Klassische bAV vs. smart pension: Warum wir Altersvorsorge neu denken müssen
Die klassische betriebliche Altersversorgung stößt an ihre Grenzen, meint Alexander Siegmund, Gründer und Geschäftsführer der KPM Pensions & Benefits GmbH. Im Gastbeitrag erklärt er, warum das so ist und wie moderne Konzepte Antworten auf demografischen Wandel, Flexibilitätswünsche und Digitalisierung geben können.
Die betriebliche Altersversorgung (bAV) gilt als stabile zweite Säule des deutschen Rentensystems. Doch während Politik und Versicherungswirtschaft seit Jahren auf klassische Versicherungsprodukte setzen (fondsgebundene oder neuartige Klassik-Produkte dazugehörend), bleiben deren Grenzen für Unternehmen wie Beschäftigte oftmals unsichtbar. Und die Vorteile der bAV somit nur schwer greifbar für Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen.
Genau aus diesem Grund hat die KPM Pensions & Benefits GmbH im Jahr 2016 ein alternatives Modell entwickelt. So ist mit smart pension by KPM ein Konzept entstanden, das nicht auf maximale Lebenserwartung und intransparente Kalkulationen baut, sondern auf Realität, Effizienz und Fairness. Ein Vergleich zeigt, wo die Unterschiede liegen.
Versicherungsförmige Durchführungswege: Stabil, aber starr
Die meisten Arbeitnehmer*innen kennen die bAV über klassische Versicherungsprodukte: Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds. Sie sind etabliert und gelten als Standard. Doch die zugrundeliegenden Mechanismen sind mitunter wenig effizient.
Denn Versicherer kalkulieren mit extrem hohen Lebenserwartungen, teils bis zum 126. oder sogar 130. Lebensjahr. Für die Praxis bedeutet das, dass Unternehmen und Beschäftigte fast doppelt so viel Kapital aufbringen müssen, um die gleiche Zielrente abzusichern. Für eine Monatsrente von 1.000 Euro können bis zu 450.000 Euro notwendig werden. Diese übervorsichtige Kalkulation treibt die Kosten in die Höhe, ohne den realistischen Bedarf zu treffen.
Hinzu kommt: Stirbt ein Mitarbeitender kurz vor oder zu Beginn des Rentenbezugs oder im Rentenbezug, verfällt das angesparte Kapital in vielen Modellen an den Versicherer. Für das Unternehmen wie für die Belegschaft geht dieses Vermögen unwiederbringlich verloren. Gerade in kleinen und mittelständischen Betrieben kann dies Misstrauen erzeugen.
Die vergessenen Unterstützungskassen
Die Unterstützungskasse ist ein traditionsreicher Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung. Sie besteht seit über 100 Jahren und ermöglicht es Unternehmen, eine nachhaltige Versorgung aufzubauen – kapitalgedeckt, flexibel und individuell gestaltbar. Damit rückt die Versicherungswirtschaft mit ihren Standardprodukten in den Hintergrund. Besonders im Mittelstand hat sich die Unterstützungskasse als bewährtes Instrument etabliert.
Doch die steuerlichen Rahmenbedingungen stammen noch aus der Nachkriegszeit: Vervielfältigertabellen von 1946, ein Rechnungszins von 5,5 Prozent. Diese veralteten Grundlagen führen dazu, dass Unternehmen steuerlich weniger dotieren dürfen, als real für eine sichere Versorgung notwendig wäre. Das schreckt viele Betriebe ab, obwohl die Unterstützungskasse in der Praxis ein sehr effizientes Modell sein könnte.
Eine moderne bAV-Lösung mit smart|pension by KPM
Genau hier setzt smart|pension by KPM an. Das Konzept wurde entwickelt, um die Schwächen der Unterstützungskasse infolge klassischer Produkte und der oben beschriebenen Engpässe in der Finanzierung auszugleichen und Unternehmen mit einem flexiblen, transparenten Konzept zu entlasten.
