Zwei Drittel sind offen für das Altersvorsorgedepot
Das geplante staatlich geförderte Altersvorsorgedepot stößt schon vor seiner Einführung auf breite Zustimmung. Eine aktuelle Bitkom-Umfrage zeigt: Obwohl das Konzept bislang nur vier von zehn Menschen bekannt ist, können sich zwei Drittel der potenziellen Nutzer vorstellen, ein solches Depot für die private Altersvorsorge zu nutzen. Besonders wichtig ist ihnen dabei eine einfache digitale Verwaltung.
Das Altersvorsorgedepot ist noch nicht einmal eingeführt – dennoch stößt das Konzept bereits auf großes Interesse. Die größte Erwartung richtet sich dabei weniger auf die staatliche Förderung als auf die digitale Verwaltung. Die Umfrage zeigt, worauf Verbraucher künftig bei der privaten Altersvorsorge Wert legen.
Bekanntheit noch ausbaufähig
Nach den Plänen der Bundesregierung soll das Altersvorsorgedepot ab 2027 als neuer Baustein der privaten Altersvorsorge eingeführt werden. Anleger sollen dabei staatlich gefördert in Aktien, ETFs oder andere Anlageprodukte investieren können. Bekannt ist das Vorhaben bislang allerdings nur einer Minderheit. Nach einer repräsentativen Bitkom-Umfrage haben lediglich 39 Prozent der Deutschen ab 16 Jahren bereits vom Altersvorsorgedepot gehört. Unter den Menschen, die noch keine Rente oder Pension beziehen, liegt die Bekanntheit mit 41 Prozent nur geringfügig höher.
Das Interesse ist größer als die Bekanntheit
Auffällig ist die Diskrepanz zwischen Bekanntheit und Akzeptanz. Während bislang nur rund vier von zehn Menschen das geplante Altersvorsorgedepot kennen, können sich unter den noch nicht im Ruhestand befindlichen Befragten bereits 66 Prozent vorstellen, ein solches Angebot grundsätzlich zu nutzen. Das deutet darauf hin, dass die grundsätzliche Bereitschaft zur kapitalmarktgestützten Altersvorsorge größer sein könnte als häufig angenommen. Entscheidend dürfte nun sein, wie verständlich und einfach das neue Modell ausgestaltet wird. Bereits mehrfach hat experten.de über das geplante Altersvorsorgedepot und die Erwartungen der Verbraucher berichtet. Die neue Bitkom-Umfrage bestätigt, dass das Interesse an einer kapitalmarktgestützten Vorsorge weiter wächst.
Digitale Verwaltung wird zum Standard
Besonders deutlich fällt das Ergebnis bei der Verwaltung des Depots aus. Für insgesamt 75 Prozent der Befragten ist es wichtig, jederzeit online auf ihr Altersvorsorgedepot zugreifen und dieses digital verwalten zu können. 42 Prozent halten dies sogar für sehr wichtig. Dabei zeigen sich zwischen den Altersgruppen nur geringe Unterschiede. Sowohl jüngere als auch ältere Erwerbstätige erwarten, dass sich ihre Altersvorsorge unkompliziert digital organisieren lässt.
Digitalisierung verändert auch die Altersvorsorge
Nach Einschätzung des Bitkom wird der Erfolg des Altersvorsorgedepots maßgeblich davon abhängen, ob das Angebot einfach, transparent und konsequent digital ausgestaltet wird. Neben der individuellen Altersvorsorge könnte das Depot nach Ansicht des Verbandes zugleich dazu beitragen, langfristiges Kapital für Innovationen und Unternehmensfinanzierungen bereitzustellen.
Private Vorsorge gewinnt weiter an Bedeutung
Die Diskussion um das Altersvorsorgedepot fügt sich in eine breitere Entwicklung ein. Angesichts des demografischen Wandels und der Debatten über die langfristige Stabilität der gesetzlichen Rente wächst die Bedeutung privater Vorsorgeformen kontinuierlich. Mit dem geplanten Depot soll künftig ein weiterer staatlich geförderter Baustein hinzukommen, der stärker auf Kapitalmarktanlagen setzt.
Einfachheit entscheidet über den Erfolg
Die Umfrage zeigt weniger eine Begeisterung für ein einzelnes Vorsorgeprodukt als einen grundlegenden Wandel der Erwartungen. Wer heute privat vorsorgt, möchte seine Geldanlage nicht nur staatlich gefördert wissen, sondern auch jederzeit digital nachvollziehen und verwalten können. Der Erfolg des Altersvorsorgedepots dürfte deshalb nicht allein von der Förderung abhängen, sondern ebenso von einer verständlichen, transparenten und digitalen Umsetzung.
Bitkom-Umfrage zum Altersvorsorgedepot
- 39 Prozent kennen das geplante Altersvorsorgedepot.
- 66 Prozent der Menschen ohne Rentenbezug können sich eine Nutzung vorstellen.
- 75 Prozent wünschen sich eine digitale Verwaltung des Depots.
- Die Einführung des staatlich geförderten Altersvorsorgedepots ist ab 2027 geplant.
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