R+V stoppt Verkauf der Condor Leben – 219.000 Verträge bleiben im Konzern
Die R+V Versicherung hat den geplanten Verkauf ihrer Lebensversicherungstochter Condor Leben an Acathia Capital aufgegeben. Wie der genossenschaftliche Versicherer dem Branchenportal Fonds professionell mitteilte, verbleiben die rund 219.000 Verträge im Konzern und werden intern weitergeführt. Für die Versicherten ändert sich dadurch zunächst nichts.
Verkaufsprozess endet ohne Abschluss
Noch im März 2026 hatten die R+V und die Frankfurter Investmentgesellschaft Acathia Capital einen Letter of Intent für den Verkauf der Condor Lebensversicherungs-AG unterzeichnet. Der Abschluss der Transaktion war für das zweite oder dritte Quartal vorgesehen.
Dazu kommt es nun nicht mehr. Nach Angaben der R+V wird auch kein alternativer Käufer gesucht. Stattdessen sollen die Verträge innerhalb des Konzerns weitergeführt werden. Zu den Gründen für das Scheitern der Verhandlungen äußerten sich weder die R+V noch Acathia Capital.
Für Versicherte bleibt der Vertragspartner unverändert
Für die rund 219.000 Versicherungsnehmer hat die Entscheidung zunächst keine unmittelbaren Auswirkungen. Vertragspartner bleibt die R+V-Gruppe. Bestehende Leistungen, Garantien und vertragliche Ansprüche gelten unverändert weiter.
Das Portfolio umfasst klassische Lebensversicherungen mit Garantiezins, fondsgebundene Rentenversicherungen sowie Verträge der betrieblichen Altersversorgung und der Berufsunfähigkeitsversicherung.
Condor bleibt Teil der R+V-Gruppe
Die Condor Leben schreibt seit Anfang 2026 kein Neugeschäft mehr in der privaten Altersvorsorge. Aktiv bleibt das Unternehmen weiterhin in der betrieblichen Altersversorgung sowie in der Berufsunfähigkeitsversicherung.
Die R+V hatte die Condor-Gruppe bereits 2008 von der Oetker-Gruppe übernommen. Während das Sachversicherungsgeschäft der Condor Allgemeine in der R+V Allgemeine aufging, blieb die Condor Leben als eigenständige Gesellschaft im Konzern bestehen.
Run-off-Pläne vorerst vom Tisch
Mit dem Verkauf hätte Acathia Capital die Condor Leben übernommen und den Bestand künftig verwaltet. Solche Bestandsübertragungen werden in der Versicherungsbranche als Run-off bezeichnet. Dabei übernimmt ein neuer Eigentümer die Verwaltung bestehender Versicherungsverträge, während kein oder nur noch eingeschränktes Neugeschäft gezeichnet wird.
Mit dem Abbruch der Verhandlungen bleibt dieser Schritt aus. Die Condor-Bestände werden stattdessen weiterhin innerhalb der R+V verwaltet.
Weitere Verkaufsprozesse im deutschen Lebensversicherungsmarkt gelten zwar weiterhin als möglich. Der Fall Condor zeigt jedoch, dass auch nach einer unterzeichneten Absichtserklärung ein Verkauf nicht zwingend zustande kommt. Über die Gründe können derzeit nur die beteiligten Unternehmen Auskunft geben.
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