Altersvorsorgedepot: Kosten können Rendite auffressen

Veröffentlichung: 07.04.2026, 09:04 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Das geplante Altersvorsorgedepot soll die private Vorsorge stärken. Modellrechnungen zeigen jedoch: Werden die erlaubten Gebühren ausgeschöpft, kann die staatliche Förderung vollständig verpuffen.

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Gebühren als Renditefresser: Hohe Kosten können die staatliche Förderung im Altersvorsorgedepot deutlich reduzieren oder sogar vollständig aufzehren.Gebühren als Renditefresser: Hohe Kosten können die staatliche Förderung im Altersvorsorgedepot deutlich reduzieren oder sogar vollständig aufzehren.Redaktion experten.de / KI-generiert

Mit der Reform der privaten Altersvorsorge hat der Gesetzgeber einen grundlegenden Systemwechsel angestoßen. Künftig sollen geförderte Altersvorsorgedepots eine kapitalmarktorientierte Anlage ermöglichen – ohne klassische Garantien, dafür mit staatlicher Unterstützung. experten.de berichtete bereits über die neuen Fördermechanismen und die Abkehr von bisherigen Strukturen. Eine aktuelle Analyse des Vergleichsportals Verivox zeigt nun, wie stark die tatsächliche Wirkung dieser Förderung von den Kosten abhängt.

Deutliches Plus durch staatliche Förderung

Grundsätzlich kann das neue Modell erhebliche Vorteile bieten. Ein heute 25-jähriger Sparer könnte bei einer monatlichen Einzahlung von 150 Euro und einer unterstellten Rendite von 7,5 Prozent bis zum Rentenbeginn rund 496.000 Euro ansparen – vorausgesetzt, das Depot ist kostenfrei. Mit staatlicher Förderung erhöht sich der monatliche Sparbetrag rechnerisch um 45 Euro. Ohne Kosten ergibt sich dadurch ein Vermögen von rund 645.000 Euro. Die Förderung würde somit ein Plus von etwa 149.000 Euro ermöglichen. Auch für ältere Sparer zeigt sich ein positiver Effekt: Ein heute 45-Jähriger könnte sein Vermögen bis zur Rente von rund 98.000 auf etwa 127.000 Euro steigern. Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH, spricht von einem grundlegenden Wandel: „Das neue Altersvorsorgedepot ist ein echter Paradigmenwechsel in der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge.“

Kosten entscheiden über den tatsächlichen Effekt

Allerdings zeigt die Analyse auch die Kehrseite: Der gesetzlich vorgesehene Kostendeckel von bis zu 1 Prozent jährlich kann die Vorteile erheblich reduzieren. So würde ein 45-jähriger Sparer bei einer Kostenquote von 1 Prozent bis zum Renteneintritt nur rund 111.000 Euro Vermögen aufbauen. Zwar liegt dieser Wert noch über dem ungeförderten Szenario, gleichzeitig würden jedoch rund 16.000 Euro an Kosten anfallen.
Noch deutlicher wird der Effekt bei längeren Laufzeiten: Ein heute 25-Jähriger käme bei gleicher Kostenquote auf rund 480.000 Euro – und damit sogar auf weniger Vermögen als beim ungeförderten Sparen ohne Gebühren. „Kosten in Höhe von 1 Prozent klingen zwar überschaubar. Doch über die Jahre und Jahrzehnte fließt bei dieser Kostenquote so viel Vermögen ab, dass es die gesamte staatliche Förderung mehr als aufzehren kann“, warnt Maier.

Kosten werden zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor

Die Ergebnisse unterstreichen, was sich bereits im Zuge der Reform abzeichnete: Die tatsächliche Attraktivität des Altersvorsorgedepots hängt maßgeblich von der Kostenstruktur ab. experten.de hatte bereits darauf hingewiesen, dass die kapitalmarktorientierte Ausgestaltung ohne Garantien neue Chancen eröffnet – gleichzeitig aber stärker auf Effizienz und Transparenz angewiesen ist.
Während die staatliche Förderung den Vermögensaufbau spürbar unterstützen kann, entscheiden letztlich Gebühren und Produktgestaltung darüber, ob dieser Vorteil auch beim Sparer ankommt.

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