Generali 2025: Rekordergebnis dank Schadenversicherung und kapitalleichter Lebenspolicen
Die Generali Group hat 2025 ihre Bruttobeiträge auf 98,1 Milliarden Euro gesteigert. Das entspricht einem Plus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der zentrale Wachstumstreiber ist jedoch eindeutig die Schaden- und Unfallversicherung.
In diesem Segment wachsen die Prämien um 7,6 Prozent und damit mehr als doppelt so schnell wie der Gesamtkonzern.
Parallel verbessert sich die technische Profitabilität deutlich:
- Combined Ratio: 92,6 Prozent (–1,4 Prozentpunkte)
- Undiskontierte Combined Ratio: 94,3 Prozent (–1,6 Prozentpunkte)
Eine Combined Ratio unter 95 Prozent gilt im europäischen Markt als sehr solide technische Marge.
Generali-CEO Philippe Donnet verweist in diesem Zusammenhang auf die operative Stärke des Kerngeschäfts. Donnet erklärt:
„Der Fokus auf Exzellenz in unseren Kernkompetenzen spiegelt sich in der hervorragenden Performance im Bereich Schaden- und Unfallversicherung mit einer starken zugrunde liegenden technischen Rentabilität wider“.
Nach mehreren Jahren steigender Schadenkosten profitieren viele europäische Versicherer derzeit von deutlichen Tarifanpassungen im P&C-Geschäft. 2025 wird dieser Effekt erstmals vollständig ergebniswirksam.
Lebensversicherung wächst über fondsgebundene und hybride Produkte
Auch das Lebensversicherungsgeschäft zeigt eine positive Entwicklung. Generali meldet Nettomittelzuflüsse von 13,5 Milliarden Euro.
Besonders wichtig ist dabei die Struktur des Neugeschäfts. Das Wachstum kommt vor allem aus:
- Risikoversicherungen
- fondsgebundenen Policen
- hybriden Produkten
Der Value of New Business (VNB) steigt auf 3,1 Milliarden Euro, ein Plus von 6,2 Prozent.
Donnet betonte, dass die starken Zuflüsse die Marktposition des Konzerns im europäischen Lebensversicherungsgeschäft bestätigen. Die Nettomittelzuflüsse gehörten zu den stärksten der Branche und unterstrichen „die hohe Qualität der Neuproduktion“.
Diese Produktsegmente haben für Versicherer einen entscheidenden Vorteil: Sie benötigen deutlich weniger regulatorisches Kapital als klassische Garantieprodukte.
Operating Result steigt auf Rekordniveau
Die operative Ertragskraft des Konzerns erreicht einen neuen Höchststand.
- Operating Result: 8,0 Milliarden Euro (+9,7 %)
- Bereinigtes Konzernergebnis: 4,3 Milliarden Euro (+14,5 %)
- Gewinn je Aktie: 2,85 Euro (+16,2 %)
Donnet bezeichnete die Zahlen als „sehr erfolgreiches erstes Jahr unseres Strategieplans Lifetime Partner 27: Driving Excellence“.
Auffällig ist, dass das Ergebnis deutlich schneller wächst als die Prämien. Das deutet auf eine Verbesserung der operativen Effizienz sowie auf stärkere technische Margen hin.
Asset Management wächst auf 900 Milliarden Euro
Der Bereich Asset & Wealth Management verwaltet inzwischen 900 Milliarden Euro Assets under Management. Das entspricht einem Wachstum von 4,3 Prozent.
Zusätzlich verzeichnet Generali Nettomittelzuflüsse von 16 Milliarden Euro. Laut Donnet zeigt das Segment damit „eine zunehmende Dynamik“.
Für große Versicherungsgruppen erfüllt dieses Geschäft zwei Funktionen:
- Diversifikation der Ergebnisquellen außerhalb des Versicherungsgeschäfts
- Nutzung der Kapitalanlagekompetenz als Drittgeschäft
Solvency-II-Quote steigt auf 219 Prozent
Die Kapitalausstattung des Konzerns bleibt sehr solide. Die Solvency-II-Quote steigt auf 219 Prozent, nach 210 Prozent im Vorjahr.
Vor diesem Hintergrund schlägt der Konzern eine Dividende von 1,64 Euro je Aktie sowie ein Aktienrückkaufprogramm über 500 Millionen Euro vor.
Die starke Kapitalposition ermögliche es, „unseren Aktionären stetig wachsende Renditen zu sichern“, so Donnet.
Profitabilität wichtiger als Wachstum
Die Zahlen zeigen eine klare Struktur: Das Ergebniswachstum der Generali entsteht weniger durch steigende Prämien als durch höhere technische Margen, kapitalärmere Produkte und stabile Kapitalgenerierung.
Der entscheidende Faktor für die kommenden Jahre bleibt die Combined Ratio im Schadenbereich. Solange diese deutlich unter 95 Prozent liegt, bleibt das derzeitige Gewinnniveau strukturell stabil.
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