuden, Hausrat, betrieblichen Anlagen sowie Kraftfahrzeugen.

Versicherer drängen auf umfassende Gefahrenabwehr

Vor dem Hintergrund der langfristigen Entwicklung fordert die Versicherungswirtschaft ein Umdenken im Umgang mit Naturgefahren. Nach Einschätzung des GDV reicht die bisherige Struktur aus Versicherungsschutz und punktueller Vorsorge nicht mehr aus, um die wachsenden Risiken dauerhaft zu bewältigen. Asmussen betont, dass angesichts zunehmender Extremwetterereignisse eine ganzheitliche Gefahrenabwehr dringend notwendig sei. Ein wirksamer Schutz für Menschen, Gebäude und Infrastruktur könne nur gelingen, wenn Versicherungsschutz, Prävention und Klimafolgenanpassung systematisch miteinander verzahnt werden.

„Elementar Re“ als Baustein eines neuen Sicherungssystems

Als möglichen Ansatz hat der GDV zuletzt das Modell Elementar Re vorgestellt (Experten.de berichtete). Ziel ist es, den Elementarschutz bundesweit verfügbar, dauerhaft versicherbar und für alle bezahlbar zu halten. Der Vorschlag sieht vor, Risiken breiter abzusichern und zugleich Anreize für Prävention und bauliche Vorsorge zu stärken. Aus Sicht der Versicherer lässt sich die wachsende Bedrohung durch Naturgefahren nur mit einem Gesamtkonzept bewältigen, das über reine Schadenregulierung hinausgeht und Klimaanpassung strukturell mitdenkt.

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