Thomas Brahm, Vorstandsvorsitzender des PKV-VerbandsThomas Brahm, Vorstandsvorsitzender des PKV-VerbandsPKV-Verband

Steigende Pflege-Eigenanteile: Betriebliche Pflegevorsorge gewinnt an Bedeutung

Veröffentlichung: 03.02.2026, 14:02 Uhr - Lesezeit 5 Minuten

Steigende Pflege-Eigenanteile rücken die betriebliche Pflegevorsorge in den Fokus. Eine aktuelle Umfrage zeigt: Beschäftigte bewerten die bPV höher als klassische Zusatzleistungen. Für Unternehmen und Vermittler könnte sich damit ein neues Schlüsselinstrument etablieren.

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Mehr als drei Viertel der Beschäftigten in Deutschland sprechen sich für eine stärkere Absicherung der Pflegekosten über den Arbeitgeber aus. Laut einer aktuellen Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des PKV-Verband würden 76,3 Prozent der Befragten es begrüßen, wenn ihr Arbeitgeber eine betriebliche Pflegeversicherung (bPV) anbieten würde. Für 64,2 Prozent der Beschäftigten wäre eine solche Absicherung sogar wertvoller als klassische Zusatzleistungen wie Diensthandy oder Jobticket.

Im Fokus steht dabei insbesondere die Absicherung der steigenden Eigenanteile in der stationären Pflege. Diese entwickeln sich seit Jahren dynamisch und stellen für viele Pflegebedürftige und ihre Familien ein erhebliches finanzielles Risiko dar.

Pflegelücke rückt stärker in den Fokus

Aus Sicht des PKV-Verbands gewinnt die betriebliche Pflegevorsorge vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung weiter an Bedeutung. Thomas Brahm, Vorstandsvorsitzender des PKV-Verbands, verweist auf die wachsende Belastung durch Eigenanteile im Pflegefall:

„Betriebliche Absicherungen werden angesichts der demografischen Entwicklung immer relevanter – insbesondere mit Blick auf die steigenden Eigenanteile in der stationären Pflege. Die kapitalgedeckte betriebliche Pflegeversicherung kann das finanzielle Risiko dieser Pflegelücke effizient, nachhaltig und generationengerecht absichern.“

Zugleich plädiert der Verband dafür, die betriebliche Pflegeversicherung stärker steuerlich zu fördern, um ihre Verbreitung weiter zu beschleunigen.

bKV wächst weiter – bPV als Bestandteil

Die betriebliche Pflegeversicherung ist Teil der betrieblichen Krankenversicherung (bKV), deren Verbreitung auch im Jahr 2025 weiter zugenommen hat. Das Angebot vollständig arbeitgeberfinanzierter bKV-Lösungen erstreckt sich inzwischen auf rund 60.000 Unternehmen in Deutschland – ein Zuwachs von 15,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Auch die Zahl der versicherten Beschäftigten steigt weiter deutlich: Insgesamt profitieren mittlerweile rund 2,82 Millionen Arbeitnehmer von einer betrieblichen Krankenversicherung. Davon entfallen etwa 450.000 Versicherte auf die betriebliche Pflegeversicherung. Das entspricht einem Plus von 14,8 Prozent beziehungsweise rund 364.300 zusätzlichen Versicherten innerhalb eines Jahres.

Arbeitgeberattraktivität und Fachkräftesicherung

Neben der finanziellen Absicherung im Pflegefall wird die bKV – und damit auch die bPV – zunehmend als Instrument der Mitarbeiterbindung wahrgenommen. Weitere Umfragen zeigen, dass rund 68 Prozent der Beschäftigten eine betriebliche Krankenversicherung grundsätzlich begrüßen würden. Mehr als die Hälfte der Befragten stuft sie als wichtiger ein als andere Zusatzleistungen.

Aus Sicht des PKV-Verbands bietet die bKV Unternehmen damit einen strategischen Vorteil im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte.

Struktur und Funktionsweise der bKV

Die betriebliche Krankenversicherung ergänzt die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Abgedeckt werden können unter anderem hochwertiger Zahnersatz, Wahlleistungen im Krankenhaus, Auslandsreisekrankenversicherungen, Krankentagegeld sowie Pflegezusatzversicherungen.

Ein zentrales Merkmal der bKV ist der kollektive Ansatz: Da ganze Belegschaften versichert werden, verzichten Versicherer häufig auf Gesundheitsprüfungen. In vielen Tarifen besteht zudem die Möglichkeit, Angehörige in den Versicherungsschutz einzubeziehen.

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