MetLife Versicherung einigt sich mit betroffenen Kunden

Veröffentlichung: 03.08.2016, 09:08 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Im August 2015 informierte die MetLife-Versicherung darüber, dass sämtliche Fonds der Peak-Performance-Palette nach dem 15. September 2015 geschlossen werden. Als Grund hierfür wurde die Verringerung des Marktzinsniveaus genannt, die dazu führe, dass die Fonds nach den erforderlichen Rückstellungen keine ausreichende Aktienquote mehr aufwiesen.

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Tatsächlich hatte sich die MetLife im Jahr 2010 mit dem Kauf der Alico des damals massiv angeschlagenen weltgrößten Versicherers AIG einen nicht unerheblichen Risikofaktor ins Haus geholt. Die Peak Performance Fonds zeichneten sich durch eine Höchstkursgarantie aus. Zu Stichtagen erzielte Fondshöchstwerte wurden „eingefroren“. Nach einem einmal erreichten Höchststand musste der Anleger einen sinkenden Kurs nicht mehr fürchten. Dabei reichten die Laufzeiten der einzelnen Fonds bis 2030 und weiter.

Entsprechend groß war die Empörung der Kunden. Sie waren besorgt, dass sich die MetLife durch Schließung der Fonds der vertraglich vereinbarten Garantiezusage entziehen wollte. Etliche nahmen die anwaltliche Unterstützung der Berliner Versicherungsrechtskanzlei „Wirth Rechtsanwälte“ in Anspruch. Mit Erfolg. Die MetLife ging in mehreren Fällen einer prozessualen Auseinandersetzung durch außergerichtliche Einigung aus dem Weg.

Fachanwalt für Versicherungsrecht Tobias Strübing von Wirth-Rechtsanwälte wundert dieses Vorgehen nicht:

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„Wir erleben es immer wieder, dass es sich für Versicherungskunden lohnt, einseitige Entscheidungen von Versicherungen nicht einfach hinzunehmen. Ein gesundes Misstrauen ist definitiv angebracht.“

Die MetLife (Metropolitan Life Insurance Company (MLIC)) ist eines der größten Versicherungsunternehmen weltweit mit über 90 Millionen Kunden in mehr als 60 Ländern. Das Unternehmen wurde 1868 gegründet und hat seinen Hauptsitz in New York.

Die von der Fondsschließung betroffenen Verträge gehörten ursprünglich der Alico (American Life Insurance Company), der Lebensversicherungstochter des amerikanischen Versicherungsriesen AIG (American International Group). Im Zuge der Finanzkrise war AIG finanziell erheblich in Schieflage geraten und musste vom amerikanischen Steuerzahler mit 182 Milliarden Dollar gerettet werden. Die Regierung der USA hielt in dieser Zeit teilweise über 92 Prozent der Anteile an AIG.

Um die Schulden zurückzahlen zu können, veräußerte AIG die Tochter Alico für 15,5 Milliarden Dollar an MetLife. AIG hatte im Jahr 2002 den Deutschland-Vertrieb von fondsgebundenen Lebensversicherungen gestartet. Unter den damals vertriebenen Anlagevarianten waren auch die Peak Performance Fonds, die auf weltweite Aktienindizes und Anleihen setzten.

Bild: (1) © FotolEdhar/ fotolia.com (2) © Wirth Rechtsanwälte

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