„Die lebenslange Rente ist ein klares Alleinstellungsmerkmal der Versicherer gegenüber Banken, Fondsanbietern, Neobrokern oder staatlichen Standardlösungen“, sagt Dr. Michael Zons, Vorstand für die Bereiche Leben und Komposit bei den DEVK Versicherungen.„Die lebenslange Rente ist ein klares Alleinstellungsmerkmal der Versicherer gegenüber Banken, Fondsanbietern, Neobrokern oder staatlichen Standardlösungen“, sagt Dr. Michael Zons, Vorstand für die Bereiche Leben und Komposit bei den DEVK Versicherungen.Jürgen Naber /DEVK

Altersvorsorge-Reform: DEVK plant zwei neue Förderprodukte ab 2027

Veröffentlichung: 06.07.2026, 14:07 Uhr - Lesezeit 6 Minuten

Die Vorbereitungen auf die Reform der privaten Altersvorsorge laufen inzwischen bei immer mehr Versicherern an. Nach Allianz und anderen Marktteilnehmern kündigt nun auch die DEVK konkrete Produktpläne für 2027 an – und setzt dabei auf zwei unterschiedliche Wege der geförderten Vorsorge.

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Je näher die geplante Reform der privaten Altersvorsorge rückt, desto konkreter werden die Vorbereitungen der Versicherungswirtschaft. Nachdem zuletzt bereits mehrere Versicherer ihre Strategien vorstellten, kündigt nun auch die DEVK zwei neue geförderte Altersvorsorgeprodukte an. Gleichzeitig informiert der Kölner Versicherer seine Riester-Bestandskunden über mögliche Handlungsoptionen und entwickelt einen eigenen Fördervergleich.

Zwei Produktwelten für unterschiedliche Kunden

Geplant ist zunächst ein kostengünstiges Standarddepot ohne Kapitalgarantie, das überwiegend auf ETFs setzt und sowohl online als auch über die DEVK-Geschäftsstellen abgeschlossen werden kann. Nach Angaben des Unternehmens sollen die laufenden Kosten dabei deutlich unter der von der Bundesregierung vorgesehenen Kostenobergrenze von einem Prozent pro Jahr liegen.

Im zweiten Quartal 2027 soll zusätzlich ein individuelles Förderprodukt auf Basis der fondsgebundenen Rentenversicherung DEVK-Rente ZukunftPlus folgen. Vorgesehen sind unterschiedliche Garantievarianten sowie flexible Möglichkeiten für Zuzahlungen und Beitragspausen. Der Abschluss soll ausschließlich im Rahmen einer qualifizierten Beratung erfolgen.

Lebenslange Rente bleibt zentrales Argument

Mit beiden Produkten will die DEVK weiterhin eine lebenslange Rentenzahlung anbieten oder alternativ einen Auszahlungsplan bis mindestens zum 85. Lebensjahr ermöglichen. „Die lebenslange Rente ist ein klares Alleinstellungsmerkmal der Versicherer gegenüber Banken, Fondsanbietern, Neobrokern oder staatlichen Standardlösungen“, sagt Dr. Michael Zons, Vorstand für die Bereiche Leben und Komposit bei den DEVK Versicherungen. Zugleich warnt Zons davor, die Bedeutung der Langlebigkeit zu unterschätzen. „Wer heute 25 Jahre alt ist, hat statistisch gesehen eine Lebenserwartung von rund 90 Jahren. Umso kritischer sehen wir daher Auszahlungspläne, die bereits mit 85 Jahren enden. Wer länger lebt – und das werden viele Menschen –, läuft Gefahr, im hohen Alter ohne zusätzliche private Rentenzahlungen dazustehen.“

Beratung bleibt Streitpunkt

Neben der Produktgestaltung positioniert sich die DEVK auch bei der Frage der Beratung. Während die geplante Reform auf eine verpflichtende Beratung verzichtet, sieht das Unternehmen darin Risiken. „Die Politik verzichtet auf eine verpflichtende Beratung. Dadurch besteht das Risiko, dass Kundinnen und Kunden die Folgen ihrer Entscheidung bei Vertragsabschluss nicht vollständig überblicken. Wir halten deshalb eine lebenslange Rente in Kombination mit qualifizierter Beratung für den besseren Weg, um Menschen dauerhaft vor Versorgungslücken im Alter zu schützen.“

Damit reiht sich die DEVK in eine Diskussion ein, die derzeit mehrere Versicherer führen. Bereits in den vergangenen Wochen hatten Marktteilnehmer darauf hingewiesen, dass das geplante Altersvorsorge-Depot trotz stärkerer Digitalisierung ein beratungsintensives Produkt bleiben dürfte. Bereits im Mai hatte die Alte Leipziger als erster Lebensversicherer ihre Post-Riester-Strategie vorgestellt. Es folgten Positionierungen des Volkswohl Bunds, Untersuchungen zum Beratungsbedarf sowie zuletzt die Ankündigung der Allianz, Angebote für alle drei geplanten Förderwege entwickeln zu wollen.

Riester-Bestände im Blick

Parallel bereitet die DEVK ihre rund 120.000 Riester-Kunden auf die Reform vor. Über das Kundenportal soll ein Fördervergleichsrechner künftig berechnen, welche staatlichen Zulagen bislang erzielt wurden und wie sich diese im neuen Fördersystem verändern würden.

Nach Einschätzung des Unternehmens wird jedoch nicht jeder Wechsel sinnvoll sein. Gerade ältere Riester-Verträge verfügten häufig über Garantien, die auch künftig wirtschaftliche Vorteile bieten könnten. Deshalb will die DEVK ihre Kunden bei einer individuellen Entscheidung unterstützen.

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