BarmeniaGothaer sichert Flutrisiken erstmals über den Kapitalmarkt ab
Extremwetter verursacht in Deutschland seit Jahren Milliardenschäden. Die BarmeniaGothaer reagiert darauf mit einem neuen Instrument des Risikotransfers: Erstmals überträgt der Versicherer einen Teil seiner Flutrisiken auf Kapitalmarktinvestoren. Der Schritt zeigt, wie sich die Absicherung von Naturkatastrophen zunehmend verändert.
Steigende Schäden durch Starkregen und Hochwasser stellen Versicherer vor immer größere Herausforderungen. Die BarmeniaGothaer erschließt deshalb erstmals den Kapitalmarkt als zusätzliche Quelle für den Risikotransfer. Mit dem Cat Bond „Yardstick Re“ werden Flutrisiken im Umfang von rund 100 Millionen Euro anteilig auf institutionelle Investoren übertragen. Nach Angaben des Unternehmens ergänzt die Transaktion die klassische Rückversicherung und soll zusätzliche Kapazitäten für die Absicherung extremer Naturereignisse schaffen.
Kapitalmarkt ergänzt klassische Rückversicherung
Der Cat Bond besitzt eine Laufzeit von vier Jahren und deckt ausschließlich extreme Flutereignisse in Deutschland ab. Investoren übernehmen dabei einen Teil des Versicherungsrisikos und erhalten im Gegenzug eine risikoadäquate Verzinsung. Tritt während der Laufzeit ein definierter Schadenfall ein, wird das bereitgestellte Kapital zur Deckung der Versicherungsleistungen eingesetzt. „Mit Yardstick Re erweitern wir unser Instrumentarium im Risikotransfer gezielt um kapitalmarktbasierte Lösungen“, erklärt Harald Epple, Finanzvorstand der BarmeniaGothaer. Der Zugang zum Kapitalmarkt verschaffe dem Unternehmen zusätzliche Kapazitäten und ergänze den klassischen Rückversicherungsmarkt.
Was sind Cat Bonds?
Cat Bonds (Catastrophe Bonds) gehören im angelsächsischen Versicherungsmarkt bereits seit vielen Jahren zu den etablierten Instrumenten des Risikotransfers. Insbesondere in den USA werden Naturkatastrophenrisiken wie Hurrikans oder Erdbeben regelmäßig teilweise an Kapitalmarktinvestoren übertragen. Für den deutschen Versicherungsmarkt spielt dieses Instrument bislang dagegen eine vergleichsweise geringe Rolle. Mit der Emission von „Yardstick Re“ nutzt nun auch die BarmeniaGothaer diese Form der kapitalmarktgestützten Risikoabsicherung und greift damit eine Entwicklung auf, die international bereits seit Jahren zu beobachten ist.
Naturgefahren erhöhen den Handlungsdruck
Die wirtschaftliche Bedeutung von Naturkatastrophen nimmt weiter zu. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) verursachten Naturgefahren im Jahr 2025 versicherte Schäden von rund 2,6 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es sogar 5,7 Milliarden Euro. Langfristig entstehen durchschnittlich rund zwei Milliarden Euro Schäden pro Jahr.
Besonders einschneidend bleibt die Flutkatastrophe des Jahres 2021 mit versicherten Schäden von rund 10,9 Milliarden Euro. Gleichzeitig verfügen nach GDV-Angaben noch immer rund 41 Prozent der Wohngebäude in Deutschland über keinen Elementarschutz.
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