Versicherer sollen Prozesse vereinfachen
Digitale Tools gelten als wichtigste Entlastung im Vermittleralltag. Laut BFV-Studie glauben fast 60 Prozent der Makler, dass sich Bürokratie durch Digitalisierung deutlich reduzieren lässt – vorausgesetzt, die Versicherer ziehen mit.
Digitalisierung als Hoffnungsträger
Die wachsende Regulierungsflut treibt viele Makler in die Überlastung. Entsprechend groß ist die Hoffnung, mit digitalen Lösungen wieder Zeit für Beratung zu gewinnen. 59,7 Prozent der befragten Vermittler sehen das Potenzial digitaler Entlastung als sehr hoch oder eher hoch an. Unter den Jüngeren (unter 50 Jahre) liegt dieser Anteil sogar bei 77,7 Prozent – deutlich höher als bei den über 50-Jährigen (55,2 Prozent). Gleichzeitig bleiben 26 Prozent unentschlossen, während 10,8 Prozent den Effekt digitaler Tools skeptisch einschätzen.
Makler wünschen sich Unterstützung von Versicherern
Die Mehrheit der Vermittler sieht nicht nur die eigene Verantwortung, sondern erwartet auch mehr Unterstützung von den Produktpartnern.
- 81,8 Prozent wünschen sich einfachere Verwaltungsprozesse seitens der Versicherer.
- 78,6 Prozent nennen die Reduzierung von Haftungsrisiken als dringendes Ziel.
- 76,6 Prozent fordern bessere Tools zur Dokumentation.
- 63 Prozent erwarten Beratungshilfen, 57,3 Prozent Schulungen zu regulatorischen Änderungen.
- 49,2 Prozent erhoffen sich Hilfen bei der Umsetzung von ESG-Vorgaben.
„Effizienz und Zeitersparnis sind die Grundlage guter Kundenberatung“, erklärt Erwin Hausen von der BFV. „Versicherer müssen Vermittler mit praxisgerechten digitalen Lösungen unterstützen – das stärkt letztlich auch den Verbraucherschutz.“
Gemeinsame Strategie gegen Bürokratiedruck
Die BFV setzt darauf, dass Versicherer und Vermittler gemeinsam an integrierten Prozessketten arbeiten: vom Antrag über die Dokumentation bis hin zur Nachbearbeitung. Digitalisierung soll nicht zum Selbstzweck werden, sondern messbare Entlastung schaffen.
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