ETF-Boom in Deutschland: Anleger investieren über 500 Milliarden Euro in Indexfonds
Der deutsche ETF-Markt wächst weiter rasant: Laut BVI-Research kletterte das verwaltete Vermögen in nur zwei Jahren um 200 Milliarden Euro – auf nunmehr über eine halbe Billion Euro. Immer mehr Privatanleger nutzen ETFs für langfristige Geldanlage und Altersvorsorge.
Der Boom am deutschen Markt für börsengehandelte Indexfonds (ETFs) hält unvermindert an. Laut einer aktuellen Auswertung des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) verwalteten in Deutschland zugelassene ETFs Mitte 2025 ein Vermögen von rund 500 Milliarden Euro – rund 200 Milliarden Euro mehr als noch 2022.
Mit einem Marktanteil von fast 25 Prozent am gesamten Publikumsfondsvermögen ist das Segment so groß wie nie zuvor. Damit haben ETFs ihre Rolle als zentrale Säule der Kapitalanlage auch im internationalen Vergleich weiter gefestigt.
110 Milliarden Euro neue Mittel in zwei Jahren
Das starke Wachstum des ETF-Marktes beruht auf einer Kombination aus Neugeschäft und Kursgewinnen:
- 110 Milliarden Euro flossen seit Anfang 2023 netto in ETFs,
- 80 Milliarden Euro resultieren aus Marktwertsteigerungen.
Die Entwicklung zeigt die anhaltend hohe Nachfrage nach einfachen, kostengünstigen und transparenten Anlageprodukten – sowohl von institutionellen Investoren als auch zunehmend von Privatanlegern. „Deutschland ist inzwischen der wichtigste Absatzmarkt für ETFs in Europa“, heißt es in der BVI-Analyse.
Nach Angaben des Verbands besitzen inzwischen rund 10,5 Millionen Privatanleger*innen in Deutschland ETFs – doppelt so viele wie vor fünf Jahren. Besonders dynamisch wächst die Nutzung im Bereich der privaten Altersvorsorge, wo Sparpläne über Neobroker und Direktbanken als Wachstumstreiber gelten.
Indexfonds verdrängen klassische Anlageformen
Während das Gesamtvolumen der Publikumsfonds in Deutschland rund zwei Billionen Euro beträgt, machen ETFs inzwischen fast ein Viertel davon aus. In kaum einem anderen EU-Land ist die ETF-Quote so stark gestiegen. Klassische aktiv verwaltete Fonds legten im selben Zeitraum zwar leicht zu, konnten das Wachstum der passiven Produkte aber nicht annähernd halten.
Laut BVI profitieren ETFs von mehreren strukturellen Trends:
- wachsende Digitalisierung der Geldanlage,
- zunehmende Kostentransparenz,
- und die Verlagerung der Vorsorgeentscheidungen in die Eigenverantwortung der Anleger.
ETFs als Baustein der Altersvorsorge
Mit der anhaltenden Debatte über staatlich geförderte Altersvorsorgedepots gewinnt das ETF-Thema zusätzliche politische Bedeutung. Der BVI sieht darin einen zentralen Hebel, um die Kapitalanlage breiter Bevölkerungsschichten zu stärken und die private Vorsorge zu vereinfachen.
Das aktuelle Research-Paper bildet den Auftakt einer neuen Auswertungsreihe, die in den kommenden Monaten detaillierte Einblicke in Kostenstrukturen, Indexzusammensetzungen und Anlegerverhalten liefern soll.
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