Das zentrale Prinzip: statt bis 130 Jahre zu rechnen, endet die aktuarielle Planung bei einer realistischen Lebenserwartung von rund 94 Jahren. Das reduziert den Kapitalbedarf massiv auf etwa die Hälfte. Für die eingangs genannte Zielrente von 1.000 Euro monatlich reichen bei smart|pension rund 240.000 Euro Kapital aus.
Auch im Todesfall bleibt das Modell fair. Verstirbt ein Mitarbeitender, bevor er die volle Rente bezogen hat, verbleibt das Kapital im Unternehmen. Es kann für andere Mitarbeitende genutzt oder zur Stabilisierung der bestehenden bAV-Zusagen eingesetzt werden. So profitieren Arbeitgeber*innen wie Arbeitnehmer*innen gleichermaßen.
Versicherer kalkulieren mit dem Tod – wir kalkulieren mit dem Leben. Mit smart|pension machen wir betriebliche Altersversorgung endlich ehrlich, effizient und nachvollziehbar. So profitieren Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen, statt dass Kapital in intransparenten Strukturen verschwindet.
Praxisbeispiel: Zwei Wege zur gleichen Rente
Ein mittelständisches Unternehmen möchte seinen Beschäftigten eine zusätzliche Betriebsrente von 1.000 Euro pro Monat ermöglichen.
- Klassisches Versicherungsmodell: Dafür muss ein Kapitalstock von etwa 450.000 Euro pro Person aufgebaut werden. Stirbt die Person mit 68 Jahren, geht das Restvermögen an den Versicherer. Für das Unternehmen ist das Kapital unwiederbringlich verloren.
- smart|pension: Hier werden nur rund 240.000 Euro Kapital benötigt. Verstirbt die Person vorzeitig, bleibt das Restvermögen im Unternehmen und kann für die Versorgung anderer Mitarbeitender verwendet werden. So entsteht ein Kreislauf, von dem die gesamte Belegschaft profitiert.
Der Unterschied wird eindeutig, denn für die gleiche Leistung wird nur etwa 50 Prozent des Kapitalaufwands benötigt, um einen klaren Mehrwert für das Unternehmen zu schaffen.
Transparenz und Effizienz für KMU
Während klassische Produkte oft intransparent und von Provisionen getrieben sind, setzt smart pension auf Nachvollziehbarkeit und digitale Prozesse. Die Verwaltung wird dadurch für KMU ähnlich einfach wie Onlinebanking – ein entscheidender Faktor, denn gerade kleine Betriebe scheuen die bürokratische Komplexität traditioneller Modelle.
Zudem passt smart pension zu den politischen Forderungen nach Entbürokratisierung und Digitalisierung der bAV. Es schafft einen praktikablen Zugang, ohne neue Produkte zu erfinden – sondern indem bestehende Instrumente effizient eingesetzt werden.
Ein System im Wandel
Die betriebliche Altersversorgung steht an einem Scheideweg. Klassische Versicherungsprodukte erfüllen ihre Funktion, sind aber teuer, starr und häufig ungerecht. Unterstützungskassen sind historisch erprobt, doch steuerlich benachteiligt.
Mit smart pension bietet KPM ein Modell, das die Lücke schließt: realistisch kalkuliert, effizient umgesetzt und fair für beide Seiten – Arbeitgeber wie Arbeitnehmer. Wenn die Politik endlich gleiche Rahmenbedingungen für alle Durchführungswege schafft, könnte die bAV vom „schlafenden Riesen“ zur tragenden Säule für Millionen Beschäftigte werden.
Über den Autor:
Alexander Siegmund ist ausgewiesener Experte für betriebliche Altersversorgung. Er ist Gründer und Geschäftsführer der KPM Pensions & Benefits GmbH und gestaltet seit über 25 Jahren die Branche aktiv mit – als Rentenberater, Betriebswirt bAV und Master of Pension Management. Seine Kombination aus Ausbildung, Studium und Zulassung ist am Markt einmalig.
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