Künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch – doch nicht alle Branchen ziehen mit

Veröffentlichung: 18.06.2025, 15:06 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der deutschen Wirtschaft nimmt spürbar zu. Inzwischen setzen rund 41 Prozent der Unternehmen auf KI-gestützte Prozesse. Besonders große Firmen und technologieaffine Branchen treiben die Entwicklung voran – doch es gibt auch Zurückhaltung.

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Immer mehr Unternehmen nutzen KIImmer mehr Unternehmen nutzen KIDALL-E

Deutlicher Anstieg beim KI-Einsatz

Laut aktuellen Daten des ifo Instituts nutzen 40,9 Prozent der Unternehmen in Deutschland Künstliche Intelligenz in ihren Geschäftsprozessen – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr (27 Prozent). Weitere 18,9 Prozent planen, in den kommenden Monaten entsprechende Systeme einzuführen.

„KI wird zunehmend zu einem strategischen Thema in den Unternehmen“ , sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen.

Die Herausforderung liege laut Wohlrabe in der sinnvollen Integration in bestehende Abläufe:

„Der Wechsel ist spürbar: Statt über KI zu sprechen, setzen viele Firmen sie jetzt aktiv ein.“

Branchenspezifische Dynamik Besonders dynamisch zeigt sich die Entwicklung im Bauhauptgewerbe: Dort ist der Anteil KI-nutzender Unternehmen innerhalb von zwei Jahren von 7,1 auf 25 Prozent gestiegen. Im Handel stieg der KI-Einsatz von 10 auf rund 34 Prozent. Im Verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich liegt der Anteil mittlerweile jeweils über 40 Prozent.

Am häufigsten wird KI in den Sektoren Werbung und Marktforschung eingesetzt – hier liegt der Nutzungsanteil bei 84,3 Prozent. Auch IT-Dienstleister (73,7 Prozent) und die Automobilindustrie (70,4 Prozent) setzen stark auf datenbasierte Prozesse. In der Chemischen Industrie und im Maschinenbau verwendet etwa jedes zweite Unternehmen KI.

Kleinere Unternehmen holen auf

Ein entscheidender Faktor für den KI-Einsatz ist die Unternehmensgröße. Während 56 Prozent der Großunternehmen bereits mit Künstlicher Intelligenz arbeiten, sind es bei kleinen und mittleren Unternehmen 38 Prozent, bei Kleinstbetrieben nur 31 Prozent. Dennoch zeigt sich auch hier ein Aufwärtstrend – viele kleinere Unternehmen befinden sich in der Planungsphase.

Zurückhaltung in einzelnen Branchen

Trotz des allgemeinen Aufwärtstrends bleibt Künstliche Intelligenz in einigen Wirtschaftsbereichen bislang ein Randthema. So geben im Einzelhandel 22,2 Prozent der Unternehmen an, dass KI für sie derzeit keine Rolle spielt. Auch in der Gastronomie und im Bauhauptgewerbe ist für jeweils rund 27 Prozent der Betriebe der Einsatz von KI kein strategisches Thema.

Ein wesentlicher Grund liegt in den branchenspezifischen Geschäftsprozessen: In arbeitsintensiven oder standardisierten Tätigkeitsfeldern – etwa in der Gastronomie oder im handwerklich geprägten Baugewerbe – lassen sich intelligente Systeme oft nur eingeschränkt integrieren. Auch wirtschaftliche Erwägungen spielen eine Rolle: In diesen Branchen fällt der potenzielle Nutzen im Verhältnis zu den Investitionskosten häufig geringer aus.

„Diese Bereiche bleiben im Vergleich zu anderen Branchen zurückhaltender, wenn es um eine künftige Strategie für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz geht“ erklärt Wohlrabe.
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