Nürnberger setzt auf Neustart mit der VIG
Die Nürnberger Versicherung sieht sich nach dem Einstieg der Vienna Insurance Group (VIG) auf Kurs. Auf der Hauptversammlung bekräftigte der Vorstand das Ziel eines Konzernergebnisses von 80 Millionen Euro für 2026. Gleichzeitig verweist das Unternehmen auf deutliche Fortschritte bei Sanierung, Effizienz und Kapitalstärke. Die Zugehörigkeit zur VIG soll den weiteren Umbau des Versicherers unterstützen.
Die Nürnberger Versicherung blickt nach dem Einstieg der Vienna Insurance Group (VIG) optimistisch auf die kommenden Jahre. Auf der Hauptversammlung erklärte Vorstandschef Harald Rosenberger, dass der Versicherer 2025 nahezu alle wesentlichen Ziele erreicht oder übertroffen habe. „Wir haben 2025 fast alle unsere ambitionierten Ziele erreicht oder übertroffen – angefangen beim Konzernergebnis, über die Produktivitätsverbesserungen bis hin zu großen Fortschritten im Schaden-/Unfallsegment“, sagte Rosenberger. „Wir sind zurück in der Spur. Jetzt konzentrieren wir uns darauf, unsere Transformation zum Präventionsversicherer konsequent weiterzuführen und wieder ertragreich zu wachsen.“
Neuer Eigentümer verändert die Ausgangslage
Die Hauptversammlung fand erstmals nach dem Einstieg der Vienna Insurance Group als neuem Mehrheitsaktionär statt. Die österreichische Versicherungsgruppe hält nach Abschluss ihres Übernahmeangebots inzwischen 99,2 Prozent der Aktien der Nürnberger Beteiligungs-AG. Die behördliche Freigabe erfolgte Mitte Mai. Rosenberger sieht darin erhebliche Vorteile für die weitere Entwicklung des Unternehmens. „Die Zugehörigkeit zur VIG wird uns sehr helfen – insbesondere beim Erfüllen regulatorischer Anforderungen, bei der IT-Modernisierung oder durch den Zugang zu Know-how, zu Produkten und Lösungen einer internationalen Gruppe aus 50 Gesellschaften“, betonte er. Zusätzlichen Rückenwind erhielt die Nürnberger zuletzt von der Ratingagentur Fitch, die das Finanzstärke-Rating der Versicherungsgruppe auf A+ anhob und dabei sowohl die verbesserte Ertragslage als auch die Übernahme durch die VIG berücksichtigte.
Effizienzprogramm übertrifft die eigenen Ziele
Finanzvorstand Dr. Peter Ott verwies auf die Ergebnisse des 2025 abgeschlossenen Effizienzprogramms „Fit für die Zukunft“. Das ursprünglich angestrebte Einsparziel von 75 Millionen Euro wurde im Verlauf des Programms nochmals erhöht. Bis Ende 2025 realisierte die Nürnberger nach eigenen Angaben Einsparungen von mehr als 85 Millionen Euro. „Unser Konzernergebnis liegt mit 46,8 Mio. EUR etwa 16 Prozent über dem Plan. Zudem konnten wir die Kosten erheblich senken und sind dank des abgeschlossenen Effizienzprogramms deutlich produktiver geworden“, sagte Ott. Im Zuge des Programms wurden rund 600 Arbeitsplätze abgebaut. Nach Unternehmensangaben erfolgte dies auf Basis eines mit dem Betriebsrat vereinbarten Sozialplans. Betriebsbedingte Kündigungen habe es nicht gegeben.
Solvenzquote steigt deutlich
Besonders hervor hob die Nürnberger die Entwicklung ihrer Kapitalausstattung. Die Solvenzquote verbesserte sich von 247 Prozent auf 302 Prozent. Damit verfügt der Versicherer nach eigenen Angaben über eine deutlich gestärkte Kapitalbasis. Auch die Sanierung des Schaden- und Unfallgeschäfts kommt schneller voran als ursprünglich geplant. Das Ergebnis des Segments verbesserte sich um 119 Millionen Euro auf minus 38,2 Millionen Euro. „Spätestens im nächsten Jahr wollen wir auch in diesem Segment wieder schwarze Zahlen schreiben“, kündigte Ott an.
Beiträge sinken noch – Wachstum soll ab 2027 zurückkehren
Die gebuchten Bruttobeiträge gingen 2025 leicht auf 3,52 Milliarden Euro zurück. Nach Angaben des Unternehmens ist dies auf die Konzentration auf strategisch bedeutsamere Geschäftsfelder sowie auf die laufende Sanierung im Schaden-/Unfallsegment zurückzuführen. Für 2026 erwartet die Nürnberger nochmals einen leichten Beitragsrückgang. Ab 2027 soll der Konzern jedoch wieder auf Wachstumskurs zurückkehren.
Ergebnisziel von 80 Millionen Euro bestätigt
Für das laufende Geschäftsjahr hält der Vorstand an seinem ambitionierten Ziel fest. Die Nürnberger strebt für 2026 ein HGB-Konzernergebnis von 80 Millionen Euro an. Damit würde sich das Ergebnis gegenüber dem Geschäftsjahr 2025 nochmals deutlich verbessern.
Die Aktionäre folgten zudem dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat, eine Dividende von 2,00 Euro je Aktie auszuschütten. Im Vorjahr hatte die Dividende noch 0,14 Euro betragen.
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