Aktien-ETFs bleiben die klare Nummer eins in Deutschland. Laut BVI fließt fast das gesamte Neugeschäft offener Fonds in ETFs – und hier vor allem in Aktien-Indizes. Doch auch Renten- und Geldmarkt-ETFs gewinnen dank Zinswende wieder an Bedeutung.
Die Struktur des deutschen ETF-Marktes zeigt ein eindeutiges Bild: Rund 82 Prozent des gesamten Vermögens entfallen auf Aktien-ETFs, 14 Prozent auf Rentenfonds und knapp 3 Prozent auf Geldmarktprodukte. Das geht aus dem aktuellen BVI-Research zum deutschen ETF-Markt 2025 hervor. Damit konzentriert sich das Anlegerinteresse weiterhin klar auf Aktienmärkte – gleichzeitig zeichnet sich durch die Zinswende eine Renaissance des Geldmarkts ab.
ETF-Wachstum überstrahlt aktives Fondsgeschäft
Im ersten Halbjahr 2025 wuchs das Vermögen aller offenen Fonds in Deutschland um rund 128 Milliarden Euro. Fast 90 Prozent dieses Neugeschäfts entfielen laut BVI auf ETFs – ein Zuwachs von 113,8 Milliarden Euro, während aktiv verwaltete Fonds lediglich 14,8 Milliarden Euro beisteuerten.
Damit setzt sich ein Trend fort, der die Fondsbranche strukturell verändert: ETFs sind längst nicht mehr nur passives Beiwerk, sondern der Hauptmotor des Mittelzuflusses im Investmentgeschäft. „Das ETF-Wachstum zeigt, wie stark sich der Markt professionalisiert hat. Anleger nutzen Indexprodukte gezielt für strategische Allokationen – nicht nur als Ersatz für aktive Fonds“, heißt es in der BVI-Analyse.
Geldmarkt-ETFs erleben Comeback
Ein bemerkenswerter Trend ist der erneute Aufschwung bei Geldmarkt-ETFs. Nach Jahren vernachlässigter Renditen bringen die steigenden Zinsen diese Produktklasse zurück ins Blickfeld vieler Investoren. Sie dienen zunehmend als Liquiditätsparkplatz, bieten kurzfristige Erträge und werden von institutionellen Anlegern zur steuerlich effizienten Zwischenanlage genutzt. Dennoch bleibt das Volumen mit drei Prozent des Gesamtmarkts gering – die Dynamik aber stark steigend.
Breite Diversifikation, einfache Umsetzung
Besonders gefragt bleiben ETFs auf weltweite Indizes wie MSCI World, S&P 500 oder Stoxx Europe 600. Zunehmend setzen Anleger aber auch auf thematische Strategien, etwa zu Nachhaltigkeit, Technologie oder Gesundheitswesen. Der BVI sieht darin ein Zeichen für die Reife des Marktes: Anleger kombinierten breit gestreute Basisbausteine mit gezielten Themeninvestments. ETFs dienten so als Baukasten für individuelle Portfolios, von langfristiger Vorsorge bis kurzfristigem Liquiditätsmanagement.
Ausblick: Differenzierung statt Entweder-oder
Obwohl ETFs weiterhin dominieren, ist laut Verband kein vollständiger Verdrängungswettbewerb zu erwarten. Viele Anleger nutzten mittlerweile Kombinationsstrategien aus passiven und aktiven Fonds, um Chancen gezielt zu steuern.
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