Inflation frisst Sparzinsen auf – Festgeld-Realzins wieder negativ

Veröffentlichung: 30.01.2025, 10:01 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Festgeld bringt Sparerinnen und Sparern im Durchschnitt nicht mehr genug Rendite, um die Inflation auszugleichen. Laut einer aktuellen Verivox-Auswertung liegt der Realzins erstmals seit einem Jahr wieder im negativen Bereich. Dennoch gibt es Möglichkeiten, sich gegen den schleichenden Wertverlust zu schützen.

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Festgeld bringt Sparerinnen und Sparern im Durchschnitt nicht mehr genug Rendite, um die Inflation auszugleichen, so eine Verivox-Erhebung.Festgeld bringt Sparerinnen und Sparern im Durchschnitt nicht mehr genug Rendite, um die Inflation auszugleichen, so eine Verivox-Erhebung.geralt / pixabay

Festgeldzinsen auf Tiefstand – Realzins rutscht ins Minus

Die Zinsen für Festgeldkonten mit zweijähriger Laufzeit sind auf durchschnittlich 2,24 Prozent gefallen – der niedrigste Stand seit Januar 2023. Gleichzeitig stieg die Inflation auf 2,6 Prozent, sodass der Realzins nun bei minus 0,36 Prozent liegt.

„Durch die Kombination aus anziehender Teuerung und sinkenden Zinsen hat sich für Sparer so etwas wie der perfekte Sturm zusammengebraut“, analysiert Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. „Zum ersten Mal seit gut einem Jahr liefern Sparanlagen im Marktdurchschnitt nicht mehr ausreichend hohe Erträge, um den inflationsbedingten Wertverlust auszugleichen.“

Tagesgeldzinsen weiter im Sinkflug

Auch beim Tagesgeld setzt sich die Talfahrt fort: Der bundesweite Durchschnittszins liegt aktuell bei 1,56 Prozent, während viele Sparkassen und Genossenschaftsbanken deutlich weniger zahlen:

  • Sparkassen: 0,54 %
  • Volks- und Raiffeisenbanken, PSD-Banken, Sparda-Banken: 0,55 %

Nur 16 Prozent dieser Banken bieten überhaupt noch 1 Prozent oder mehr.

Was Banken und EZB für die nächsten Monate erwarten lassen

Während Sparer mit sinkenden Zinsen konfrontiert werden, erhalten die Banken selbst weiterhin 3,00 Prozent Zinsen von der Europäischen Zentralbank (EZB), wenn sie Kundengelder dort parken.

„Auch im laufenden Zinssenkungszyklus haben die Banken noch genügend Spielraum, um höhere Zinsen zu zahlen“, betont Maier. Doch wie sich die Sparzinsen weiter entwickeln, hängt stark von der Geldpolitik der EZB ab. Sollte sie bei der nächsten Sitzung eine weitere Leitzinssenkung beschließen, könnte sich der Abwärtstrend weiter verschärfen.

„Die Erfahrung der letzten Monate zeigt, dass ein großer Teil der Banken Zinssenkungen relativ rasch an die eigene Kundschaft weitergibt“, erklärt Maier.

Handlungsmöglichkeiten für Sparer

Trotz des negativen Trends gibt es nach wie vor Kreditinstitute, die Tages- und Festgeldzinsen oberhalb der Inflation bieten. Anleger sollten daher:

  • Zinsvergleiche nutzen und aktiv nach den besten Angeboten suchen.
  • Längere Laufzeiten sorgfältig abwägen, da steigende Inflation die reale Rendite mindern kann.
  • Alternativen zu Festgeld prüfen, beispielsweise Anlagemodelle mit flexibleren Erträgen.


Über die Studie:

Für die Analyse hat Verivox die aktuellen Tages- und Festgeldzinsen von rund 800 Banken und Sparkassen untersucht. Berücksichtigt wurden nur Kreditinstitute, die ihre Konditionen frei zugänglich im Internet veröffentlichen. Die Datenauswertung erfolgte zum 24.01.2025.

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