Deutsche vertrauen ihrer Hausbank am meisten

Deutsche Verbraucher vertrauen ihrer eigenen Hausbank am meisten, wenn es um ihre Finanzdaten geht. 78 Prozent würden auch am ehesten ihrer Bank erlauben, die eigenen Kontodaten gezielt auszuwerten. Mit 68 Prozent liegen die gesetzlichen Krankenkassen auf dem zweiten Platz und damit noch vor staatlichen Stellen wie den Finanz- und Sozialbehörden. Schlecht schneiden Vergleichsportale und Smartphone-Banken ab. Das zeigt eine Umfrage von Senacor Technologies unter 1.000 Bundesbürgern.

Obwohl die klassischen Banken beim Vertrauen alle anderen Unternehmen abhängen, ergibt sich ein völlig anderes Bild bei den tatsächlich genutzten Angeboten. Leistungen, die sich über Portale im Internet vergleichen und buchen lassen, bezeichnet das Bundeskartellamt als Wachstumsmarkt mit einer jährlichen Zunahme von mehr als 20 Prozent.

Platzhirsche wie Check24 würden sogar noch schneller wachsen. Das gilt auch für US-Techriesen wie Apple. Mit zusätzlichem Speicher in der Cloud, Apps, aber auch Musik- oder Fernsehangeboten nimmt der Konzern immer mehr Geld ein – und das, obwohl die Kunden dafür häufig ihre Kontodaten hergeben müssen und die Anbieter viel über die eigenen Konsumgewohnheiten lernen.

„Je besser das Angebot, desto eher stellen Kunden ihre Bedenken beim Datenschutz hintenan“, sagt Christian Wolfangel, Partner bei Senacor und Experte für digitale Geschäftsmodelle.

Tatsächlich ziehen die Deutschen ausgerechnet bei den Unternehmen, die mit digitalen Diensten derzeit ihre größten Erfolge feiern, eine rote Linie – und zwar bei den Kontodaten. Nur 28 Prozent würden etwa einem Vergleichsanbieter erlauben, die eigenen Kontodaten automatisch auszulesen, um Vorschläge für eine günstigere Versicherung oder billigeren Strom zu unterbreiten.

Amazon, Apple und Co. schneiden mit 37 Prozent kaum besser ab. Selbst bei Versicherungen bleibt jeder zweite Kontoinhaber vorsichtig. „Bei sensiblen Daten wie den Kontoumsätzen verfügen Banken über einen großen Vorschuss an Vertrauen“, erklärt Christian Wolfangel.

„Wer weiß, wieviel und wofür Geld ausgegeben wird, kann sich viel besser überlegen als alle anderen, was die Kunden brauchen und sich wünschen.“

Der Digitalexperte rät den Banken, gute Ideen im kleinen Kundenkreis auszuprobieren und den Vorsprung zu nutzen, den ihnen das große Vertrauen bietet. Denn die Kunden selbst haben keine konkrete Vorstellung davon, was sich aus ihren Kontodaten machen lässt. Jeder zweite Verbraucher wünscht sich zwar, dass die eigene Bank darauf hinweist, falls sie verdächtige Kontobewegungen entdeckt.

Warnungen, wenn eine Lastschrift ansteht und das Konto nicht gedeckt ist, können sich auch noch einige vorstellen. Doch darüber hinaus fehlt vielen die Fantasie. Aber: 70 Prozent finden die Idee grundsätzlich gut, dass Hausbanken die privaten Geldströme auswerten. „Die Innovation muss von der Bank selbst kommen“, fasst Wolfangel zusammen. „Die Kunden sind offen dafür, aus Kontodaten neue Angebote zu machen. Sie wollen aber überzeugt werden, dass sich das lohnt.“ Ein Original-Beitrag von Senacor Technologies übermittelt durch news aktuell.

 

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