Was Arbeitnehmern an der bAV gefällt

Veröffentlichung: 04.07.2016, 05:07 Uhr - Lesezeit 4 Minuten

Dass die betriebliche Altersvorsorge von Unternehmen als Personalbindungsinstrument für Fachkräfte oft unterschätzt wird, ist bekannt. Eine Studie fand jetzt heraus, dass außerdem vorhandene betriebliche Angebote oftmals für die Arbeitnehmer nicht verständlich sind.

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Dr. Thomas Jasper, Leader Retirement Western Europe von Willis Towers Watson, erläutert:

„Gute bAV-Angebote müssen nicht nur die Merkmale berücksichtigen, die seitens der Arbeitgeber relevant sind, auch die Arbeitnehmersicht ist erfolgsentscheidend. Es muss an den richtigen Stellschrauben gedreht werden. Erst wenn Arbeitgeber es schaffen, den Mitarbeitern die betrieblichen Vorsorgeangebote verständlich und bedürfnisorientiert anzubieten, können diese die vorhandenen Modelle überhaupt zur Versorgung in Erwägung ziehen.“

So stecken derzeit viele Unternehmen erhebliches Engagement und auch finanzielle Mittel in die betrieblichen Vorsorgeleistungen – deren Erfolg könnte für die Unternehmen jedoch noch wesentlich größer sein.

Die Studie zeigt: Unternehmen profitieren von der deutlichen Bindungswirkung der betrieblichen Altersversorgung. Die Hebelwirkung für die Gewinnung von Fachkräften ist damit nicht zu unterschätzen. Wichtig ist hier allerdings eine bedarfsgerechte Ausgestaltung der bAV-Angebote. So stimmen mehr als 45 Prozent der Befragungsteilnehmer der Aussage zu, dass die betriebliche Altersversorgung ein wichtiger Grund ist, warum ein Arbeitgeberwechsel unattraktiv erscheint. Und auch Arbeitgeber sind sich oft im Wettbewerb um Talente der Bedeutung von Versorgungsangeboten bewusst.

Ein Trend: Durch sogenanntes „Matching“ stocken Unternehmen die Arbeitnehmerbeiträge zusätzlich auf, die diese bereits in die bAV investieren. Voraussetzung zur Wahrnehmung der bAV-Angebote ist allerdings, dass Informationen klar strukturiert und verständlich aufbereitet sind.

Dr. Stephan Wildner, Leiter des General Consulting im Geschäftsbereich Retirement von Willis Towers Watson, betont:

„Es besteht gerade in der Kommunikation der bAV Handlungsbedarf. Die personalpolitische Wirkung der Pensionspläne kann sich nur durch gute Kommunikation entfalten. Die Wertschätzung der Mitarbeiter erfolgt oft über die Kommunikation der Vorteile und Leistungen“.

Die Umfrage zeigt damit deutlich, wo der Schuh drückt. Nur rund die Hälfte der Arbeitnehmer bewertet die zur bAV erhaltenen Informationen als nützlich. Zudem stimmt nur etwa ein Drittel zu, dass die Informationen rund um die betrieblichen Vorsorgeangebote verständlich sind.

Der Großteil der Arbeitnehmer erwartet einen aktiven Part des Arbeitgebers bei der Bereitstellung einer betrieblichen Altersversorgung. Die Bedürfnisse der Belegschaft müssen bei der Ausgestaltung der Angebote demnach in allen Facetten berücksichtigt werden. Jasper rät:

„Schauen Sie genau hin, nur wenn Sie die Struktur der Belegschaft kennen, können Sie auch deren Bedürfnissen gerecht werden“.

Demnach verdeutlicht die Studie: Mitarbeiter in Führungspositionen verlangen oft nach anderen Modellen als die übrigen Gruppen innerhalb der Belegschaft. Und so unterschiedlich die Bedürfnisse sind, gilt für alle Modelle ein Kriterium: Als wichtiger Baustein der Grundversorgung muss die bAV gegen Inflation gesichert sein.

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