Altersvorsorgedepot: Zurich plant drei Lösungen für 2027
Zurich positioniert sich für die geplante Reform der geförderten privaten Altersvorsorge. Ab 2027 will der Versicherer ein Standarddepot, ein Altersvorsorgedepot ohne Garantie und eine Versicherungslösung mit 80-prozentiger Beitragsgarantie anbieten. Unterschiede soll es auch bei der Kapitalanlage und den späteren Auszahlungen geben.
Die Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG konkretisiert ihre Pläne für die neue geförderte private Altersvorsorge. Ab 2027 will der Versicherer drei unterschiedliche Lösungen anbieten, die verschiedene Sicherheitsbedürfnisse und Anlagepräferenzen berücksichtigen sollen.
Geplant sind ein gesetzlich vorgesehenes Standarddepot eines Kooperationspartners, ein Altersvorsorgedepot ohne Beitragsgarantie und eine fondsgebundene Versicherungslösung mit einer Garantie von 80 Prozent auf Eigenbeiträge und Zulagen.
Die beiden letztgenannten Angebote sollen auf der bestehenden fondsgebundenen Rentenversicherung „Vorsorgeinvest“ aufbauen. Zurich verfolgt damit einen Ansatz, bei dem Kunden zwischen einer stärker kapitalmarktorientierten Anlage und zusätzlicher Absicherung wählen können.
Drei Modelle mit unterschiedlichen Sicherheitsniveaus
Das Standarddepot soll eine einfache, vorgegebene Kapitalanlage mit einem anschließenden Auszahlungsplan verbinden. Es richtet sich damit insbesondere an Sparer, die eine standardisierte Lösung bevorzugen. Das Altersvorsorgedepot ohne Garantie soll dagegen größere Freiheiten bei der Kapitalanlage eröffnen. Vorgesehen ist eine breitere Fondsauswahl, die sowohl gemanagte Depotmodelle als auch die individuelle Zusammenstellung von Fonds umfasst. Auf eine Absicherung der eingezahlten Beiträge wird zugunsten höherer Renditechancen verzichtet.
Die dritte Variante ist als fondsgebundene Versicherungslösung mit einer Garantie von 80 Prozent auf Eigenbeiträge und Zulagen geplant. Auch hier soll eine breitere Fondsauswahl zur Verfügung stehen. Im Unterschied zum garantiefreien Depot wird jedoch ein Teil der Einzahlungen abgesichert. „Sicherheit hat einen Preis – aber auch einen konkreten Wert“, erklärt Björn Bohnhoff, Vorstand Leben bei der Zurich Gruppe Deutschland. Entscheidend sei, dass Kunden bewusst wählen könnten, wie sie Renditechancen und Sicherheit miteinander verbinden möchten.
Auch die Auszahlungsphase soll Wahlmöglichkeiten bieten
Zurich stellt neben der Ansparphase insbesondere die spätere Verwendung des Vorsorgevermögens in den Mittelpunkt. Nach den angekündigten Produktplänen sollen beim garantiefreien Altersvorsorgedepot und bei der Versicherungslösung mit 80-prozentiger Garantie zum Rentenbeginn unterschiedliche Auszahlungswege zur Verfügung stehen. Genannt werden eine lebenslange Rente und ein Auszahlungsplan, jeweils verbunden mit der Möglichkeit einer Kapitalauszahlung von bis zu 30 Prozent.
Damit will Zurich unterschiedliche Anforderungen an die Altersvorsorge berücksichtigen. Während ein Auszahlungsplan eine flexible Verwendung des angesparten Kapitals ermöglichen kann, bietet eine lebenslange Rente grundsätzlich Schutz gegen das Risiko, dass die eigenen Ersparnisse bei einem langen Leben aufgebraucht werden. Welche konkreten Bedingungen für die einzelnen Auszahlungsvarianten gelten werden, lässt Zurich bislang offen.
Beratung soll Unterschiede zwischen Depot und Versicherung erklären
Mit den geplanten Angeboten verbindet Zurich auch einen höheren Beratungsbedarf. Neben der erwarteten Rendite sollen insbesondere der persönliche Sicherheitsbedarf, die verbleibende Anlagedauer, die staatliche Förderung und die gewünschte Auszahlung berücksichtigt werden. „Wir sind überzeugt, dass der Erfolg der Reform sich nicht daran entscheiden wird, wer die meisten Depots eröffnet“, sagt Nina Henschel, Vertriebsvorständin Privat- und Gewerbekunden bei Zurich Deutschland. Entscheidend sei vielmehr, Menschen dabei zu unterstützen, aus ihren Ersparnissen eine tragfähige Altersvorsorge zu entwickeln.
Zurich will dafür sowohl die eigene Ausschließlichkeitsorganisation als auch unabhängige Vermittler und Vertriebspartner wie Deutsche Bank, Postbank und DWS einbinden. Konkrete Angaben zu Produktkosten, Fondsauswahl, Vergütung und den endgültigen Vertragsbedingungen enthält die Ankündigung noch nicht. Diese Faktoren werden für einen späteren Vergleich der drei Lösungen wesentlich sein.
Bestehende Riester-Verträge nicht vorschnell aufgeben
Für Kunden mit einem bestehenden Riester-Vertrag sieht Zurich derzeit keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. Ob ein Wechsel in eines der neuen Angebote sinnvoll sein könnte, hängt unter anderem von den vorhandenen Garantien, den Vertragsbedingungen und der persönlichen Vorsorgesituation ab. Der Versicherer empfiehlt deshalb, bestehende Verträge nicht vorschnell zu verändern. Eine fundierte Entscheidung sei erst möglich, wenn die konkreten gesetzlichen und produktseitigen Rahmenbedingungen feststehen.
Zurich verfügt über langjährige Erfahrung mit fondsgebundenen Altersvorsorgelösungen. Zum Jahresende 2025 verwaltete die Gruppe in diesem Bereich nach eigenen Angaben ein Fondsvolumen von 21,4 Milliarden Euro.
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