PKV-Beiträge: Verband kündigt deutliche Anpassungen an
Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) rechnet für den Jahreswechsel 2026 mit spürbaren Beitragserhöhungen. Nach vorläufigen Angaben sollen rund 60 Prozent der privat Vollversicherten betroffen sein, im Schnitt mit etwa 13 Prozent Mehrbelastung.
Vorläufige Zahlen mit Einschränkungen
Die Werte sind allerdings noch nicht endgültig. Erfasst sind nur die Unternehmen, die traditionell zum Jahresanfang anpassen – die Mehrheit der Anbieter, aber nicht alle. Manche Versicherer folgen erst später im Jahr. Zudem können die Anpassungen durch die Auflösung von Rückstellungen in einzelnen Tarifen noch abgefedert werden.
Die Anpassungen erfolgen nach gesetzlichen Vorgaben: Erhöht sich das Leistungsausgaben-Niveau in einem Tarif um mehr als zehn Prozent, müssen die Beiträge überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Diese Schwelle wird zum 1. Januar 2026 nach Angaben des PKV-Verbands bei einer Vielzahl von Tarifen erreicht.
Der Verband begründet die erwarteten Erhöhungen vor allem mit steigenden Kosten im Gesundheitssystem: Personal- und Sachkosten in Kliniken, höhere Ausgaben für Arzneimittel sowie zunehmende Leistungen im ambulanten Bereich.
Laut den Geschäftszahlen 2024 des PKV-Verbands lagen die Leistungsausgaben in der Krankenversicherung bei 36,5 Milliarden Euro, ein Plus von 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Besonders stark stiegen die Kosten für allgemeine Krankenhausleistungen mit über zehn Prozent sowie für Pflegeleistungen mit 17,6 Prozent. Auch im ambulanten Bereich waren deutliche Zuwächse zu beobachten: Arzneimittelausgaben legten um knapp zehn Prozent zu, Heilmittel wie Physio- oder Ergotherapie um rund neun Prozent.
In einer eigenen Argumentationshilfe verweist der PKV-Verband darauf, dass auch die GKV-Beiträge kräftig steigen. Beschäftigte mit Durchschnittseinkommen zahlen demnach ab 2026 voraussichtlich knapp 770 Euro im Monat für die Krankenversicherung, an der Beitragsbemessungsgrenze sogar rund 1.030 Euro. Zum Vergleich: Der PKV-Durchschnittsbeitrag läge – sofern die erwartete Steigerung im Bestand so ankommt – bei rund 617 Euro.
Unklare Belastung für Versicherte
Für Versicherte bleibt derzeit noch offen, ob und in welchem Umfang der eigene Vertrag tatsächlich betroffen ist. Erst die Anpassungsschreiben der Versicherer zum Jahreswechsel geben konkrete Auskunft.
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