vfm wächst um 42 Prozent – und setzt weiter auf Unabhängigkeit
Während viele Maklerorganisationen auf Übernahmen, Investoren oder Beteiligungsmodelle setzen, verfolgt die vfm-Gruppe einen anderen Weg. Der Courtageumsatz stieg 2025 um 42 Prozent auf 89,6 Millionen Euro. Wachstumstreiber waren nach Unternehmensangaben organische Entwicklung, das neue Geschäftsfeld AOplus und eine konsequente Ausrichtung auf langfristige Unabhängigkeit.
Die vfm-Gruppe hat ihren Gesamt-Courtageumsatz im Geschäftsjahr 2025 auf 89,6 Millionen Euro gesteigert. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Wachstum von 42 Prozent. Nach Angaben des Unternehmens basiert die Entwicklung auf organischem Wachstum und dem Ausbau bestehender Geschäftsfelder – ohne Finanzinvestoren oder Eigentümerwechsel.
Bereits im vergangenen Jahr hatte die Unternehmensgruppe ihre strategische Weiterentwicklung vorangetrieben. Dazu gehörten unter anderem das neue Geschäftsfeld AOplus sowie die stärkere Ausrichtung auf technologische und unternehmerische Unabhängigkeit. (Zum Hintergrund: Auf experten.de haben wir bereits über das Modell von AOplus sowie die strategische Neuausrichtung des Ausschließlichkeitsvertriebs berichtet.)
AOplus entwickelt sich zum Wachstumstreiber
Einen wesentlichen Beitrag zum Wachstum leistete nach Unternehmensangaben das Geschäftsfeld AOplus. Mit dem Angebot unterstützt die vfm-Gruppe Versicherer bei der Weiterentwicklung ihrer Ausschließlichkeitsorganisationen. „Wenn Versicherer uns in AOplus ihren Ausschließlichkeitsvertrieb und damit ein hoch sensibles Key-Account-Feld anvertrauen, dann ist das ein starkes Signal“, sagt Klaus Liebig, geschäftsführender Gesellschafter der vfm-Gruppe. „Dieses Vertrauen muss man sich über Jahre erarbeiten – und man darf es nie als selbstverständlich ansehen.“
Unabhängigkeit umfasst heute auch die eigenen Daten
Nach Auffassung der vfm-Gruppe reicht Unabhängigkeit heute über Eigentümerstrukturen oder Courtagevereinbarungen hinaus. Zunehmend gewinne die technologische Selbstbestimmung an Bedeutung. „Die Diskussion über Unabhängigkeit wird häufig noch zu oberflächlich geführt“, sagt Robert Schmidt, Geschäftsführer der vfm-Gruppe. „Die Frage nach den Daten ist längst die Frage nach der eigenen unternehmerischen Handlungsfreiheit. Entscheidend ist, ob Makler dauerhaft Herr ihrer Daten, ihrer Prozesse und damit ihrer unternehmerischen Substanz bleiben.“ Damit greift das Unternehmen ein Thema auf, das angesichts zunehmender Plattformstrategien, neuer KI-Anwendungen und sich verändernder Eigentümerstrukturen im Maklermarkt an Bedeutung gewinnt.
Gegenmodell zur Konsolidierung
Die vfm-Gruppe versteht ihr Wachstum zugleich als Signal gegen einen Trend, der den Markt seit Jahren prägt. Während zahlreiche Maklerorganisationen durch Übernahmen, Beteiligungen oder Investoren wachsen, setzt das inhabergeführte Unternehmen nach eigener Darstellung auf organische Entwicklung und langfristige Partnerschaften. „Viele reden heute über Wachstum, meinen aber in Wahrheit Übernahmen, Investorenkapital oder neue Beteiligungskonstrukte“, sagt Liebig. „Wir zeigen, dass es auch anders geht.“
Maklermarkt ordnet sich neu
Die Entwicklung der vfm-Gruppe steht beispielhaft für die Veränderungen im Maklermarkt. Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und neue Plattformmodelle verändern nicht nur Prozesse, sondern auch die Frage, wie unabhängig Makler künftig wirtschaftlich und technologisch agieren können.
Vor diesem Hintergrund gewinnen Themen wie Datenhoheit, technische Souveränität und langfristige Partnerschaften zunehmend an strategischer Bedeutung.
Ausblick
Wie sich der Maklermarkt unter dem Einfluss von Künstlicher Intelligenz, Datenhoheit und neuen Vertriebsmodellen verändert, beleuchtet auch die kommende Titelgeschichte des expertenReport 7/26. Darin sprechen Klaus Liebig und Robert Schmidt ausführlich über AOplus, technologische Unabhängigkeit und die Zukunft des Maklergeschäfts.
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