Ingo Heinen, Global Head of Business Development and Product bei Schroders CapitalIngo Heinen, Global Head of Business Development and Product bei Schroders CapitalSchroders

Jeder zweite Versicherer plant höhere Aktienquote

Veröffentlichung: 10.04.2025, 11:04 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Versicherer weltweit planen, ihre Aktienallokation in den kommenden zwei Jahren deutlich auszubauen. Zu diesem Ergebnis kommt die Schroders Global Investor Insights Survey 2024. Für die Studie wurden 205 Versicherungsunternehmen aus 23 Ländern befragt, die zusammen ein Vermögen von 11,7 Billionen US-Dollar verwalten.

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Demnach wollen 56 % der Versicherer global stärker in Aktien investieren. Besonders gefragt sind aktive Strategien: 40 % der Befragten planen, diese Allokation zu erhöhen – gegenüber 33 % bei passiven Strategien. Auch thematische Investments gewinnen an Bedeutung: 36 % möchten hier aufstocken. Themen wie Deglobalisierung (31 %) und disruptive Technologien (33 %) lassen sich laut Umfrage besonders gut über Aktien abbilden.

David White, Global Head of Insurance bei Schroders, verweist auf einen entscheidenden Vorteil: „Globale Aktienlösungen machen es Investment Committees leichter, regionale Allokationen effizient zu steuern und verbessern die Governance.“

Ein weiteres zentrales Ergebnis: Für 61 % der Versicherer steht die Kapitalrendite über regulatorischen Anforderungen. Nahezu alle Befragten (95 %) planen ein Engagement in Private Markets, wobei 46 % bereits auf maßgeschneiderte Lösungen zurückgreifen. Im Bereich festverzinsliche Anlagen sehen 37 % das größte Potenzial in Private Debt, dicht gefolgt von Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating (35 %). In Deutschland favorisieren Versicherer laut Studie vor allem besicherte Anleihen (Asset-Backed Fixed Income).

Ingo Heinen, Global Head of Business Development and Product bei Schroders Capital, betont: „Ein günstigeres regulatorisches Umfeld eröffnet neue Chancen, das Potenzial der Private Markets für langfristige Anlageziele wie Liability Matching zu nutzen.“

Auch neue Technologien prägen die Strategien: Charlotte Wood, Head of Fintech, Innovation and AI Strategy, berichtet von einem wachsenden Einsatz künstlicher Intelligenz in Versicherungsunternehmen. Diese reiche von der Automatisierung bis hin zur KI-gestützten Risikobewertung und Portfolioanpassung – mit dem Ziel, die Effizienz zu steigern und Marktveränderungen in Echtzeit besser zu begegnen.

Für Alexander Prawitz, Country Head Germany, Austria, CEE & Mediterranean bei Schroders, ist klar: „Aktives Management gewinnt wieder an Relevanz – besonders in herausfordernden Märkten. Private-Markets-Strategien stehen hoch im Kurs und wir sind gut positioniert, Versicherern mit individuellen Lösungen zu begegnen.“

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