Kfz-Handel und Werkstätten: Württembergische bewertet Hagelrisiken künftig genauer
Hagelschäden verursachen in der Kfz-Versicherung regelmäßig hohe Kosten. Die Württembergische Versicherung reagiert nun mit einer Überarbeitung ihres Spezialtarifs für Kfz-Handel und Kfz-Handwerk. Künftig sollen regionale Wetterrisiken und Schutzmaßnahmen auf Betriebsgeländen stärker in die Prämienkalkulation einfließen.
Die Württembergische Versicherung überarbeitet zum 1. Juli 2026 ihr Kfz-Spezial-Versicherungsangebot für Betriebe aus dem Kfz-Handel und dem Kfz-Handwerk. Von den Änderungen profitieren insbesondere Kfz-Werkstätten, Gebrauchtwagenhändler sowie Händler von Motorrädern und Transportanhängern.
Hagelrisiken rücken stärker in den Fokus
Ein zentraler Bestandteil der Tarifanpassung ist die differenziertere Bewertung von Naturgefahren. Künftig berücksichtigt der Versicherer bei der Prämienberechnung stärker, wie häufig und intensiv Hagelereignisse in einer Region auftreten. Unternehmen in Gebieten mit geringer Hagelbelastung können dadurch von niedrigeren Beiträgen profitieren. Gleichzeitig werden auch die betrieblichen Schutzmaßnahmen stärker einbezogen. So fließt künftig unter anderem ein, wie viele Stellplätze auf dem Betriebsgelände vorhanden sind und welcher Anteil davon überdacht ist. Je besser Fahrzeuge vor Witterungseinflüssen geschützt werden können, desto günstiger kann die Risikoeinstufung ausfallen.
Einheitliche Regelung bei Hagelschäden
Für abgestellte Fahrzeuge auf den Geländen von Autohäusern und Kfz-Werkstätten führt die Württembergische zudem eine einheitliche Selbstbeteiligung ein. Bei Hagelschäden gilt künftig eine Selbstbeteiligung von 1.000 Euro je betroffenem Fahrzeug. Die Maßnahme soll für mehr Transparenz bei der Schadenregulierung sorgen und gleichzeitig die Kalkulierbarkeit der Risiken verbessern.
Flexible Versicherungssummen möglich
Neu ist auch die Möglichkeit, die Versicherungssumme individueller festzulegen. Bislang wurde im Tarif pauschal ein Fahrzeugwert von 250.000 Euro je Fahrzeug angesetzt. Künftig können Betriebe die Versicherungssumme an den tatsächlichen Fahrzeugbestand anpassen. Vor allem Unternehmen mit Fahrzeugen geringeren Werts könnten dadurch ihre Absicherung passgenauer gestalten und unter Umständen Prämien sparen.
Effizienterer Abschlussprozess
Neben den tariflichen Änderungen hat die Württembergische auch den Antragsprozess angepasst. Nach Angaben des Unternehmens soll sich der Abfrageaufwand bei der Policierung spürbar reduzieren. Dadurch können viele Risiken künftig direkt im Vertrieb abgeschlossen werden, ohne dass eine zusätzliche Prüfung durch Fachabteilungen erforderlich wird. Eine vertiefte Risikoprüfung bleibt auf besonders komplexe oder risikoreiche Konstellationen beschränkt.
Naturgefahren verändern die Tarifwelt
Die Überarbeitung zeigt zugleich einen größeren Branchentrend. Extremwetterereignisse wie Hagel, Starkregen oder Überschwemmungen spielen in der Risikokalkulation vieler Versicherer eine immer wichtigere Rolle. Gleichzeitig wächst der Wunsch, Präventionsmaßnahmen stärker zu berücksichtigen.
Für Vermittler bedeutet dies, dass neben klassischen Risikofaktoren zunehmend auch Standortmerkmale und betriebliche Schutzkonzepte in Beratung und Ausschreibung einbezogen werden müssen. Gerade bei Unternehmen mit größeren Fahrzeugbeständen kann die Frage, wie Fahrzeuge gelagert und geschützt werden, künftig einen stärkeren Einfluss auf die Versicherbarkeit und die Beitragshöhe haben.
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