Allianz-Vorsorge-Index: Nur jeder Fünfte fühlt sich ausreichend abgesichert
Die Deutschen blicken trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten grundsätzlich optimistisch auf ihre finanzielle Zukunft. Bei der Altersvorsorge zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Viele haben zwar begonnen vorzusorgen – halten ihre Maßnahmen aber für unzureichend.
Zuversicht im Alltag – Skepsis bei der Altersvorsorge
Die finanzielle Grundstimmung in Deutschland ist besser als oft angenommen. 70 Prozent der Menschen sind zuversichtlich, ihre finanziellen Ziele erreichen zu können. Mehr als ein Drittel zeigt sich sogar sehr oder äußerst optimistisch. Sobald es jedoch um die eigene Altersvorsorge geht, fällt die Einschätzung deutlich kritischer aus. Nur rund jeder Fünfte ist überzeugt, ausreichend für den Ruhestand vorgesorgt zu haben. Zu diesem Ergebnis kommt der Allianz-Vorsorge-Index, für den das Marktforschungsinstitut IPSOS im Auftrag der Allianz Lebensversicherungs-AG mehr als 1.000 Personen zwischen 25 und 65 Jahren befragt hat. „Die Deutschen sind deutlich zuversichtlicher, als viele vermuten“, sagt Ruedi Kubat, CEO der Allianz Lebensversicherungs-AG. „Der Allianz-Vorsorge-Index zeigt aber auch, dass die finanziellen Alltagssorgen oft dominieren.“
Inflation bleibt dominierendes Thema
Die größten finanziellen Sorgen liegen im Hier und Jetzt. Mit 57 Prozent nennen die Befragten steigende Lebenshaltungskosten als wichtigste Belastung – deutlich vor unerwarteten Ausgaben wie Reparaturen (34 Prozent) und der Sorge, zu wenig für den Ruhestand zurückzulegen (31 Prozent). Damit bestätigt die Studie ein Muster: Kurzfristige finanzielle Belastungen verdrängen langfristige Vorsorgethemen.
Vorsorge wird erkannt – aber zu spät umgesetzt
Grundsätzlich ist das Bewusstsein für Altersvorsorge vorhanden. Für 55 Prozent gehört sie zu den wichtigsten finanziellen Zielen der kommenden Jahre. Dennoch zeigt sich eine deutliche Umsetzungslücke. 46 Prozent der Befragten geben an, zwar Maßnahmen zur Altersvorsorge ergriffen zu haben, diese aber für nicht ausreichend zu halten. Weitere 35 Prozent beschäftigen sich aktuell gar nicht aktiv mit ihrer finanziellen Vorsorge oder sehen keine Möglichkeit zu sparen. „Viele gehen das Thema erst spät an und verlieren dadurch wertvolles Kapital für den eigenen Ruhestand“, so Ruedi Kubat.
Notgroschen vor Altersvorsorge
In der Priorisierung zeigt sich eine klare Verschiebung: Der Aufbau finanzieller Reserven steht für 61 Prozent der Befragten an erster Stelle. Erst danach folgt die Altersvorsorge. Besonders ausgeprägt ist dieser Trend bei jüngeren Menschen. Während bei rentennahen Jahrgängen die Altersvorsorge dominiert, legen unter 30-Jährige größeren Wert auf kurzfristigere Ziele wie Reisen oder größere Anschaffungen.
Rücklagen werden häufig wieder aufgebraucht
Ein Viertel der Befragten hat bereits auf eigentlich für die Altersvorsorge gedachte Mittel zurückgegriffen. Auffällig ist, dass jüngere Menschen davon häufiger betroffen sind als ältere Generationen.
Rente mit 66 – aber oft nicht ausreichend
Beim geplanten Renteneintritt herrscht weitgehend Einigkeit: Im Durchschnitt wollen die Deutschen mit 66 Jahren in den Ruhestand gehen. Das erwartete monatliche Einkommen liegt bei rund 2.431 Euro in heutiger Kaufkraft. Sollten die Einnahmen nicht ausreichen, kann sich knapp jeder Zweite vorstellen, im Alter weiterzuarbeiten oder einen Nebenjob anzunehmen.
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