Allianz Trade: Mini-Wachstum 2025 – doch Deutschlands Resilienz lässt auf mehr hoffen

Veröffentlichung: 08.07.2025, 11:07 Uhr - Lesezeit 3 Minuten

Trotz schleppender Weltkonjunktur sieht Allianz Trade Deutschland auf dem Weg zur wirtschaftlichen Erholung – sofern Digitalisierung, Klimainvestitionen und Strukturreformen entschlossen vorangetrieben werden.

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Trotz schleppender Weltkonjunktur sieht Allianz Trade Deutschland auf dem Weg zur wirtschaftlichen Erholung - unter bestimmten Voraussetzungen.Trotz schleppender Weltkonjunktur sieht Allianz Trade Deutschland auf dem Weg zur wirtschaftlichen Erholung - unter bestimmten Voraussetzungen.DALL-E

Die Weltwirtschaft bleibt 2025 in schwierigem Fahrwasser. Das globale Wachstum erreicht laut Allianz Trade mit +2,5 % den niedrigsten Wert außerhalb von Rezessionen seit 2008. Auch der Welthandel stagniert – mit gerade einmal 0,3 % Zuwachs. Doch es gibt Lichtblicke, insbesondere in Deutschland: Nach einem überraschenden BIP-Plus von 0,4 % im ersten Quartal prognostiziert der weltweit führende Kreditversicherer für das Gesamtjahr ein Mini-Wachstum von 0,1 %. Ab 2026 soll die Erholung an Tempo gewinnen und rund 1 % erreichen.

„Deutschland beweist auch in Zeiten vieler Unsicherheiten seine Resilienz“, sagt Milo Bogaerts, CEO von Allianz Trade für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Die Bedingung: Der angekündigte Reformkurs muss konsequent umgesetzt werden. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, betont Bogaerts. „Strukturelle Reformen, Investitionen und die grüne sowie digitale Transformation sind der Schlüssel zur Sicherung von Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit.“

Zölle als Unsicherheitsfaktor

Ein zentrales Risiko bleibt der internationale Handelskonflikt. Zwar hat die Einigung zwischen den USA und China zu einer Senkung der US-Zölle geführt, doch mögliche neue Zölle gegenüber der EU – insbesondere im Automobilsektor – könnten die deutsche Erholung empfindlich treffen. „Die große Frage ist, in welcher Höhe und für welche Branchen neue Zölle zurückkommen“, so Bogaerts.

Die USA selbst profitieren kurzfristig von Zollsenkungen und einer Wachstumserwartung von +1,6 % für 2025/2026. Zugleich lasten hohe Staatsdefizite und fiskalische Risiken auf der US-Wirtschaft. Auch Europa steht unter Druck: Verteidigungsausgaben und Schuldenfinanzierung belasten die Entwicklung, während Schwellenländer heterogen agieren – mit teils wachstumsfördernden Effekten durch Währungsaufwertung.

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