Kaskoschutz für E-Autos: Große Preisunterschiede bei den Versicherern
Elektroautos werden zunehmend attraktiver, doch ein günstiger Kaufpreis bedeutet nicht zwangsläufig niedrige Gesamtkosten. Eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest zeigt erhebliche Unterschiede bei den Versicherungsbeiträgen. Zugleich kommt es bei der Absicherung auf Leistungen an, die über den klassischen Kaskoschutz hinausgehen.
Versicherungsbeiträge unterscheiden sich um Tausende Euro
Die Versicherungskosten können die Wirtschaftlichkeit eines Elektroautos erheblich beeinflussen. Das zeigt eine Untersuchung der Stiftung Warentest Finanzen, die insbesondere bei einigen chinesischen Elektrofahrzeugen hohe Beiträge festgestellt hat.
Für eine Familie mit Schadenfreiheitsklasse 20 kostet die Vollkaskoversicherung eines BYD Seal U je nach Anbieter zwischen rund 900 und 2.900 Euro jährlich. Bei einem vergleichbaren Skoda Enyaq liegt die Beitragsspanne dagegen zwischen etwa 530 und 1.120 Euro. Damit können die jährlichen Versicherungskosten bereits bei der Fahrzeugwahl deutlich auseinandergehen.
Als mögliche Ursachen für die höheren Beiträge chinesischer Modelle nennt die Stiftung Warentest unter anderem die teilweise kostspielige Beschaffung von Ersatzteilen aus Asien. Hinzu kommt, dass neue Fahrzeugmodelle aufgrund fehlender Schadensdaten zunächst in höhere Typklassen eingestuft werden können.
Die großen Beitragsspannen innerhalb eines Fahrzeugmodells verdeutlichen zugleich, wie stark sich die Tarifgestaltung der einzelnen Versicherer unterscheidet.
49 leistungsstarke E-Auto-Policen identifiziert
Im Rahmen ihrer Untersuchung hat die Stiftung Warentest 49 leistungsstarke Versicherungstarife für Elektroautos ermittelt. Im Mittelpunkt standen dabei insbesondere Leistungen, die bei elektrischen Fahrzeugen eine wichtige Rolle spielen.
Für neue und neuwertige Elektroautos ist eine Vollkaskoversicherung besonders relevant. Ein wesentliches Leistungsmerkmal ist dabei die Neupreisentschädigung. Nach den Kriterien der Stiftung Warentest sollte diese mindestens 24 Monate nach dem Neukauf gelten. Bei einem Diebstahl oder selbst verschuldeten Totalschaden kann dadurch der ursprüngliche Kaufpreis ersetzt werden, statt lediglich den aktuellen Wiederbeschaffungswert zu berücksichtigen.
Diese Versicherer bieten leistungsstarken E-Auto-Schutz
Zu den von Stiftung Warentest aufgeführten Angeboten gehören unter anderem die Tarife von Allianz, ADAC, HUK24, DEVK, Barmenia, HDI, VHV und Württembergische. Sie erfüllen die von den Verbraucherschützern festgelegten Mindestanforderungen an einen leistungsstarken Kaskoschutz für Elektroautos. Dazu zählen unter anderem eine mindestens 24-monatige Neupreisentschädigung für Fahrzeug und Akku, eine Absicherung von Folgeschäden durch Tierbisse und Kurzschlüsse sowie Leistungen für Ladezubehör und Batterieschäden.
Unterschiede bestehen dennoch beim Leistungsumfang. So sehen einzelne Tarife eine Neupreisentschädigung von bis zu 48 Monaten vor, während andere Angebote auf 24 oder 36 Monate begrenzt sind. Auch bei den Entschädigungsgrenzen für Wallboxen, Akkuentsorgung und Akkulöschkosten unterscheiden sich die Versicherer.
Batterieschutz als zentraler Bestandteil
Besondere Bedeutung kommt der Absicherung des Akkus zu. Dieser gehört zu den teuersten Komponenten eines Elektroautos und kann im Schadenfall erhebliche Reparatur- oder Austauschkosten verursachen.
Die Stiftung Warentest legt bei ihrer Tarifauswahl deshalb Wert auf eine mindestens 24-monatige Neuwertabsicherung des Akkus. Darüber hinaus sollten Folgeschäden durch Tierbisse und Kurzschlüsse in der Teilkaskoversicherung mit mindestens 20.000 Euro gedeckt sein.
Als weiteres wichtiges Leistungsmerkmal gilt eine Allgefahrendeckung für den Akku. Sie umfasst grundsätzlich auch Schäden, die nicht ausdrücklich in den Versicherungsbedingungen ausgeschlossen sind. Dazu können beispielsweise Schäden durch Bedienfehler oder eine versehentliche Tiefenentladung gehören.
Auch Ladezubehör und Folgekosten absichern
Neben dem Fahrzeug und seiner Batterie spielen weitere elektrische Komponenten eine Rolle. Die von Stiftung Warentest ausgewählten Tarife umfassen deshalb unter anderem den Diebstahlschutz für Ladekabel und mobile Ladegeräte sowie die Mitversicherung der Wallbox.
Bei einem gestohlenen mobilen Ladegerät sollte die Entschädigung mindestens 3.000 Euro betragen. Ebenfalls berücksichtigt wurden die Übernahme von Akkuentsorgungs- und speziellen Akkulöschkosten, die nach einem schweren Batterieschaden entstehen können.
Ein weiterer Bestandteil ist der Autoschutzbrief. Dieser kann das Abschleppen zur nächsten Ladestation abdecken, wenn ein Elektroauto wegen eines versehentlich leer gefahrenen Akkus liegen bleibt. Die entsprechenden Leistungen unterscheiden sich jedoch je nach Versicherer und Tarif.
Die Untersuchung macht damit deutlich, dass beim Versicherungsschutz für Elektroautos nicht allein die Beitragshöhe entscheidend ist. Auch die Absicherung der Batterie, des Ladezubehörs und möglicher Folgekosten beeinflusst den tatsächlichen Leistungsumfang einer Police.
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